Bildungsmäuschen

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#Bildungsweihnachten, 17. und damit letzter Tag

Der Satz für den letzten Tag stammt bereits vom gestrigen Abend und lautet:

Bildung ist ein fortwährender Prozess der Ausdehnung und Erweiterung

Leider habe ich momentan wenig Zeit für ein schriftliches Fazit der Aktion #Bildungsweihnachten. Ich würde sie wiederholen, allerdings nicht öffentlich, da sie viel zu sehr zu einem persönlichen Entwicklungsprozess geworden ist. Gelohnt hat sie sich für mich allerdings sehr, zumal ich nicht mit irgendwelchen Erwartungen an ein Ergebnis damit begonnen hatte, und ich kann empfehlen sich einmal auf etwas Ähnliches einzulassen, wenn man sich zu einer solchen Form der inneren Erkundung hingezogen fühlt.

Wie ich in den letzten Tagen bereits vermutet hatte, macht sich die Perspektivänderung auch bei meiner momentan für das Studium in Arbeit befindlichen Reflexion für das Modul 3B bemerkbar. Diese Arbeit wird andere Aspekte betonen als zuvor, und sie wird mehr in Blick auf Bildung hin reflektieren als mir das zuvor möglich gewesen wäre. Inzwischen sind auch eine ganze Reihe von Vermutungen aufgetaucht, was weitere Auswirkungen in der Zukunft sein könnten. Ich kann Umbauprozesse in meinen Vorstellungen feststellen, bei denen sich zeigen wird, ob und welche Auswirkungen sie auf mein weiteres Denken und meine Wahrnehmung haben werden und wie dauerhaft das sein wird. Meine Vorstellungen beginnen damit Erscheinungen in der Gesellschaft in Kategorien aufzuteilen und verschiedenen Teilbereichen zuzuordnen. Was an den Erscheinungen gehört zur Entwicklung, was zur Erziehung, was zur Sozialisation, was zum Lernen, was zur Unterhaltung, was ist dabei Bildung, was sind institutionelle Problematiken und was ist etwas gänzlich anderes.

Ich habe keine guten Vorsätze für das neue Jahr. Ich habe jetzt einen Karton, eine Kiste, ein Paket das herumsteht und mich erinnern kann. Diese Wirkung wird verschleißen, wichtig ist was sich daraus hervortretend in der nächsten Zeit im Denken, in der Einstellung, in der Wahrnehmung, in der Handlung ändern wird. Es wird sich zeigen.

#Bildungsweihnachten 16. Tag

Der Satz für diesen  Tag lautet:

Bildungshunger überwindet viele Hindernisse!

Heute ist der letzte Tag in der Zählung der heiligen Nächte. Morgen gibt es dann noch meinen persönlichen Nachschlag und dafür wünsche ich mir eine rosafarbene Torte mit weißer Sahne.

Im Augenblick wirkt alles wie ein guter Start ins neue Jahr. Schon am Neujahrstag hatte ich das nicht begründbare Gefühl, dass es ein positives Jahr wird. In der Retrospektive war das letzte schrecklich. Interessant und geistig fruchtbar, aber grauenhaft. Erst die Rassismusauseinandersetzung und danach das Modul 3B und seine Überforderung und dann noch die permanenten Auseinandersetzungen mit den dunklen Seiten von Bildungsinstitutionen. Das war anstrengend. Vielleicht liegt genau darin der Grund für meine momentane Ausrichtung. Den Blick ausrichten auf das was wertvoll und erstrebenswert im Bereich der Bildung ist und es zu hegen und zu pflegen, statt wie ein vor Angst erstarrtes Kaninchen vor allem das anzustarren was problematisch scheint.

Noch macht der Vollmond die Nächte hell und der gestrige Tag war zwar kurz, aber voller Sonne und blauem Himmel mit weißen Wolken. Winterlicht und Winterbäume und Wintererde. Und dabei eine Entdeckung mit möglichen Folgen.

Heute startet der offizielle Bearbeitungstermin für die Prüfungsleistung im Modul 3B, und gestern war die UniBib in Kassel nach den Winterferien wieder offen. Ich benutze sie selten, da sie nicht gerade um die Ecke liegt. Ich versuche in der Regel anders an Bücher und Texte zu kommen. Klappt auch meistens gut. Dieses Mal brauchte ich aber einen zwanzigseitigen Text, auf den ich fortwährend Verweise fand. Ich hatte versucht die notwendigen Informationen aus anderen Texten zu gewinnen, die im Netz oder über die FernUniBib als elektronische Ressource für mich frei zugänglich sind, diese taugten dieses Mal aber nicht als Ersatz. Der Text ist im Netz zwar verfügbar und auch als Buch bestellbar, aber nur zu einem vollkommen unangemessenen Preis.

Die Recherche hatte allerdings ebenfalls ergeben, dass der Text in Kassel sogar mehrfach vorhanden ist, zwar in den meisten Fällen nicht verfügbar (wie kann ein Buch bis 2019 ausgeliehen sein?), bei der Berufspädagogik aber gleich zweimal erhältlich. Also gleich am ersten Bibliothekstag ab nach Kassel! Nicht bedacht hatte ich allerdings, dass diese Uni mehrere Standorte hat und es nicht nur die Zentralbibliothek gibt. Wir wurden also aus dem Zentrum wieder ans Ende der Stadt geschickt, und das genau in die Richtung aus der wir zuvor gekommen waren!

Es war nicht ganz einfach den Gebäudekomplex zu finden, der früher einmal gut erkennbar am Stadtrand lag, dann wurde er aber zu einer Entdeckung! Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass bei Mathematik und den Naturwissenschaften ganze Regalreihen von Büchern zu pädagogischen Themen stehen. Und mir war nicht bewusst, dass ich seit Beginn meines Studiums jeden Mittwoch des VHS-Semesters dort ganz in der Nähe vorbeifahre. Darauf hingewiesen hat mich auch niemand. Dabei lässt es sich für mich ganz einfach organisieren. Ein bisschen früher losfahren, kostenlose Parkplätze sind ausreichend sogar in unmittelbarer Nähe des Eingangs vorhanden, zusätzliche Fahrtkosten entstehen nicht, die Bücher können angesehen, gescannt, kopiert und ausgeliehen werden. Für mich eine unerwartete Fundgrube!

Fragen wirft jetzt noch die Scanfunktion der Kopierer auf, die wir nicht nutzen konnte, da wir weder einen USB-Stick noch eine SD-Karte dabei hatten. Was darf man mit diesen Scans tun und was nicht?

Auf jeden Fall passt die Erfahrung gut zu meiner Ausrichtung mich verstärkt darauf zu konzentrieren, wo sich Bildungsmöglichkeiten finden lassen. Vor dem VHS-Unterricht die Zentralbibliothek zu besuchen ist so aufwändig, dass es keine Option darstellt. Aber diese kleinere und immer noch große Bibliothek eines Fachbereichs zu nutzen liegt im Rahmen des Vorstellbaren. Und könnte den Rahmen meiner Möglichkeiten beträchtlich zum Positiven erweitern. Schon jetzt fühle ich mich weniger benachteiligt. Und dass ich an diesem Tag an beiden Bibliotheksstandorten nicht nur jüngere Menschen habe mit Texten arbeiten sehen, hat mir dabei auch sehr geholfen.

#Bildungsweihnachten 15.Tag

Zum Schluss bekomme ich noch Vollmondnächte, die so hell sind, dass ich beim Aufwachen in der Nacht zuerst denke, die Sonne würde schon aufgehen. Die besondere Zeit, die ich mir jetzt gestaltet habe, geht auf alte Geschichten zurück, die von dreizehn heiligen Nächten erzählen, die am Ende des Jahres stehen um Mond- und Sonnenjahr miteinander verbinden zu können. Im Sonnenjahr gibt es zwölf mal einen Mondwechsel, es bleibt aber immer ein viel größerer Rest als im Sonnenjahr, dessen Messung ja heute durch Schalttage angepasst wird, um das tatsächliche Jahr zu berücksichtigen. Dieser Rest wird dann herausgenommen und zählt als eine Zeit außerhalb der normalen Zeit und kann besonders zelebriert werden. Alte Geschichten erzählen, das was man in den dreizehn heiligen Nächten jeweils träumt, steht repräsentativ für die Monate des zukünftigen Jahres.

Ich habe nie so ganz nachvollziehen können von wann bis wann die Zahl dreizehn genau gezählt wird, bei einer Anlehnung an christliche Vorstellungen endet die Zeit jedenfalls am Tag der heiligen drei Könige, wenn diese den Ort der Geburt des Lichts erreicht haben, also morgen. Ich zähle aus persönlichen Gründen den siebten Tag des neuen Jahres allerdings noch dazu.

Für mich ist es eine starke, kraftvolle Geschichte, die sich gut nutzen lässt. Ich muss sie dafür nicht überprüfen, muss nicht näher nachforschen. Wichtig ist es nur sie als einen Anlass zu nehmen, um daraus etwas von Bedeutung zu spinnen.

Ich habe nicht das erwartet was nun herausgekommen zu sein scheint. Allerdings sollte es mich bei dem Hintergrund, den dieser Zeitraum für mich hat, nicht wundern. Er ist prädestiniert für eine Reise, die etwas von innen nach außen befördert. Das mit dem zugrundeliegenden Begriff eines laufenden Studiums zu verbinden ist daher eine etwas gewagte Sache und ich denke, ich habe mich zu Recht zu Beginn dagegen gesträubt. Andererseits denke ich jetzt auch, dass ich bei meiner Vorgeschichte und dem Konfliktmaterial, das ich mit in diese Zeit genommen habe, einer guten Entscheidung gefolgt bin. Und möglicherweise hatte ich die Wahl sowieso nicht. Wahrscheinlich hätte sich das was mich belastet hat, auf anderen Wegen Platz geschaffen. Und möglicherweise hätte ich es dann weniger bewusst wahrgenommen.

Es ist nun wie es ist.

Ich bin mit meiner neuen Perspektive beschäftigt, der neuen Blickrichtung bezogen auf Bildung an sich. Es ist nicht das erste Mal während des Studiums, dass ich meine Sichtweise umbauen muss. Dieses Mal wurde es allerdings nicht durch die laufenden Modulthemen ausgelöst, sondern es ist letztlich die Bearbeitung von Problematiken mit dem Bildungssystems an sich.

Als Lösung richte ich meine Aufmerksamkeit jetzt auf das was für mich als Person an Bildung wichtig und bedeutsam ist und gehe von dort aus auf Bildung zu. Dabei wird deutlich, dass es notwendig ist einen Unterschied zwischen Bildung und Bildungsinstitution zu machen. Wenn ich meine eigene Bedeutsamkeit benutze, gelingt es mir eher zu bestimmen wo und wie Bildung in Bildungsinstitutionen repräsentiert ist. Und das ist ein hochinteressanter Ansatz. Bildungsinstitutionen sind auf Bildung ausgerichtet und dort findet auch Bildung statt, das ist aber nur ein kleiner Teil des Ganzen. Es gibt dort Erscheinungen, die Bildung behindern und verhindern. Es gibt Dinge, die für Bildung unerheblich und überflüssig sind.

Das ist alles bekannt, das lasse ich jetzt aber beiseite und suche nach den Linsen in der Asche. Dazu muss ich aber zuerst bestimmen wie die Linsen eigentlich aussehen. Das versuche ich jetzt mit meiner Bildungskiste vor Augen herauszufinden. In gewisser Weise ist es ein positiver Ansatz. Statt auf die Asche zu blicken, um sie aus dem Weg zu räumen, ignoriere ich die Asche und suche nur nach den Linsen. Denn die Asche ist unwichtig, die Linsen haben Bedeutung. Nur daraus kann ich mir ein leckeres Süppchen kochen. Und nur davon werde ich zufrieden und satt.

Ich denke, ich habe mich viel zu lange von der Asche ablenken lassen. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit damit aufzuhören.

Und auf dieser Basis formuliere ich den Satz für heute:

Bildungsinstitutionen sind nicht deckungsgleich mit Bildung.

Und da fällt mein Blick auch noch auf einen Spruch, der schon seit einer ganzen Weile an meiner Wand hängt.

„Behalte Aschenputtel, aber konzentriere dich darauf dir den gläsernen Schuh anzuziehen!“(Quelle nicht aufgezeichnet)

Aschenputtel hat sich sinnvoll und zielführend verhalten. Sie hat nicht die Asche weggefegt, sondern die nahrhaften Linsen herausgesucht. Und dafür hat sie dann sogar Helfer gefunden.

#Bildungsweihnachten 14.Tag

Heute gibt es keinen Satz. Heute gibt es eine Kiste.

Leider habe ich meine eigene Kiste bisher nicht vernünftig fotografieren können, denn ich schaffe es nicht abzubilden wie sie wirkt. Sie ist 9x9x9cm groß, aus grauer Pappe, hat einen eng aufgesetzten Deckel mit einem vorstehenden Rand von 2cm Breite und ich habe sie gestern selbst gemacht. Das Besondere an ihr ist, dass dadurch ein Bild aus meiner Vorstellung greifbar als sichtbares Objekt auf meinen Tisch liegt. Als sei sie direkt aus der inneren Welt herausgefallen. Das ist ganz schön mindblowing und fördert meine Motivation mich mit ihr und dem wo sie herkommt zu beschäftigen. Diese unscheinbare Kiste wird zu so etwas wie einem Toröffner, einer Verbindung zwischen innen und außen.

BildungskisteVorgestern hatte ich den Wunsch in den nächsten Tagen mein Bildungspaket auszupacken. Und jetzt betrachte ich die Kiste mit der Frage, was dort eigentlich für mich drin ist. Fällt mir etwas ein, lege ich dafür einen Zettel hinein. Was das ist und was ich dazu denke, geht dabei niemanden außer mir etwas an. Hier komme ich für mich überraschend an einen Punkt an dem ich meine Privatsphäre unbedingt wahren will. Warum das so ist, dafür habe ich keine Erklärung. Noch nicht einmal einen Erklärungsansatz oder eine Vermutung. Es darf zwar jeder wissen was ich tue, aber niemand, wirklich niemand soll wissen was der Inhalt ist.

Sehr spannend ist dabei, dass ich gleich einen Zusammenhang mit dem Bildungspaket für Kinder gesehen habe. Was für ein Bildungspaket bekommen eigentlich Erwachsene geschnürt? Und was für ein Bildungspaket bekommen benachteiligte Erwachsene? Und was für eine Verpflichtung hat die Politik als Zuständige für das Gemeinwesen dafür Sorge zu tragen, dass Menschen Weiterbildung für Belange des Gemeinwesens, aber auch für ihre persönliche Entwicklung erfahren? Und ist da irgendwann Schluss aus Altersgründen? Werden in Altersheimen zwar noch Stimmen gesammelt, aber keine Bildung mehr verteilt? Was ist zum Beispiel mit den ganzen alten Rassisten, denen noch nicht einmal klar ist dass sie Rassisten sind? Die ihre Haltung an Jüngere weitergeben als Selbstverständlichkeit unerkannt im Alltag? Reicht es für berufliche Zwecke weiter zu bilden? Reicht es von Erwachsenen Selbstbildung zu erwarten? Reicht es den Alltag mit der Werbung von Firmen zu überschwemmen und weite Teile des Lebens von ökonomische Interessen überfluten zu lassen?

Daher kommt jetzt doch noch ein Satz:

Schaut euch einmal an was in eurem persönlichen Bildungspaket drin ist!

Nicht nur für Kinder und für junge Menschen und für Arbeit und Wirtschaft. Bildung ist etwas für alle! Und an vielen Orten! Und zu meinem eigenen Erstaunen habe ich so doch noch einen passenden Satz für heute gefunden!

Bildung ist etwas für alle!

#Bildungsweihnachten 12.Tag

Langsam sehe ich das Ende meiner Reise näher kommen und bereite mich innerlich bereits auf den Wiedereintritt in die alltägliche Wirklichkeit vor. Ein Teil meines Verstandes denkt in Bildern und liefert mir die Vorstellung eines Flugzeugs, das ich mit vier großen, quadratischen Paketen im Laderaum, die in braunes Packpapier eingeschlagen sind, durch Sturm und Kriegsgebiet geflogen habe. Seltsamerweise denke ich diese vier Pakete dabei zusammengesetzt zu einem Würfel, was ja nun in der Realität ganz und gar unmöglich ist. Beim Flug sind mir drei Pakete verloren gegangen, doch ich bin glücklich, dass ich eins retten konnte. Mit der Prospect-Theorie von Kahneman und Tversky im Hinterkopf ist das ganz und gar bemerkenswert. Mich schmerzt dieser Verlust kein bisschen und ich bin einfach nur glücklich über das Paket, das geblieben ist. Es fühlt sich auch wie ein untrennbarer Teil von mir selbst an, den ich gar nicht mehr verlieren kann.

Ich bin mit meinem Bildungspaket zurückgekommen, ich habe mir das retten können was mir an Bildung wirklich wichtig ist und das auch einen untrennbaren Teil von mir ausmacht. Alle anderen Pakete sind verzichtbar, denn sie gehören nicht wirklich zu mir und daher schmerzt ihr Verlust auch nicht. Ich könnte jetzt nach Namen für sie suchen, doch ich spare mir die Mühe. Die nächsten Tage möchte ich mein schönes, braunes, würfelförmiges Bildungspaket auspacken und nachschauen was für mich da drin ist. Was ist es das aus dem Bereich der Bildung wirklich zu mir gehört?

Zur gleichen Zeit bin ich auch voller Gewissheit, dass ich in Bezug auf Bildung in meinem Leben alles richtig gemacht habe. Es gab nie etwas zu beweinen und zu betrauern. Ich habe getan was ich konnte, und das habe ich in vollen Zügen und mit meinem ganzen Dasein getan.

Es bleibt nur nun noch den Satz für den Tag zu finden, und dazu werde ich jetzt ein wenig spielen.

  • Man kann für jeden Buchstaben des Wortes Bildung ein anderes Wort mit diesem Anfangsbuchstaben assoziieren und dann aus den gesammelten Worten einen Satz bilden. Meinen Satz verrate ich aber nicht.
  • Die Seite zitate.de zeigt momentan 42 Zitate zum Thema Bildung an. Davon kann man sich inspirieren lassen (oder auch nicht). Mein Favorit dort lautet: „Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern handeln.„(Herbert Spencer (1820-1903), engl. Philosoph u. Sozialwissenschaftler)
  • Man kann auf die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung gehen und auch dort findet man Zitate zum Thema Bildung. Mein Lieblingszitat dort lautet: „Bildung bedeutet im Grunde, den Anteil des Bewussten gegenüber dem Unbewussten zu steigern.“Sylvia Ashton-Warner (1908-1984)
  • Auch Woxikon sammelt Zitate zu Bildung. Dort gefällt mir am besten ’’Jeder der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre alt sein.‘‘ Henry Ford
  • Dann gibt es eine wunderbare Animation auf YouTube. Bildung ist…

 

Hah. Und jetzt bin ich glücklich. So viele Sätze zu Bildung von so vielen Menschen! Und wo ist mein Spruch des Tages? Diese Mal ganz zum Schluss:

Bildung stellt viele Fragen.

#Bildungsweihnachten 11.Tag

Der Satz des Tages lautet:

Bildungsprozesse beinhalten Hinterfragen, Auflösen und Neuzusammensetzen, und neben Zulernen auch Verlernen und Umlernen.

#Bildungsweihnachten 10.Tag

Der Satz für heute lautet:

Bildung ist nur ein kleiner Teilbereich des Lebens.

 

Inzwischen scheine ich den Teil meines Konfliktpotentials in Bezug auf Bildung durchlaufen zu haben der mit heftigen Emotionen verbunden ist, denn ich fühle mich inzwischen friedlicher und entspannter als zu Beginn. Damit ist der Weg wieder frei für andere Dinge, und daraus erklärt sich nun der Satz des Tages. Einen Bereich zu studieren, in einem Bereich zu arbeiten, davon besonders betroffen zu sein oder aus anderen Gründen ein besonderes Interesse daran zu haben, kann die Neigung zur Folge haben diesen Bereich überzubewerten. Es scheint an der Zeit das zu relativieren und wieder ins richtige Verhältnis zum Ganzen zu setzen.

Gestern und vorgestern bestand mein abendliches Unterhaltungsprogramm aus den beiden Folgen der Verfilmung des Buches „Der Medicus“ auf ARD. Gestern folgte direkt im Anschluss noch ein Bildungsanhängsel in Form einer, in meiner Fernsehzeitung als Dokumentation bezeichneten, halbstündigen Sendung zu mittelalterlicher Medizin. In der letzten Zeit habe ich etliche Male Vorlesungen von Professoren sowie Expertengespräche im Offenen Kanal Kassel gesehen. Und gestern bin ich nachmittags auf 3Sat an einem knapp einstündigen Bericht über experimentelle Forschungen zum Transport der Moai, also der Steinfiguren auf Rapa Nui, der Osterinsel, hängengeblieben.

Zu meiner momentanen Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung gehört es dass mir auffällt, dass jede dieser Sendungen auf Bildung ausgerichtet ist, dabei aber beträchtliche Qualitätsunterschiede bestehen. Das ist interessant, wichtig und hilfreich. Die optisch am besten gestaltete Sendung fließt dabei an mir vorbei und hinterlässt wenige Spuren. Die Aussagen bleiben sehr allgemein und nirgends entstehen Stockungen die Fragen aufwerfen. Die Sendung wiederum, die einen vollständigen Forschungsprozess miterleben lässt, ist für mich nicht nur was den Forschungsinhalt angeht von Interesse, sondern macht auch die Art des Forschungsprozesses sichtbar und gibt mir einen Eindruck davon, mit welchen Methoden diese Wissenschaftler arbeiten. Durch die Art der bildlichen Darstellung kann ich mich später sehr gut daran erinnern und davon erzählen. Bei den komplexen Vorlesungen und Expertengesprächen dagegen werde ich animiert meinen Stift zu zücken und mitzuschreiben, um auch nur einen Teil der Informationen zumindest in der nachträglichen Bearbeitung nutzen zu können. Zur Erinnerung muss ich dann vor allem auf die Notizen und die Bearbeitung zurückgreifen.

Diese Form der Weltbegegnung und Auseinandersetzung gehört zu meinem Studium und wird dadurch angeregt. Sie begegnet mir zwischen anderen Erfahrungen im täglichen Leben, die aber gar nichts mit Bildung zu tun haben. Was momentan für mich ansteht ist es, diese Anteile in das richtige Verhältnis zu setzen. Ich bin schon seit Jahren überproportional mit Bildungsthemen beschäftigt, mehr als ihnen in der Gesamtheit des Lebens zusteht. Wenn ich mich weiter mit diesem Themenbereich beschäftige wird das auch so bleiben. Das ist richtig, wichtig und logisch. Nicht hilfreich ist es wenn ich dabei aus den Augen verliere, dass diese Überdimensionierung nur für mich besteht, aber eben nicht das Leben an sich abbildet. Während ich selbst also stark auf Bildungsthemen ausgerichtet bin, muss mir klar sein welche Rolle sie tatsächlich spielen. Wie es unsinnig ist alle Aspekte des Lebens unter ökonomischen Gesichtspunkten zu betrachten, ist es unsinnig alle Aspekte des Lebens Bildungskriterien zu unterwerfen. „Der Medicus“ ist ein Film zur Unterhaltung, nicht für die Bildung. Auch wenn dort gewisse Bildungsaspekte gefunden werden können, er bleibt Unterhaltung. Und die hat ihre Berechtigung. Den anschließenden Versuch ein Bildungsangebot zu machen darf ich analysieren und bewerten. Doch nicht alles was Menschen tun muss auf Bildung ausgerichtet sein oder in diesem Kontext betrachtet werden.

Bei diesem Thema konnte ich, wie bei vielen anderen auch, jetzt nur ein wenig an der Oberfläche kratzen. Und auch wenn es unbefriedigend ist, so ist dieses Kratzen wichtig. Es lenkt die Aufmerksamkeit. Ich werde wahrscheinlich den Bereich des Verhältnisses zwischen Bildung und Leben an sich genauer im Auge behalten als vorher. Ich werde im Nebenher eher weitere Informationen dazu sammeln und damit meine Chance erhöhen mir im Lauf der Zeit weitere Fragen zu beantworten. Was dabei schon absehbar scheint, ist ein Zusammenhang mit der Pädagogisierung der Eltern und des Lebens, wenn man dem Thema Bildung in einer Gesellschaft, die ihre primäre Ressource in Wissensproduktion und -vermehrung sieht, eine unangemessene große Rolle zuweist.