Bildungsmäuschen

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Das Thema Emotionen und die bildungswissenschaftliche Perspektive

Zum Schluss stellt sich die Frage, was sich für Konsequenzen aus der Beschäftigung mit Emotionen für den Bereich der Bildung ergeben. Fragen wie: Wie sollte mit ihnen umgegangen werden? Was soll in Bezug auf sie vermittelt werden? Was sollte in Bezug auf sie untersucht werden? Genauso wie es unangemessen ist sie zu hypen und sie in eine herausragende Position zu stellen, ist es unangemessen sie zu negieren, nicht zu berücksichtigen oder zu unterdrücken. Was aber liegt dazwischen? Was ist für das Individuum sinnvoll, was für die Gesellschaft? Und welche Erscheinungen sollten kritisch betrachtet werden?

Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich neue Fragen ergeben, nachdem vorhergehende Fragen beantwortet wurden. Und wie viele Dinge so ganz nebenbei verständlich werden. Gestern Abend wurde gut passend ein Artikel aus Die Welt zu Uniabschlussarbeiten und der primär persönlichen Bedeutung für die Schreibenden gepostet. Ich kann nun ergänzen. Die intensive Beschäftigung mit einem Thema persönlicher Relevanz vermittelt vielfältige Kenntnisse. Auch gänzlich unerwartete. Ohne  vorherige Intention und ganz nebenbei.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich im Verlauf der Arbeit für die BA an einem Punkt angekommen bin, an dem ich wesentliche Lücken entdecke, während ich dachte, jetzt hätte ich alles für Inhaltsangabe und Exposé zusammen. Beim ersten Mal hatte ich mich noch massiv überfordert gefühlt, jetzt bin ich sicher, dass ich auch dieses Mal Antworten finden werde, weil mir das in den letzten Monaten mehrmals gelungen ist. Es scheint vor allem eine Frage des Dranbleibens.

Sich in ein Thema einlesen, eindenken und einbeobachten, Gelesenes und Gedanken zusammenfassen, weiterdenken. Dann einen Versuch machen, um eine Struktur zu erstellen. Erst einmal für das Lehrgebiet. Dann Lücken entdecken, weiterlesen, weiterdenken, schreiben, Schlussfolgerungen im Alltag überprüfen, Neues entdecken, weiterlesen, reflektieren, schreiben, Gespräche führen, Menschen beobachten und befragen. Nicht mehr nur für das Lehrgebiet. Das Umsetzen der Struktur schafft Ordnung und zeigt die Schwächen und Mängel auf. Der Zwang zum schriftlichen Umsetzen der Gedanken macht deutlich wo nicht ausreichend recherchiert, reflektiert und kombiniert wurde.

Und weil ich all das getan habe, bin ich jetzt bei den Fragen nach den Konsequenzen angekommen. Was ergibt sich aus dem ganzen Wissen?

Wohlfühlbildung – so wie die auf Emotionen zielende Werbung, wie Shopping-Malls mit Wohlfühlatmosphäre, passgenaue Angebote, die Werbung interessant machen, emotionale Usability bei Prozessen und Gegenständen – die Ausrichtung von Produkten, der Umgebung und der Ausführenden auf eine angenehme emotionalen Verfasstheit, um zielorientierter lehren und lernen zu können? Wobei sich durchaus auch die Frage nach der Art des Ziels stellt.

Training – Sozial-emotionales Kompetenztraining, Kurse zur Bewältigung von Angst- und Panikstörungen, Resilienzförderung, Burnoutbewältigung, emotionale Entlastung durch Zeitmanagement, Meditations- und Entspannungstechnniken – um als Individuum mit belastenden Bedingungen besser umgehen zu können? Wobei sich die Frage stellt, wie weit das Individuum selbst dabei und dadurch Einfluss auf die Bedingungen und ggf. ihre Änderung hat.

Emotionen als Informationsquellen – mit welchen Mitteln?  Wie implementiert? Wie weit funktionieren Ansätze wie RULER, wie weit ermöglichen sie den Ausdruck tatsächlich vorhandener Emotionen und nicht nur sozial erwünschter? Wie sieht es mit dem Recht des Individuums auf Verweigerung aus, wenn es darum geht sein Innerstes preis zu geben? – um sich selbst als Individuum, den anderen und die Welt besser zu verstehen?

Emotionen als zu Formendes und Geformtes – Emotionen in Bildungsinhalten, Emotionen und Moral und Ethik, Fragen nach zu fördernden und zu bremsenden Emotionen, Emotionen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Werten, Gepflogenheiten und Gewohnheiten, mit Menschenrechten sowie mit in der Verfassung formulierten Rechten – mit dem Ziel Bildung, Zivilisation und gesellschaftliche Entwicklung im sozialen Bereich, aber nicht nur dort, voranzubringen?

Es ist eine erste Systematik. Ich habe in meinem Studium gelernt, dass es zu bildungswissenschaftlichen Fragestellungen gehört nach den Konsequenzen und auch nach der Anwendung zu fragen. Was ist das Problem, wodurch entsteht es, wo will man hin und wieso, auf welchem Weg erreicht man das und welche Probleme und Schwierigkeiten können dabei auftreten?

And Now for Something Completely Different:

Empathie ermöglicht es sich in den anderen hineinzuversetzen und sein Handeln aus dessen emotionaler Disposition heraus zu verstehen. Es ist die Ebene, die es ermöglicht, jeden anderen wie sich selbst zu lieben. Nach meinem Wissen sind es mindestens zwei Weltreligionen (Christentum und Buddhismus), die in ihren Lehren Wert auf die Entwicklung dieser Befähigung legen. Bei den anderen kenne ich mich nicht ausreichend aus.

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