Bildungsmäuschen

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Wechselhafte Emotionen

Die letzten Tage waren in Bezug auf die Veränderung von Emotionen extrem rätselhaft. Da sich die äußeren Grundbedingungen im Verlauf des Wochenendes kaum geändert haben, war meine Aufmerksamkeit vor allem auf meine Einschätzung gerichtet wie ich vorgegebene Aufgaben bewältigen kann, die ich mir als Selbstverpflichtung auferlegt habe. Die Einschätzung erfolgte über die begleitenden Emotionen. Diese förderten oder erschwerten dabei das Vorwärtskommen und die Motivation für die Arbeit.

Seit zwei Wochenenden versuche ich „Nägel mit Köpfen“ bei diesen Aufgaben zu machen. Bisher mit recht wenig Erfolg. Ich bleibe immer wieder in neuen Recherchen und Fragen stecken oder bin mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert. Auffällig waren an diesem Wochenende Wechsel in meinen Einschätzungen, für die ich keinen Auslöser gefunden habe, und dann wieder Wechsel, die ich auf ganz konkrete Auslöser zurückführen konnte. Gestartet habe ich mit Frustration darüber, dass ich nach so langer Zeit des Bemühen immer noch keine Zusammenfassungen auf die Beine gestellt bekomme.

Täglich habe ich einen Zeitraum für das Lesen aktueller interessierender Feeds reserviert. Darunter befand sich gestern der Link zu einem Magazin des Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, das an Eltern und Lehrer gerichtet ist und kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Titel: Warum Freude am Lernen wichtig ist.

Inzwischen bereitet es mir sehr viel Freude solche und ähnliche Texte auf die darin sichtbar werdenden Einschätzungen von und Haltungen zu Emotionen zu untersuchen. Es ist eine konkrete und überschaubare Anwendungsübung. Ich will diesen speziellen Text jetzt nicht analysieren, nur soviel, ich kenne für solche Zeitschriften den Begriff „Blümchenzeitschrift“ wegen ihrer Ausrichtung auf die Erzeugung des Eindrucks einer heilen Welt, in der alle Konflikte, wenn sie denn überhaupt sichtbar gemacht werden, ein positives Ende finden.

Die Artikel lassen durchaus eine Menge Erkenntnisse zu Emotionen sichtbar werden, wegen ihrer Ausrichtung auf eine heile Welt kitzeln sie aber den Widerspruch und die Suche nach dem was fehlt bei mir massiv heraus. Von den im Magazin verbreiteten Informationen kann angenommen werden, dass sie viele Personen im schulischen Bereich erreichen. Dabei werden Vorstellungen weitergetragen, die ich in einer problematischen Weise als unvollständig einschätze. Vielleicht sind es solche Konfrontationen, die mich stetig vorwärts treiben und an diesem Wochenende dann doch wieder etwas an meinem anfänglichen emotionalen Zustand geändert haben. Der Wert und die Bedeutsamkeit meiner Bemühungen wurden gesteigert. Höherer Wert und höhere Bedeutsamkeit bedeuten in diesem Fall angenehmere Emotionen und daraus hervorgehend mehr Motivation. Eine eigenartige Erscheinung ist dabei, dass ich mich immer stärker auf ein einsames Vor-mich-hin-arbeiten einrichte und mich damit zufrieden gebe. Etwas, das ich in seiner Bedeutung noch nicht so ganz analysieren kann.

Eine weitere Veränderung zu angenehmeren Emotionen konnte ich unmittelbar beobachten. Die kleinste meiner Aufgaben ist die Teilnahme mit Abschluss an einem zweiwöchigen MOOC, der für jede Woche ein Essay als Hausaufgabe beinhaltet. Diese Aufgaben haben mir durch ihre unklare Aufgabenstellung bisher unerwartet viele Probleme bereitet, die mit unangenehmen Emotionen begleitet waren. Bei der ersten Aufgabe habe ich das Problem damit gelöst, dass ich sie für mich bedeutungsvoll gemacht habe, indem ich das untersucht habe, was für mich in dem Themenfeld ein Problem darstellt. Das Ergebnis war Zufriedenheit und Motivation für eine weitere Beschäftigung mit den Inhalten.

Es ist ein freiwilliger MOOC, also soll er für mich als Lernerin einen Erkenntnisgewinn bringen und muss nicht die Suche nach der gewünschten, aber für mich wenig bedeutungsvollen Lösung sein. Wie einer meiner Peer bemängelte, ist mein Herangehen nicht ganz das was die Aufgabe nahe gelegt hat, ich habe aber zu meinem Erstaunen trotzdem die maximale Punktzahl, einen Bonus für korrekte Selbsteinschätzung und einen Vorschlag für die Best-of-Galerie bekommen. Scheinbar wegen der verwendeten sprachlichen Darstellung. Und das für einen englischen Text! *errötendes Staunen*

Die zweite Wochenaufgabe bestand in der Fortführung, Verbesserung und Anwendung der ersten Aufgabe und ich habe Stunden darüber gesessen ohne voran zu kommen. Und das an einem Wochenende an dem ich auch mit anderem nicht voran gekommen bin. Ergebnis: sehr unangenehme Emotionen. Das Interesse am MOOC und den Inhalten sank, vor allem meine Selbstverpflichtung und die Kürze des MOOCs ließen mich nicht aufgeben. Von Seiten der Betreuenden gab es in den Foren den Hinweis, dass man das Feedback der anderen zur Verbesserung nutzen könne. Daher habe ich auf diese Ergebnisse gewartet, und weil ich endlich fertig werden wollte, habe ich wegen der unexakten Zeitangaben zum Schluss halbstündig nachgeschaut.

Seitdem ich das Ergebnis meiner Peer-Bewertung kenne, fühle ich mich aufgewertet, bin motiviert eine gute Arbeit abzuliefern, habe ein wenig Angst das nicht zu schaffen, bin dafür offen das Peer-Feedback zu nutzen und die gewünschten Vorgaben zu erfüllen.

Emotionen. Es ist kompliziert mit ihnen, wie sie auftreten, wie sie wirken und wie sie sich verändern. Wie sie Arbeiten und Lernen begleiten, beeinflussen, erleichtern und erschweren. Wie auf sie eingewirkt wird, durch Situationen, durch Gegenstände, durch andere Menschen, durch andere Lebewesen, durch die eigene Person. Welche Informationen sie liefern und wie mit diesen verfahren wird. Emotionen können als eigenständige Beobachtungsebene behandelt werden.

Durch die Flüchtlingsdebatte ausgelöst lässt sich Ausdruck und Umgang mit Emotionen augenblicklich in einer sehr spezifischen Weise beobachten. Immer wieder wird für mich dabei ein Mangel an Reflexion über Emotionen sichtbar. Dagegen Aufputschen von Emotionen und Vertrauen darauf, dass Emotionen verlässlich sind und korrekte Aussagen liefern.

Genau das was der Nationalsozialismus gefördert hat…

So einfach ist das aber nicht. Aber wie ist es?

Es gäbe in Bezug auf Emotionen gerade momentan viel zu analysieren…

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