Bildungsmäuschen

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Emotionen in Bildungsprozessen

Der Ansatz von gestern (Betonplatte) hat sich nicht als Hirngespinst verflüchtigt, sondern hat seitdem Unterstützung bekommen. Einerseits aus dem Bereich des Sich-richtig-anfühlens, andererseits aus einer beginnenden neuen Zusammenstellung von Fakten. Ich habe dazu eine ambivalente Haltung. Einerseits bin ich erfreut dass wiederum Puzzlestücke zusammenpassen, mir gefällt aber die Richtung meiner Gedankengänge nicht so wirklich. Es deutet viel darauf hin, dass die Emotionen des Individuums in den theoretischen Auseinandersetzung zu Bildung primär in Bezug auf von außen gesetzte Bildungsziele und die Erfüllung von Vorgaben von Bedeutung sind, weniger in Bezug auf so etwas wie eine Entfaltung des Individuums entsprechend dem Potential, das in ihm vorhanden ist. Entsprechend meiner eigenen Sozialisation habe ich Vorlieben und fühle mich bei dieser Annahme ungemütlich.

Es scheint erneut um die Frage danach zu gehen, was Bildung will und wie sie verstanden wird. Wie viel Anpassung an gesellschaftliche Vorgaben ist mit dem Umgang mit Emotionen verbunden, wie viel Raum besteht für Entfaltung, Entdeckung und Transformation des Individuums und wie weit ist beides deckungsgleich. Dabei wirkt der ganze Bereich des Wissens über Emotionen auf mich reichlich unstrukturiert, so dass es nicht einfach ist bereits vorhandenes Wissen sinnvoll zu verwenden. Außerdem wird eine Auseinandersetzung mit Emotionen nicht selten als eine emotionale Auseinandersetzung verstanden, bei der primär Informationen der Ebene der Gefühle verwendet werden können. Hinzu kommt eine Tradition des Persönlichen und des Privaten, dabei allerdings auch des Untergeordneten (dabei sind Emotionen zu einem beträchtlichen Teil gesellschaftlich geformt). Emotionen sind in ihrer Wahrnehmung und ihrem Ausdruck eingebettet in gesellschaftliche Vorgaben bzw. Gepflogenheiten und enthalten dadurch Erkenntnispotentiale, die über rein persönliche und subjektive Informationen hinausgehen.

Es besteht also viel Raum für Konflikte – wenn Emotionen nur als persönlich und privat betrachtet werden, wenn man einem Ideal persönlicher Freiheit anhängt, aber auch wenn man Emotionen eine hohe Aussagekraft zuordnet. Und mit Sicherheit ist die Liste damit noch nicht vollständig.

Ich kann jetzt durchaus nachvollziehen, warum Menschen sich nicht mit dem Thema Emotionen befassen, begrüße aber jeden Versuch es zu tun und dabei mehr Licht in die Sache zu bringen. Emotionen sind der Bereich in dem Wirklichkeit erlebt wird. Emotionen sind ein Bereich in dem sich Menschen intensiv mit Wirklichkeit verbinden. Sie sind ein Bereich dessen Formung auch mit Akzeptanz oder Nichtakzeptanz gesellschaftlicher Bedingungen in Verbindung steht.

Das Bildungssystem hat die Aufgabe Menschen für gesellschaftliche Anforderungen auszubilden. Dazu gehört es auf Emotionen selbst sowie ihren Ausdruck einzuwirken, gezielt und bewusst oder aber auch unbewusst und Gepflogenheiten entsprechend. Emotionen werden durch Erziehung geformt und diese Erziehung basiert auf den Vorstellungen, die in einer Gesellschaft verbreitet sind.

Was für eine Bedeutung haben Emotionen also in Bildungsprozessen? Einerseits sollen sie diese begleitend möglichst unterstützen. Andererseits werden sie durch Bildungsprozesse geformt.

Hört sich eigentlich ganz gut an, wo ist aber das Problem?

Weiteres Nachdenken und Lesen sind erforderlich.

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