Bildungsmäuschen

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Emotionswissenschaft?

Inzwischen bin ich an einem Punkt angelangt an dem ich mir eine eigenständige interdisziplinäre Emotionswissenschaft wünsche, die all die verstreuten Erkenntnisse und Problemstellungen zu Emotionen unter einem Dach ordnen, verbinden, zusammenfassen und weiterentwickeln kann. Gibt es in Deutschland wohl nicht, englischsprachig findet sich allerdings einiges, u.a. ein Wikipedia-Artikel zu Affective Science. Dort finde ich auch ein Zitat, das in einem direkten Zusammenhang zu dem steht, was mich in Bezug auf bildungswissenschaftliche Themen beschäftigt.

„Research over the last two decades suggests that many phenomena, ranging from individual cognitive processing to social and collective behavior, cannot be understood without taking into account affective determinants (i.e. motives, attitudes, moods, and emotions).“ Wikipedia, Affective Science, Stand 27.1.2016, ursprünglicher Text unter  http://spl.stanford.edu/pdfs/2013/Gross%20SAS%20Emotion.pdf verfügbar

Der ursprüngliche Artikel verhilft mir zur Kenntnis davon, dass es eine International Society of Research on Emotion (ISRE) gibt, die u.a. ein vierteljähriges Journal, die Emotion Review, herausgibt. Ich werde ganz aufgeregt und lade mir einen Probeartikel zu Emotion, Emotion Regulation, and Conflict Resolution herunter. Nach und nach beginne ich die Texte zu lesen.

„After decades of research, it has become clear that affect is a central feature in almost all phenomena that are labeled “mental” and some that are labeled “physical,” including (among others) the following: most if not all categories of mental illness, health and physical illness, resilience to stress and well-being, immune function, memory, marketing, attitudes, stereotyping and prejudice, interpersonal relationships, verbal communication, negotiation strategies, judgment and decision-making, financial decision making, predicting the future, work motivation, politics, aesthetics, and personality. Affect can serve as the basis for moral judgments of right and wrong. Affect even influences perceptual processing in fundamental ways. As a consequence, affective science represents an opportunity for scientific synthesis and discovery across a variety of phenomena and levels of analysis.“Gross & Barett, 2013

Für einen Moment fühle ich mich in meinem persönlichen Paradies. Vorgestern hat es mich schon ganz kribbelig gemacht zu entdecken, dass es ein Buch über ein Gespräch zwischen Paul Ekman und dem Dalai Lama zu Emotional Awareness gibt. Ich kann die Akzeptanz der sich eröffnenden Verbindungen in mir bestimmen, durch die dieser vorübergehende Zustand in mir ausgelöst wird. Erkenntnisse des Buddhismus treffen auf anthropologisch-psychologische Erkenntnisse, Emotionstheorien und Forschung werden mit allen relevanten Bereichen verknüpft. Genau dafür wird die interdisziplinäre Arbeit mit der Ausrichtung auf Emotionen benötigt.

„In particular affective science includes psychology, neuroscience, sociology, psychiatry, anthropology, ethology, archaeology, economics, criminology, law, political science, history, geography, education and linguistics. Research is also informed by contemporary philosophical analysis and artistic explorations of emotions. Emotions developed in human history make organisms to react to environmental stimuli and challenges.“ Wikipedia, Affective Science, Stand 27.1.2016

2012 wurde die Society for Affective Science gegründet.

„More than a century ago, Wilhelm Wundt described affect as a fundamental ingredient of the human mind (Wundt, 1897). We now know he was right.[…] These are exciting times in affective science, and it is very clear that the best is yet to come.“ Gross & Barett, 2013

Und ich finde auch die Beschreibung eines für mich grundlegenden Problems bei der Verwendung von Emotionstheorien in der Bildungswissenschaft.

„… one of the first challenges of affective science is to reach consensus on the definition of emotions.“ Wikipedia, Affective Science, Stand 27.1.2016

Mir bleibt nur noch zu bedauern, dass ich nicht jemand anders bin als ich nun einmal bin. Vielleicht reicht es aber für einen Fensterplatz auf der Empore.

Referenzen:

Gross, J.J. & Barrett, L.F. (2013). The Emerging Field of Affective Science. In: Emotion, 2013, Vol. 13, No. 6, P. 997–998. Washington, D.C.: American Psychological Association.

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