Bildungsmäuschen

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Ende des Blogs erreicht?

Über eine lange Zeit war das Blogschreiben für mich und mein  Lernen von großer Bedeutung. Sehr häufig bin ich nachts oder am frühen Morgen aufgestanden und habe meine aktuellen Gedanken aufgeschrieben. Ich habe sie dabei geordnet, ihnen eine andere Struktur gegeben und neue Gedanken entwickelt. In den letzten Wochen hat sich das allerdings geändert. Ich habe zwar gelegentlich noch neue Beiträge begonnen, aber nicht mehr fertig gestellt.

Noch einmal will ich nun versuchen den Blog zu benutzen, um dabei der Frage nachzugehen, was geschehen ist, denn ich finde mich verändert vor und bin über mein eigenes Verhalten verwundert.

  • Ich kann zuhause relaxen und entspannen und fühle mich nicht mehr in einem ständigen Druck zu lesen und nachzudenken.
  • Ich bleibe in Arbeitssituationen, die mich sonst in Spannungszustände versetzt haben, ungewöhnlich entspannt.
  • Ich analysiere Situationen in Bezug auf eine Problemlösung und wende dies auch in Gesprächen an.

Die Beobachtung meines gesamten Verhaltens legt den Schluss nahe, dass ich mir einerseits für mich wichtige Fragen beantworten konnte, und dass sich andererseits auf der Ebene der Emotionen etwas aufgelöst hat, das mich sehr lange belastet hat. Ist das Lernen? Ja, es ist Lernen. Aber was für eine Art von Lernen?

Mit dem Begriff Lernen komme ich nicht so recht weiter. Ich schwenke um auf den Begriff Bildung. Ich lerne etwas, aber ich bilde mich oder werde gebildet. Das eine zielt für mich vom Begriff her auf etwas, das ich von außen nach innen nehme, das ich mir aneigne. Das andere aber bezieht sich auf das was mit meiner Person geschieht. Die Veränderungsprozesse, die durch das Lernen angestoßen werden und etwas anderes aus mir machen als ich zuvor gewesen bin.

In meiner Erinnerung treten für die letzten Wochen zwei wichtige Erfahrungen in Bezug auf meine eigene Person hervor. Die eine ist das Nacherleben (so funktionieren Erinnerungen an Emotionen) alter unangenehmer emotionaler Erregungszustände und die dabei möglich werdende Neubetrachtung. Die andere ist die Erkenntnis, dass sich Sozialwissenschaften mit komplexen, uneindeutigen Vorgängen beschäftigen und nichts, aber auch gar nichts, an ihnen minderwertig ist im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen. Im Gegenteil. Derart komplex und uneindeutig denken zu müssen und zu können, wie es soziale Vorgänge erfordern, ist ausgesprochen anspruchsvoll.

Mich macht beides schweigsamer, da es mich entspannt. Ich muss nicht mehr mit meinen eigenen Schatten kämpfen und ich muss mich nicht mehr dafür schämen, dass ich mich für minderwertiges Zeug interessiere statt für Dinge, die sich lukrativ verwerten lassen. Ich muss weder für mich noch für die Ausrichtung meiner Interessen kämpfen, ich benötige dafür keine Akzeptanz oder Bestätigung mehr von außen, denn ich verstehe.

Ich weiß nicht wie es jetzt weiter gehen wird und genau das ist logisch. Ich schaue auf das Leben und die Bestrebungen darin und muss neue Bewertungen vornehmen. Ich verfüge über Befähigungen, die ich vorher nicht hatte und die mir neue Möglichkeiten eröffnen. Mir fehlen allerdings auch Motivationen auf Grund von inneren Konflikten, die mich und mein Handeln zuvor bestimmt haben. Bei einem Rückblick wird mir klar, dass ich durchaus genau das wollte, als ich mich mit dem Thema Emotionen beschäftigt habe. Da war etwas zu klären und zu ändern.

Nun ist es anders. Wie soll ich einschätzen können was jetzt kommen soll?

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