Bildungsmäuschen

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Emotionen – ein Grundlagenthema

Ich bin seit einer Weile in meinem Hören beeinträchtigt, was auch noch eine Weile, allerdings mit Aussicht auf Besserung, so bleiben wird. Inzwischen kann ich nicht mehr ignorieren, dass ich seitdem, auch in Bezug auf mein Studium, gehandikapt bin. Ich hätte das bei einem Fernstudium nie vermutet, da Hören dort keine allzu große Rolle zu spielen scheint, es ist aber so. Verfolge ich meine Aktivitäten zurück, kann ich einen klaren Bruch zum Zeitpunkt meines Unfalls feststellen.

Die genauen Gründe spielen an dieser Stelle keine Rolle, auch nicht die negativen Auswirkungen, interessant sind momentan die positiven Effekte. Das Thema Emotionen hatte, auch durch die Art meines Herangehens sehr große, unübersichtliche Dimensionen angenommen, da ich aber nach meiner Hörbeeinträchtigung nicht so intensiv wie zuvor weitergearbeitet habe, ist viel Detailwissen wieder verschwunden und es ist eine Reduktion eingetreten, durch die jetzt die für mich relevanten Zusammenhänge eher sichtbar werden. Von besonderer Bedeutung für meine Interessen ist dabei die Möglichkeit das Thema Emotionen überall im Bildungsbereich anwenden zu können.

Da ich jetzt in der Lage bin Emotionen als tatsächlich von Bedeutung einzuschätzen, ist es bedeutsam begleitend immer die Frage danach zu stellen, was in Bezug auf die eigenen und die Emotionen der anderen geschieht. Der Gewinn liegt dabei in einer Perspektiverweiterung. Die verwendete Methode ist eine bewusste Achtsamkeit für Emotionen in ihren körperlichen, sprachlichen und bildlichen Ausdrucksformen, kombiniert mit Wissen über Prozessverläufe, sowie die Entwicklung und soziale und kulturelle Einbettung von Emotionen. Insgesamt stellt das Vorgehen eine Verstärkung der bewussten Wahrnehmung und eine Erweiterung des Verständnisses für Vorgänge auf der Ebene der Emotionen dar. Darüber werden andere Einschätzungen, andere Handlungsoptionen und eine andere Verknüpfung von für Emotionen relevanten Praktiken verfügbar.

Emotionen befinden sich auf der Ebene des unmittelbaren Erlebens von dem was von Theorien überblickend zusammengefasst wird. Das macht sie spannend. Sie besser nachzuvollziehen befriedigt das Bedürfnis nach Kontrolle, denn das Entstehen von Emotionen kann nur begrenzt verhindert werden (eine Möglichkeit: Situationsauswahl, aber häufig nicht möglich). Bei angenehmen Emotionen ist das weniger ein Problem, doch bei unangenehmen, unerwünschten sieht das anders aus.

Für mich sind Emotionen ein Grundlagenthema. Zugänge geschehen dabei über Metakognition, Bewusstsein, Reflexion und Achtsamkeit. Emotionen stellen für Bildung ein bedeutendes Thema dar, das Wissen über Emotionen an sich, über ihren Ausdruck als auch die Formen ihrer Regulierung umfasst, und dabei theoretisch systematisch als auch praktisch ausgerichtet ist. Für die Pädagogik sind sie kein neues Thema, allerdings ein Thema, das mal mehr, mal weniger beachtet wurde und wird. Und genau wegen dieser Inkonsistenz in der Bewertung ihrer Bedeutung, sehe ich den Bedarf für ein systematisches Herangehen an ihre Erscheinungsformen. Der Umgang mit Emotionen benötigt einen stabilen Boden und abgesicherte Erkenntnisse. Und der erste Schritt dahin ist sie als tatsächlich bedeutungsvoll für das menschliche Leben und Lernen zu begreifen.

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