Bildungsmäuschen

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Zusammenfügen

Erkältungszeit und mich hat es so stark erwischt, dass ich alle Aktivitäten fern meines Sofas auf ein Minimum beschränke. Ich denke an die Werbungen, die versuchen meine Emotionen zu beeinflussen, um mir zu vermitteln, ich müsse nur das richtige Medikament nehmen und dann wäre ich wieder fit und leistungsfähig. Und genau so müsse ich mich auch verhalten, denn das sei der richtige, der moderne Weg.

Ich bin froh, dass ich erkältet sein darf. Dass ich krank sein und mir eine Auszeit gönnen darf. Es ist unangenehm, ja, für einen Moment falle ich aber aus allem heraus, lasse los und mich treiben.

Das Netz ist ein fantastisch Ding. Und die uns zur Verfügung stehende Hardware ist es auch. Richtig magisch. Bei hochgedrehter Heizung, unter zwei Decken frierend, stoße ich unter Verwendung eines winzigen Gerätes namens Smartphone und einer so grandiosen Erfindung wie einer WLAN-Verbindung zur Kontaktaufnahme mit der Fülle an Informationen der Welt (meine erste Begegnung mit Rechnern stammt aus den 1980ern, das waren diese Teile, die zur Kühlung in extra Räumen untergebracht wurden und nicht für die Verwendung von Privatpersonen gedacht waren) auf einen Namen der mein Interesse weckt. Aaron Swartz. Und auf einen Film. The Internet’s Own Boy.

Über 100 Minuten. Ich bin krank, ich habe Zeit, ich brauche Ablenkung. Am Ende des Films heule ich und weiß wieder, was für mich am Netz so bedeutungsvoll ist. Es ist alles wieder da, die Partizipation, das Engagement, der offene Zugang zu Informationen und die Möglichkeit von Bildung für alle. Hervorleuchtend zwischen wild wucherndem Konsum und alles vereinnahmender Ökonomie. Das Netz enthält von seiner Struktur her die Möglichkeit des Zugangs zum Wissen der Welt von jedem Ort der Welt aus. Das kann so sehr das Leben verändern und es ist gut so. Dieser Zugang zu Bildungsmöglichkeiten muss grundsätzlich für alle in gleichem Maß möglich sein. Es gibt genug andere Unterschiede, die eine gleiche Nutzung erschweren oder verhindern.

Die Emotionen sind selbstverständlich auch da und die Problematiken von Differenz. Außerdem die Bedeutung des Nach-Denkens, bzw. der Reflexion und die Ideale der Aufklärung. Es fügt sich alles zusammen. Menschen brauchen das, dieses Sinn-Machen.

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