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Online peer assessment: effects of cognitive and affective feedback

Zur Information über das bei den Teaching for Learning Kursen verwendet Peer Assessment in seinem Effekt für das Lernen steht inzwischen der Link zu einer Studie zur Verfügung, die  2011 veröffentlicht wurde.

Die verpflichtenden Kommentare zu den Blogs der anderen Studierenden im Modul 3B könnten ebenfalls in diesem Sinne betrachtet und genutzt werden.

Sag bloß nicht dass es einfach ist

So, jetzt wurde ich kalt erwischt! Zu Beginn meiner Teilnahme an englischsprachigen Kursen mit der Aufgabe ein Essay anzufertigen war ich nur stolz, wenn ich das mit einer passablen Punktzahl geschafft hatte. Aber die Ansprüche steigen nun einmal mit dem eigenen Wachstum und der Ausweitung von Kenntnissen.

Mein erstes Essay beim Kurs Teaching for Learning 7 war ein Wagnis, weil ich dort im zweiten Teil der Fragestellung sehr soziologisch-bildungswissenschaftlich argumentiert hatte, was nicht der Argumentationsstruktur des Kurses entsprach. Von zwei der drei bewertenden Peers habe ich Feedback bekommen. In dem einen Fall wurde ohne weitere Begründung ein Text ohne Zwischenfragen bevorzugt, was für mich nicht weiter hilfreich war, da ich die von mir gewählte Form angemessen finde. Das zweite Feedback hatte es aber in sich. Meine beiden bildungswissenschaftlich-soziologischen Argumente wurden  ausdrücklich erwähnt und als wertvoll für eine Beachtung bewertet, dafür bekam ich nachgewiesen, dass ich den ersten Teil der Frage nicht wirklich beantwortet hatte.

Das war so unerwartet, dass es mich zu diesem Blogeintrag getrieben hat. Es ist nicht das erste Mal dass ich mit einem Essay sehr zufrieden war, die Peers das aber anders sahen und auch eine Begründung lieferten. Der umgekehrte Fall ist allerdings ebenfalls schon eingetreten. Essays, die ich selbst nicht mochte, bekamen eine gute Bewertung. Ich habe den Eindruck je internationaler Kurse sind, umso stärker differieren die Vorstellungen der Teilnehmenden.

Nun sitze ich also da und fühle mich sehr merkwürdig. Der Teil von dem ich dachte dass er genau dem Gewünschten entsprochen hat ist mangelhaft, und das ist mir noch nicht einmal aufgefallen. Und die Gedanken, die ich für mich selbst inspirierend waren bei denen ich aber Angst hatte dafür Ablehnung zu erfahren, waren von Interesse! Ich fühle mich relativ hilflos verwirrt.

Gut, ich habe genug Punkte: 20 von 30 möglichen. Aber darum geht es jetzt gar nicht. Es geht um den großen Anteil von Spekulativem auf dem meine Annahmen beruhen. Mit dem Feedback des einen Peers wird es mir bewusst. Annahmen was gewünscht ist und Annahmen was nicht gewünscht ist. Wie ich mein eigenes Werk in einen Vorstellungsrahmen eingeordnet habe und völlig daneben lag. Die Art wie der eine Peer formuliert hat, macht ihn für mich selbst glaubwürdig. Er hat einen Fehler entdeckt, der mir selbst nicht aufgefallen ist, und er konnte die Bedeutung der vorgebrachten Argumente erkennen. Und das geschieht in einem kostenfreien Online-Kurs auf einer international genutzten Plattform, aber nicht an meiner Uni.

Da sitze ich nun und frage, was das zu bedeuten hat. Irgendwie ist gerade etwas in meinem Weltbild durcheinander gerutscht. Hier bekomme ich ein hilfreiches Feedback. An meiner Uni wurschtele ich alleine, schreibe eine Hausarbeit, bekomme sie bewertet – und das war es dann mit dem Modul. Alles weitere liegt allein bei mir.

Irgendetwas stimmt dabei nicht. Erneut wünsche ich mir meine Unimodule mehr wie MOOCs. Oder vielleicht eine Mischung, denn intensiv an einer Hausarbeit zu schreiben hat sehr viele gute Aspekte. Eine gute Mischung aus Struktur und Offenheit, mit genug Gelegenheiten für einen Austausch mit anderen Studierenden, und mehr Wahrnehmungsmöglichkeiten von dem was sie tun, und zusätzliche kleinschrittige Aufgaben. So etwas wie auch bei den LdL-MOOCs geschieht. Der Rahmen eines Ablaufs, der aber asynchron zur Verfügung steht, mit begleitenden Aufgaben, die Vergleich und Austausch ermöglichen und zu Sammlungen und weitergehendem Nachforschen inspirieren, zur Kommunikation und zum Teilen. Zum Schluss stellt das Ganze dann meinetwegen die Basis für eine größere Abschlussaufgabe dar. So langsam formen sich für mich Bilder von Möglichkeiten, die für mich lernfördernd sind.

Kurz zwischendurch: Metaanalyse zu digitaler Demenz

Appel & Schreiner (2014). Digitale Demenz? Mythen und wissenschaftliche Befundlage zur Auswirkung von Internetnutzung

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse einer Metaanalyse. Quelle: http://www.uni-koblenz-landau.de/landau/fb8/ikms/person/appel/2013_appel-schreiner_digitale-demenz.pdf

  1. Mythos Internet und die Reduzierung sozialer Interaktion: Kein sicherer Beleg für einen Zusammenhang zwischen Internetnutzung und der Reduzierung sozialer Interaktion.
  1. Mythos Internet und die Verringerung gesellschaftlicher Partizipation: Mehr Internetnutzung ging mit mehr Engagement einher.
  1. Mythos Einsamkeit durch Internetnutzung: Die These, dass Internetnutzung mit mehr Einsamkeit einhergeht, ist empirisch nicht gestützt.
  1. Mythos Bildschirmmedien und Fettleibigkeit: Der Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Übergewicht konnte auf der Basis der meta-analytischen Daten für Fernsehen gesichert werden, für Computerspiele waren die Ergebnisse nicht signifikant.
  1. Mythos negative oder keine Effekte von Computer-unterstütztem Unterricht:
  • Im Mittel zeigten Blended-Learning-Lernarrangements höhere Lernerfolge als face-to-face Lernen.
  • Reine Online-Settings waren dem traditionellen face-to-face Unterricht nicht überlegen.
  • Besonders effektiv ist das Lernen vor dem Bildschirm, wenn es kooperativ erfolgt, das heißt, wenn gemeinsam gelernt wird sowie wenn die Instruktion aktiv durch Lehrende unterstützt wird.
  • Völlig selbstständiges Lernen am Computer hat, verglichen mit traditionellem Lernen, keinen signifikanten positiven Effekt.
  1. Mythos Wirkungslosigkeit von computerbasierten Lernspielen: eine durch Computerspiele angereicherte Lehrform zeigte sich dem traditionellen Unterricht überlegen, wobei unterschiedlich deutliche Wirkungen je nach Spielgestaltung zu verzeichnen waren.
  1. Mythos Computernutzung und verringerte schriftsprachliche Kompetenzen: lassen den vorsichtigen Schluss zu, dass die Textproduktion am Computer keine Minderung der Textqualität zur Folge hat.

Kurzer Blick auf Auswirkungen des LdL MOOC

Auf der Facebookseite des LdL-MOOC ist es recht ruhig geworden seitdem sich Jean-Pol Martin mit Beiträgen zurückhält und es weitgehend den Teilnehmern überlässt Beiträge zu erstellen. Ein paar Rückmeldungen zu Anwendungen oder Anwendungsabsichten für LdL sind gekommen und ich bedauere es in meinem Fall, dass ich momentan keine Pläne zur Anwendung verfolgen kann. Ein wenig fühle ich mich auch am falschen Platz, da ich den Eindruck habe, dass sich primär Lehrende mit beneidenswerten Anwendungsmöglichkeiten zu Wort melden. Ich habe dagegen als momentan ausgelastete Studierende der Bildungswissenschaft sowie Kinderbetreuerin in einer Grundschule mit geringem Zeitumfang nur sehr begrenzte zeitnahe Verwendungsmöglichkeiten. Weiterhin knabbere ich noch immer an meiner Rassismusauseinandersetzung herum, die mich häufig blockiert. Insgesamt fühle ich mich dadurch ein wenig randständig und von bestimmten Aktivitäten ausgeschlossen.

Allerdings hat auch bei mir der MOOC Spuren hinterlassen. Verstärkt sehe ich weiterhin meine betreuten Schüler als Lernende und nicht nur Betreute und erweitere zusätzlich das was ich bereits aus Zeit- oder Verfügbarkeitsgründen getan habe. Ich habe bereits versucht die Schüler verstärkt zu animieren sich interessierende Materialien eigenständig und mit anderen gemeinsam zu erarbeiten und versuche nun stärker darauf hinzuwirken, dass sie ihr erworbenes Wissen danach auch an andere weitergeben. Dabei bin ich darauf gestoßen, dass es im Freizeitrahmen der Betreuung Kinder gibt, die andere Kinder als Lehrer ablehnen. Es gibt dabei Fällen in denen bestimmte Kinder als Vermittelnde nicht gewünscht werden auch wenn die sich mit Freude anbieten (die ist blöd, den mag ich nicht), in anderen Fällen möchten Kinder Erwachsene als Vermittler (du kannst das viel besser).

Dabei habe ich gerade gestern einen Grundschüler beobachten können der sonst häufig auffällt, da er mit nervenden Aktivitäten Kontakt zu anderen Kindern sucht. Dieser führte ausgesprochen kompetent, fürsorglich und freundlich sowohl anderen Kindern als auch mir eine Falttechnik für einen Schnappi (Origamiarbeit) vor, an die sich niemand sonst erinnern konnte und die auch in keinem Buch aufgezeichnet war (Internet steht uns nicht bei spontanem Bedarf zur Verfügung). Und nicht nur das. Nach der Vorführung ging er herum und griff sehr gekonnt an Stellen ein, an denen wir anderen Probleme hatten. Genau dieser Junge schien beim Unterrichten anderer aufzublühen und etwas zu finden, das ihn sehr zufrieden wirken ließ.

Waren meine Vorstellungen in der Vergangenheit durch meine Vorgängerinnen stark davon geprägt, dass ich Angebote zu machen habe, die von den Kindern nachgearbeitet werden und an diesem Punkt wird es dann belassen, so merke ich inzwischen immer häufiger, dass die Tätigkeit einer Betreuerin bereits viele Elemente enthält, die eine Förderung eigenständigen Lernens anregen können und dass sich die Betreuungssituation gerade in altersgemischten Gruppen sehr gut dafür eignet auch das gegenseitige Lehren im Bereich von Freizeitaktivitäten zu fördern. Dadurch können auch mehr Interessen berücksichtigt und eingebracht werden als für mich allein möglich ist.

Auch bei meinen Vorleseaktivitäten habe ich inzwischen überlegt wie ich die Kinder verstärkt einbeziehen kann. Das gezielt geförderte Lehren durch Lernende ist hier wegen dem jungen Alter der Kinder etwas schwierig. Allerdings hat die Beschäftigung mit LdL auch hier wie bereits die Begegnung mit anderen Lehrkonzepten zuvor weiter gefördert, dass ich die Kinder verstärkt als Teilhabende und nicht nur als Zuhörende einbeziehe. In einer Einrichtung ist so zusätzlich zum Vorlesen ein Büchererkunden des sich inzwischen vergrößernden Buchbestandes entstanden, ausgerichtet an den Erkundungsinteressen der anwesenden Kinder. In diesem Rahmen werden Bücher von Kindern auch gemeinsam betrachtet und entdeckte Lerninhalte geteilt, etwas das zuvor von meiner Seite als Vorlesepatin zur Förderung von Interesse an Büchern wenig Beachtung gefunden hatte.

Insgesamt kann ich  sagen, dass ich das mir momentan Mögliche versuche um einen gewissen Eindruck von der Anwendung zu bekommen, auch wenn mein Rahmen doch nur sehr klein ist. Aber besser ein bisschen als gar nichts.

LdL – Wochenaufgabe#3

Gut – Wochenaufgabe gemacht.  Leider mal wieder sehr leise. (Das wird noch.) Die Aufgabe lautete:

Mit der Stoffsammlung aus der Vorwoche würde ich euch bitten ein YouTube Video zu erstellen. In diesem Video soll eine LdL Unterrichtseinheit konzipiert werden, die einem Lehrer ermöglicht zusammen mit der Stoffsammlung aus Woche 2 eine LdL-Einheit zu unterrichten.

 

 

Ich habe das jetzt in Hinblick auf meine Möglichkeiten zugeschnitten und mit einer Ungewissheit über die Menge der Teilnehmer. Ich bin bei meinen Berechnungen von 8 möglichen Gruppen ausgegangen, das wären dann 5 Minuten pro Gruppe, was mir erst einmal zu wenig erscheint, wenn es mehr als eine Person ist, aber das ganze Konzept ist zeitlich flexibel gehalten, so dass Verschiebungen aufgefangen werden können. Mit dem Produkt bin ich grundsätzlich zufrieden.  Hier noch einmal die Stoffsammlung: Unterrichtseinheit zum Thema Comic inspiriert vom LdL Konzept.

 

Befragungsmethodik bei Coursera

In seinem Format interessant finde ich ein spezielles Befragungstool für Teilnehmer von Courserakursen. Auf der persönlichen Dashboardseite ist rechts eine Spalte für neue Updates und personalisierte Kursempfehlungen angeordnet. Auf dem Rest der Seite werden die aktuell belegten Kurse angezeigt. Ab und an erscheint nun oberhalb der Kursempfehlungen relativ unauffällig ein kurzer Block mit Fragen, das letzte Mal zur Beliebtheit und dem Zeitaufwand von Aufgaben und Übungen. Sie lassen sich immer schnell beantworten und bestehen in der Regel aus etwa zehn nacheinander aufzurufenden Frageblöcken, die ein sofortiges Feedback in der Form von Balkendiagrammen zur bisherigen Verteilung der Antworten beinhalten. Da der Frageblock so unauffällig gestaltet ist, fällt er wenig ins Auge und kann daher leicht übersehen werden, drängt sich daher aber auch nicht auf und betont im Design die Freiwilligkeit. Hat man mit der Beantwortung aber einmal begonnen, ist die Gestaltung durchaus motivierend um alle Fragen bis zum Ende anzuklicken.

Mit diesem Tool können sehr schnell über aktive Teilnehmer Meinungsbilder erstellt werden, die zusätzliche Argumente  für Änderungsentscheidungen zur Verfügung stellen. Auch für Teilnehmer sind diese Statistiken interessant, da sie die Möglichkeit beinhalten sich selbst mit den eigenen Gepflogenheiten und Problemen innerhalb der Gruppe der antwortenden Teilnehmer/innen einzuordnen. Ich bin manchmal sehr überrascht in welchen unerwarteten Verteilungsgruppe ich mit meinen Antworten lande. Außerdem lässt sich über die Befragungen ein Eindruck gewinnen, welche Aspekte gerade im Fokus von Verbesserungsbemühungen stehen. Ein sehr dynamisches Werkzeug!

Hilfegesuche

Lernen als auch Rassismus sind für mich immer noch große Mysterien. Darüber zu lesen, nachzudenken und zu schreiben erweitert und strukturiert allerdings das Wissen. Genauso wie darüber zu reden oder Bilder und Diagramme zu erstellen.

Gestern habe ich spontan zwei neue Dinge ausprobiert um zu Wissen zu gelangen. In beiden Fällen war ich auf die Mitwirkung anderer angewiesen und in beiden Fällen wurden es sehr interessante Erfahrungen.

 

Bezogen auf den Rassismus habe ich mein Bild Schaumschlägerküsse in einer passenden Facebookgruppe gepostet, es in den Zusammenhang mit meiner Auseinandersetzung mit Rassismus gestellt und nachgefragt ob jemand Lust auf einen Kommentar hat. Die Gruppe ist klein, hat 46 Mitglieder von denen sich nur wenige bemerkbar machen, ich habe aber von dreien Antworten bekommen, und die waren für mich höchst aufschlussreich.

Schläger, Gewalt, bitter-süß, Widerspruch, schwarz-weiß, verdeckter Mut, auf wen bezieht sich Wortspiel?, Rassisten = Schaumschläger?, wer bekommt den Kuss? kann ich dabei herausfiltern und obwohl ich zuerst dachte die anderen assoziieren vor allem offenen Rassismus dabei, merke ich beim zweiten Blick, dass die Widersprüchlichkeit schon durchgedrungen ist, die ich selbst ausgelöst durch die Betrachtung der anderen herauslese.

Mir wird klar, dass ich Symbole gewählt habe die von denjenigen stammen, die man als Antirassisten bezeichnen kann. Es ist vor allem die Frage danach wie weit Menschen, die auf der einen Seite gegen Rassismus auftreten, auf der anderen Seite vor sich selbst oder nur vor anderen verborgen rassistische Vorstellungen hegen. Mir geht es nicht so sehr um die offenen Formen des Rassismus, sondern um das was sich als selbstverständlich im Alltag verkrochen hat. Es geht um Strukturen in denen der politisch korrekt verwendete Schaumkuss mit Vorstellungen vom Wert von Menschengruppen für die Gesellschaft verknüpft ist, wobei diese Werte von der dominierenden Gruppe zu ihrem Gunsten bestimmt werden.

Laut Wikipedia orientieren sich die im Bild verwendeten Schulen ohne Rassismus an Artikel 21 der am 1. Dezember 2009 in Deutschland in Kraft getretenen Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

„Diskriminierungen, insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung, sind verboten.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Schule_ohne_Rassismus_–_Schule_mit_Courage)

Alles unter dem Dach des Rassismus – warum? Es rührt für mich erneut an der Frage warum ich so sehr auf den Rassismusbegriff konzentriert bin.

Doch zurück zum Posten. Verwendet habe ich hier eine aus Kunsttherapie und Selbsthilfe stammende Methode des Erkenntnisgewinns durch selbsterstellte Bilder in einer internettauglichen Form. Einerseits das rein digital erstellte Bild im Gegensatz zum gemalten, gezeichneten, geklebten, andererseits die virtuelle Gruppe statt dem Kreis körperlich anwesender Menschen. Die Übertragung ist geglückt.

 

Die zweite Aktion entstand aus Unzufriedenheit mit dem Peergrading in einem MOOC. Bei zwei eingereichten Essays, die ich selbst beide ähnlich gut bewertet hatte, erhielt ich im ersten Fall unerwartet die volle Punktzahl, im zweiten Fall aber nur 19/30. Dabei war für mich nicht die von meiner eigenen Einschätzung abweichende Punktzahl das Problem, sondern die mangelnde Begründung. Inzwischen geht es mir auch bewusst um weit mehr als darum ausreichend Punkte für eine Teilnahmebescheinigung zu bekommen oder eine Auseinandersetzung mit mir selbst zu führen. Ich möchte wissen was ich gut und schlecht gemacht habe, wie mein Beitrag von anderen wahrgenommen wird. Ich möchte Feedback aus dem ich lernen kann. Nachdem die Wirkung von Feedback in einem MOOC so intensiv war, dass ich weinen musste, weil ich an dem Geschriebenen erkennen konnte wie zutreffend meine Informationen von den anderen verstanden worden waren, gehe ich mit Feedback anders um und stecke selbst mehr Bemühen dort hinein.

Ich wollte also mehr Feedback. Daraufhin habe ich kurzerhand einen Thread aufgemacht und mein Essay gepostet, die Situation geschildert und gefragt, ob jemand anderer mir ein nützlicheres Feedback geben kann. Ich habe es bekommen und nicht nur das. In dem Thread haben sich andere zu Wort gemeldet, denen es ähnlich wie mir ergangen ist und das Bild der Situation wurde immer komplexer. Vor allem wichtig aber war die Wahrnehmung dass es andere gibt, die ebenfalls mehr an sinnvollerem Feedback für ihr eigenes Lernen interessiert sind als an einer reinen Benotung nach vorgegebenen Rubriken, die teilweise auch noch schwer auf die eingereichten Arbeiten anzuwenden sind. In dem Thread entstand für mich der starke Eindruck eines geteilten Interesses.

 

Fazit: Ich habe in beiden Fällen gehandelt und genau das bekommen was ich wollte und sogar noch etwas darüber hinaus. Für mich ist es beeindruckend, das so etwas über durch das Ansprechen von Gruppen im Netz möglich ist.