Bildungsmäuschen

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Überprüfungen in der Praxis

Noch immer habe ich Schwierigkeiten das was mich zu Emotionen in Bildungsprozessen beschäftigt, oder zumindest einen Teil davon, in eine Form zu bringen, aus der sich eine Bachelorarbeit zusammenbauen lässt. Mein nächster Versuch war eine kurze schriftliche Zusammenfassung von dem was ich bisher getan habe und eine Darstellung des momentanen Ergebnisses, danach habe ich mir noch einmal den Gestaltungsplan zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten vorgenommen. Beim ersten Mal war ich beim theoretischen Hintergrund hängen geblieben, dieses Mal konnte ich alle Punkte bis zum Ende durchgehen und grob entwerfen wie die Vorgehensweise sein könnte. Danach wurde es zu heiß, und ich konnte nicht mehr konzentriert denken.

Beim Durchgehen des Plans hatte ich stark den Eindruck, dass ich alle diese Schritte im Lauf der letzten Monate eigentlich bereits durchlaufen habe. Gestern habe ich mich mit den Inhalten des ersten Videos des neunten Moduls aus dem MOOC Inspiring Leadership through Emotional Intelligence beschäftigt, in dem es unter anderem um Planungsstile geht und eine Aufgabe darin besteht, sich Gedanken über den eigenen Planungsstil zu machen. Domain and Direction Planning wäre das in meinem Fall in der Vergangenheit gewesen, die Richtung des Themas ist dabei vorgegeben, es besteht aber weder eine feste Deadline noch ein ganz spezifisches Ziel. Offene Erkundung ist dabei möglich. Darin eingebaut habe ich den Stil des Task Plannings, also dass ich mir immer wieder Zwischenaufgaben gestellt habe. Mit dem Arbeiten auf die BA hin müsste ich jetzt einen objektorientierten, auf ein festes Ziel ausgerichteten Stil praktizieren.

Interessant ist dabei, dass eine Herangehensweise praktiziert werden kann, die sich hinterher analysieren und beschreiben lässt, die aber nicht gezielt geplant wurde und nicht bewusst war. Es ist die Verwertung von impliziten Kenntnisse darüber wie etwas erkundet und überprüft werden kann. Woher kommen die?

Mit der Frage will ich mich jetzt nicht weiter beschäftigen. Momentan geht es um die Überraschung darüber wie sehr das was der Gestaltungsplan beschreibt Prozessen entspricht, die ich durchlaufen habe. Dadurch entstehen Anschlussfähigkeit, Übertragbarkeit und Nachvollziehbarkeit. Besonders fasziniert mich der Punkt Testen und Verbessern der Argumentation in der Praxis. Genau das ist es was ich mit meinen Erkenntnissen momentan mache. Allerdings nicht systematisch sondern nebenher. Ich überprüfe wie ich mit meinem Modell der Verzwirbelung im Alltag für mich zurecht komme und ob es sich dabei als nützlich erweist.

Visualisiert stehen hinter mir jetzt zwei Gestalten als Repräsentaten für Emotionen und Gefühle und legen die Hände zu meiner Unterstützung auf meine Schultern. Es ist schwierig zusammenfassend Veränderungen durch Änderungen in der Vorstellung oder Einstellung zu beschreiben. Es sind Kleinigkeiten im Alltag an denen sich Auswirkungen zeigen, die allerdings eine verändernde Wirkung haben.

Auf Emotionen lässt sich einwirken, indem auf die damit verbundenen körperlichen Erscheinungen eingewirkt wird (beispielsweise tief ein- und ausatmen oder Anspannungen loslassen), es aber ebenso möglich auf Vorstellungsbilder einzuwirken oder sie umzubauen und dadurch Effekte zu erzielen. Wenn Emotionen einen Bewertungsanteil haben, so kann eine andere Sichtweise zu einer neuen Bewertung führen. Emotionen als verzwirbelt wahrzunehmen rückt die Emotionen selbst in eine andere Position in ablaufenden Prozessen und gibt ihnen dabei einen anderen Wert. Ich gehe dabei davon aus, dass ich sie in der Vergangenheit losgelöst wahrgenommen habe. Woher kam das?

Auch mit der Frage will ich mich jetzt nicht weiter beschäftigen. Es geht immer noch um die Überprüfung. Die Verzwirbelung ist ja nur ein Modell, das ich mir passend konstruiert habe. Erklärungsmodelle für die Welt oder das eigene Innenleben müssen nicht richtig sein, um ein erfolgreiches Handeln zu ermöglichen. Reine Mythen können eine funktionierende Basis für menschliches Leben darstellen. Bilder und Geschichte geben Emotionen und Gefühlen eine Richtung und Orientierung. Märchen wirken.

Ich habe mein Ohr verletzt und kann nicht richtig hören. Plötzlich bekomme ich eine veränderte Welt geliefert. Ich antworte darauf mit Emotionen, Gedanken und Aktionen. Ich muss Tag für Tag unzählbare Eindrücken verarbeiten. Dieser Prozess beinhaltet Emotionen, Gedanken und Aktionen. In Begegnung mit Menschen, in Begegnungen mit Gegenständen, in der Konfrontation mit mir selbst – fortwährend Emotionen, Gedanken und Aktionen. Das geht alles ganz schnell und nur manchmal langsam oder mit Achtsamkeit. Das ist auch nichts um das ich mich kümmern müsste (allerdings kümmern kann).

Ich sehe einen Menschen, nehme seinen Körper wahr, höre seine Worte und bekomme einen Eindruck von seinen Emotionen, Gedanken und Aktionen. Alles wird von mir zu einem Gesamteindruck verarbeitet, der in Beziehung zu meiner eigenen Weltvorstellung gesetzt wird und bei mir zu Emotionen, Gedanken und Aktionen führt auf die dann der andere ggf. reagiert. Das alles geht schnell und erfordert keine besondere Achtsamkeit. So geht das Tag für Tag, Tag für Tag und daraus setzt sich das Leben zusammen. Von Moment zu Moment.

In gewisser Weise berühre ich hier auch spirituelle Lehren und ihren Umgang mit Emotionen. Im Raum der Auseinandersetzung mit Emotionen ist es nicht das erste Mal. Ebenso sind Emotionen, wenn sie als Bewertungssystem auftreten, eng mit Moral und moralischem Verhalten verbunden, etwas das in religiösen und spirituellen Lehen einen hohen Stellenwert hat.

In letzter Konsequenz scheint alles auf eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen hinauszulaufen, in der Emotionen eine wichtige Bedeutung zukommt, Damit bin ich auch wieder bei alten pädagogischen Ideen angelangt. Der Unterschied besteht darin, dass ich jetzt mein unmittelbares Erleben der Welt damit verbinden kann und es nicht nur Gedanken im Kopf bleiben.

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