Bildungsmäuschen

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Nach der PV auf der Wewelsburg

Nach der Präsenzveranstaltung Erziehen um zu Diskriminieren auf der Wewelsburg ist einiges ein bisschen anders. Veränderungen und wodurch sie entstanden sind, das ist nicht immer leicht zu beschreiben, auch diese Mal werde ich nicht so recht schlau daraus. Ich habe ein paar Tage verstreichen lassen, andere Lerninhalte in mich eingefüllt und blicke jetzt noch einmal auf das zurück, was als bedeutsam hängen geblieben ist.

Es sind vor allem zwei Aussagen:

  1. Ungleichheit zwischen Menschen ist nicht an sich das Problem, Probleme ergeben sich aus der Annahme, dass Ungleichheit gleichzeitig Ungleichwertigkeit bedeutet.
  2. Wirklichkeit wird innerhalb einer Gesellschaft konstruiert. Auch das stellt kein Problem an sich dar. Probleme können sich allerdings durch den Inhalt der jeweiligen Wirklichkeitskonstruktion ergeben. Wer oder was wird dadurch benachteiligt, beschädigt, deformiert, gekränkt usw., wird dabei also geschädigt oder eingeschränkt. Schule ist untrennbarer Bestandteil dieser gesellschaftlichen Wirklichkeitskonstruktion.

Dazu kommt noch:

  • Die Aufklärung war darauf ausgerichtet einen idealen Menschen zu erschaffen. Daraus hat sich in bester Absicht ein rassistisches Weltbild entwickelt, das von den Nazis in spezifischer Weise differenziert wurde. Kant kann bereits den Kritikern der Aufklärung zugerechnet werden.
  • Ein Klassenzimmer ist genauso wie eine Betreuungsgruppe von Kindern ein Ort der Emotionen.
  • Ich verfüge über spontane Rituale zum Ausdruck von starken Emotionen, die ich allerdings in der Regel nur sehr versteckt verwende, wenn ich dabei beobachtet werde.

Es sind persönliche Listen. Die erste Liste stellt eine mich momentan zufriedenstellende Ausgangsbasis dar, die zweite Liste verweist auf das womit ich mich weiter beschäftigen möchte.

Die PV hat mir sehr viel Klarheit vermittelt. Wie sie das gemacht hat? Es war das Zusammenwirken von Ort, Referaten und Menschen. Es hat mir ermöglicht diese ganzen „Naziwelten“ hinter mir zu sehen, in der Vergangenheit. Weiterwirkend, ja, aber mir ist bewusst geworden wie viele Menschen daran gearbeitet haben und weiter daran arbeiten sie zu überwinden oder vielleicht auch nur ihr Weiterwirken abzuschwächen. Und dass es vollkommen berechtigt und vielleicht sogar eine Pflicht ist auf Faktoren hinzuweisen und gegen sie anzugehen, die den „Nazigeist“ fördern.

Mich hat das beruhigt. Und bei einer Fortbildung zum Down-Syndrom, in der auf den momentanen Stand der Frühdiagnostik und ihre Folgen eingegangen wurde, konnte ich eine Verbindung herstellen und habe sie auch geäußert. In gewisser Weise kann ich mich jetzt entlastet meinem eigentlichem Interesse zuwenden. Und das ist zu einem beträchtlichen Teil die Sortierung dessen, was da so alles mit den Emotionen los ist. in Bezug auf Bildung selbstverständlich.

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