Bildungsmäuschen

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Die Beschäftigung mit dem Thema Emotionen und ihre subtilen Auswirkungen

Zur Zeit pausiere ich. Mit weiterem Lesen zum Thema, mit der direkten Vorbereitung der Bachelorarbeit. Es ist ein guter Zeitpunkt um die Frage zu stellen: Was hat das eigentlich alles gebracht, das viele Lesen, Nachdenken und dazu Blogeinträge schreiben.

Erst einmal: es hat etwas gebracht. Nach wie vor bin ich auch der Ansicht, dass Emotionen ein grundlegendes Thema für den Bereich der Bildung sind. Warum? Weil die Haltung zu Emotionen in der abendländischen Kultur eine sehr wechselhafte Geschichte hat, weil Emotionen ein untrennbarer Bestandteil eines Menschen sind und weil viele Fragen nicht ausreichend geklärt werden können, wenn Emotionen als Einflussfaktor nicht berücksichtigt werden. Vor allem aber weil wissenschaftlich fundiertes Wissen über Emotionen und ihre Funktion Einstellungs- und Verhaltensänderungen bewirken kann. Das ist etwas von den Dingen, die man nicht sofort sieht, die sich aber in konkreten Fällen deutlich bemerkbar machen.

Mich hat es verändert. Wie? Das ist schwer, ganz schwer zu erfassen. Erst einmal: Denken und Emotionen arbeiten jetzt besser zusammen. Ich nehme meine Emotionen ernster, während ich ihnen gleichzeitig weniger Bedeutung gebe, da ich mir ihrer Flüchtigkeit stärker bewusst bin. Ich muss weniger auf meine Emotionen reagieren und kann sie stärker als reine Informationsquelle für mich beobachten. Ich weiß jetzt, dass meine Emotionen mir Informationen über mein eigenes Wertesystem geben, das aber relativ ist. Also sind auch meine Emotionen relativ. Ich kann andere Menschen mit ihren Emotionen in der gleichen Weise sehen und das gemeinsame Zusammenspiel von Relativitäten, die aber für jeden Einzelnen die eigene Wirklichkeit darstellen. Es wird wichtiger Lösungen zu finden, die die Wahrnehmungen aller berücksichtigen können, als in der Beschreibung und Erfassung von Situationen und Schuldzuweisungen hängen zu bleiben. Ich habe plötzlich das Bedürfnis zu vergeben, denn wir sind alle unvollkommen.

Ich kann besser differenzieren. Was ist meins und nur für mich wichtig und was ist auch für andere von Bedeutung. Und wie schaffe ich es nicht das Feuer zu schüren, sondern Klarheit zu erreichen und Probleme deutlich zu benennen. Unter Berücksichtigung der Informationen, die ich aus meinen Emotionen gewinne. Was ist da eigentlich los, worauf reagiere ich tatsächlich, was stört mich und wie weit ist das auch für andere bedeutungsvoll. Und wie vermittele ich das am verständlichsten und wo halte ich besser meinen Mund.

Ich bin wesentlich mehr bereit meine Emotionen zu regulieren. Sie, wenn sinnvoll, gezielt zu zeigen oder sie zurückzuhalten und abzuschwächen. Auch wenn ich ganz allein bin. Öfter als früher halte ich inne, um mich mir selbst zuzuwenden und mir eine Freude zu bereiten. Ich bin mehr bereit mich deeskalierend zu verhalten, allerdings ohne etwas vorzugeben, das so nicht besteht. Ich bin in Konfliktsituationen mehr bereit Emotionen als Argumente anzuführen ohne aber diese Emotionen selbst in einer negativen Form wirksam werden zu lassen.

Kurz: ich nehme Macht, Bedeutung und Einfluss von Emotionen bei mir und anderen verstärkt wahr, und versuche in einer Weise damit umzugehen, dass ich ein für mein Wertesystem positives Ergebnis erreichen kann. Ob das Ziel erreicht wurde, wird mir dabei von Emotionen angezeigt.

Auswirkungen sind der Eindruck von größerer Kontrolle und besserem Verständnis, was mich zur Fortsetzung des Verhaltens motiviert, der Eindruck, dass ich Emotionen von mir und anderen nicht ausgeliefert bin, dass ich durch ein geeigneten Verständnis von ihnen Ursachen für Probleme besser herausfinden und Strategien für einen positiven Umgang mit mir, mit anderen Menschen und mit Situationen entwickeln kann. Emotionen sind eine wichtige, zusätzliche Informationsquelle, aber kein Grund auf sie zu reagieren oder sie als Vorgabe für Verhalten oder Handeln zu benutzen.

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