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Grundlagenwissen für Emotionen

Einen neuen Hinweis auf das was ich im Bereich Emotionen suche, erhalte ich daraus, dass ich die Inhalte von zwei MOOCs, die sich beide auf Emotionen beziehen, parallel bearbeite. Vereinfacht bezieht sich der eine auf Anwendungswissen, der andere auf Grundlagenwissen. Das Anwendungswissen ist mir zu spezifisch, die Art der Verwendung ist für mich nur von geringem Interesse. Die Herangehensweise erinnert mich außerdem sehr an Lebensberatungsbücher, die Rezepte liefern, um ein besseres Leben führen zu können.

Während ich in diesem MOOC nur einen Teil bearbeite, hätte ich bei dem MOOC mit dem Grundlagenwissen gerne noch viel mehr Material, bearbeite das vorhandene Material intensiver und warte schon gespannt auf die kommende Woche.

Der Hinweis daraus ist deutlich: mich interessieren die theoretischen Grundlagen zu Emotionen, um sie überall nach meinem eigenen Verständnis ohne vorgefertigte Rezepte anwenden zu können.

Dabei geht es auch um die Ebene der unmittelbaren Begegnung.

Beispielsweise mit dem Kind, das ein anderes Kind aus Überzeugung schlägt, bei dem ich Informationen aus Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Atmung, Handlung und Argumentation erhalte und sein subjektives Erleben imaginiere. Alle Komponenten eines Verständnisses von Emotionen als Episoden mit multiplen Komponenten sind dabei abgedeckt. Bei dem Kind kann ich das Konglomerat des Problems bestimmen: das Mädchen ist emotional davon überzeugt, dass seine eigenen Sicht der Dinge bestimmen kann, welches Verhalten bei anderen richtig und falsch ist. Außerdem ist es emotional davon überzeugt, dass es daraus das Recht und sogar die Pflicht ableiten kann selbst eine Bestrafung vorzunehmen. Auf der Ebene der Argumentation ist das Kind in der Situation selbst nicht ansprechbar. Eine Möglichkeit diese Verhaltensdisposition in der Situation selbst zu verändern sehe ich nicht.

Ein anderes Beispiel ist der Lehrer, dessen Gesichtsausdruck und Körperhaltung auf Erschöpfung hinweisen, und der in einer Konfliktsituation mit Schülern nicht lächelnd und freundlich agiert, aber in der Lage ist die Situation sachlich und konstruktiv zu bewältigen. Auch in ihn kann ich mich hineinversetzen und dabei seine Leistung der Emotionskontrolle, der Disziplin und der Professionalität während des bestehenden emotionalen Zustands nachvollziehen und anerkennen.

Beides sind kleine, alltägliche Dinge ohne besondere Bedeutung. Die bessere Wahrnehmung der Komponenten, aus denen sich Emotionen zusammensetzen, überhaupt erst einmal die Achtsamkeit dafür dass diese existieren, ermöglicht mir jedoch ein anderes Verständnis als bisher. Erscheinungen werden greifbarer und bestimmbarer. Dadurch sind sie weniger etwas das mich im Nebenher affektiert und auf das ich primär außerhalb meiner Bewusstheit gewohnheitsmäßig reagiere, sondern ich kann meine eigene Position im Geschehen besser abgrenzen. Ich kann meine eigenen Einflussmöglichkeiten auf das Verhalten des Kindes besser bestimmen, ich kann das Verhalten des Lehrers distanzierter beurteilen.

Insgesamt zeichnet sich für mich deutlicher ab, dass es mir letztlich nicht um so etwas wie Emotionalität geht, also sich emotional zu verhalten, sondern um Kognition. Es geht mir auch nicht um mehr Emotionen oder mehr positive Emotionen in Lehr/Lernprozessen. Es geht mir um ein besseres Verständnis der ganz normalen, alltäglichen Vorgänge an ganz normalen alltäglichen Orten. Um mehr Achtsamkeit und mehr Bewusstheit für das was fortwährend im Bereich der Emotionen mitläuft, um es als eine Informationsquelle für ein besseres Verständnis nutzen und daraus ggf. günstigere Verhaltensentscheidungen ableiten zu können.

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