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Automatischer Verarbeitungsprozess

Inzwischen bin ich in einer Phase meiner Recherchen angekommen auf die ich von Beginn an gehofft hatte, zwischendurch schien sie mir allerdings gänzlich unerreichbar. Einem Bekannten gegenüber habe ich den momentanen Zustand als Eindruck beschrieben, das Thema Emotionen nun im Griff zu haben.

Was bedeutet das? Ich habe mir anscheinend eine Basis erarbeitet, die zur Anwendung und Überprüfung geeignet ist. Ich suche momentan nicht nach neuem Input in Bezug auf Emotionstheorien. Das führt dazu, dass ich kaum noch etwas zu Emotionen im speziellen lese, dafür verbringe ich sehr viel Zeit damit Erinnerungen aus verschiedenen Phasen meines Lebens auf die dabei verbundenen Emotionen hin zu untersuchen. Ich gerate auch in neue Situationen, ich sehe Filme oder lese Geschichten, mache Beobachtungen, analysiere Zusammenhänge und jedes Mal achte ich im besonderen auf die Ebene der Emotionen und was ich dort beobachten kann. Es bleibt dabei sehr breit und allgemein.

Es ist für mich schwierig zu beschreiben wie ich das tue und was der Unterschied zu vorher ist. Im Hintergrund habe ich inzwischen ein anderes Wissen über das was Emotionen sind und was in Bezug auf sie wichtig ist. Dieses Wissen selbst ist einerseits komplex, andererseits muss ich über das Wissen selbst nicht nachdenken. Es kann unmittelbar angewendet werden. Die Anwendung lässt dabei ein anderes Bild der bisherigen und momentanen Welterfahrung entstehen als zuvor möglich war, etwas das ganz nebenbei zu geschehen scheint. In mir selbst werden sehr kleine Änderungen angewendet, die danach scheinbar automatisch zu gravierenden Änderungen in der Art der für die weiteren Verarbeitung zur Verfügung stehenden Informationen führen. Es entstehen neue Bilder der Welt und neue Zusammenhänge.

Bei dem Prozess selbst nehme ich mich als vergleichsweise passiv wahr. Einerseits habe ich dadurch den Eindruck, dass ich selbst wenig tue, sehr faul bin und eigentlich aktiver sein und mehr tun sollte, andererseits merke ich durchaus wie sich etwas ändert und wie Arbeit in mir geschieht. Es scheinen Verarbeitungsprozesse zu sein, die wirksam sind, über die ich aber nicht verfügen kann. Ich bin in der Rolle derjenigen, die zwar Zeit und Raum zur Verfügung stellen kann, dann aber warten muss, während sich etwas ohne aktives Zutun neu ordnet. Das entspricht nicht meinen Vorstellungen von aktiver Arbeit und ich neige dazu damit zu hadern.

Allerdings nehme ich mich gleichzeitig als so entspannt wahr wie schon seit Jahren nicht mehr. Ein innerer Druck, der mich belastet aber gleichzeitig auch vorangetrieben hat, ist verschwunden. Dinge, die einmal wichtig waren, sind es nicht mehr. Es öffnet sich ein Raum für neue Perspektiven und für neue Handlungsoptionen. Bedauern tritt ein nicht schon früher über diese Perspektive verfügt zu haben, eine plötzliche Leere und Sinnlosigkeit muss bewältigt werden. Raum entsteht, um das Leben anders auszurichten, um Kontrolle in Bereichen zu übernehmen, die zuvor unkontrollierbar erschienen.

Kommunikation ist ein schwieriges Unterfangen. Als erstes die eigenen inneren Zustände zusammenhängend und verbunden zu erfassen, und dann aus der Black Box heraus zu berichten und diesen Bericht in einen verständlichen Kontext zu stellen, fällt schwer. Trotzdem ist jeder Versuch der unzureichenden Beschreibung hilfreicher als es nicht zu versuchen. Irgendwann einmal verbinden sich vielleicht Informationen und Theorien anderer damit, machen es verständlich und ermöglichen eine Einpassung und Zuordnung.

Aus der Fülle an Gedankengängen der letzten Wochen haben nur wenige Schnipsel ihren Weg in Beschreibungen gefunden. Manche sind nur in verbaler Form erfolgt, manche in Mails und Kommentaren. Insgesamt scheint in mir aber ein Wust an Erkenntnissen zu lauern, die in passenden Situationen sichtbar werden können, auch zu meiner eigenen Überraschung.

Zum momentanen Zeitpunkt genieße ich Entspannung und Ruhe. Inneren Faktoren werden dabei momentan von äußeren wie dem grauen, trüben Herbstwetter oder den Schulferien unterstützt. Bei einem wichtigen Thema den Eindruck von Bewältigung erreicht zu haben, scheint trotz noch ausstehender BA ein Gefühl tiefer Befriedigung zu ermöglichen.

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