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Überlegungen zum EASI-Modell

Das EASI-Modell (Emotion As Social Information) für soziale Aspekte von Emotionen von Van Kleef ist als sozialpsychologisches Modell im Gegensatz zu einer Reihe von Theorien aus unterschiedlichen Wissenschaften, deren Texte zu Emotionen ich gelesen habe, sehr gut anschlussfähig an mein BiWi-Studium. Es ist außerdem ein sehr einfaches, gleichzeitig auf grundlegende Strukturen bezogenes Modell, das als Basis für vielfältige Beobachtungen in Bezug auf das Auftreten und die Bedeutung von Emotionen in Bildungs- und anderen sozialen Kontexten genutzt werden kann. Je nach untersuchtem Fall können andere Theorien angehängt oder bestimmte Aspekte betont werden.

Es hat außerdem den großen Vorteil, dass es Ungewissheit und Konstruktion einbezieht. Eine wesentliche Problematik bei der Beschäftigung mit Emotionen ist die grundlegende Schwierigkeit intrapersonelle Vorgänge zu erfassen. Stichworte sind in diesem Zusammenhang für mich Black Box und Konstruktivismus. Mit dem EASI-Modell lassen sich daraus entstehende Probleme umgehen, ohne sie vernachlässigen zu müssen, da es sich auf die Beobachtung des emotionalen Ausdrucks und auftretende diskrete Emotionen bezieht. Wie diese Wahrnehmungen verstanden und interpretiert werden, ist für das Prozessverständnis selbst nicht entscheidend. Um den Ablauf nachvollziehbar zu machen, ist es nicht von Bedeutung ob das was wahrgenommen und interpretiert wird zutreffend, verzerrt oder möglicherweise sogar falsch ist. Solche Faktoren lassen sich getrennt davon untersuchen.

Das Modell erfasst, dass zwischen beobachtetem Emotionsausdruck und Verhalten des Beobachters zwei Prozesse parallel ablaufen. Einerseits affektive Reaktionen des Beobachters, andererseits die Schlussfolgerungen des Beobachters. Emotions- und Denkprozesse können dadurch als nicht trennbare, zusammenwirkende Komponenten erfasst werden. Das Modell beinhaltet weiterhin den Einfluss der Art der Informationsverarbeitung des Beobachters und Faktoren der sozialen Beziehung, die beide zwischen Wahrnehmung des Emotionsausdrucks und Verhalten des Beobachters sowohl auf affektive Reaktionen als auch Schlussfolgerungen einwirken. Emotionen werden in dem Modell als bedeutsame soziale Informationen verstanden. Das Modell ist als Strukturmodell nach meinem Verständnis sowohl auf die Wahrnehmung anderer als auch auf die Eigenwahrnehmung anwendbar.

Für mich ist es außerdem bedeutsam, weil es den informellen Wert von Emotionen in sozialen Kontexten anerkennt. Seine Wurzeln liegen in einem sozialfunktionalen Ansatz von Emotionen. Genau in diesem Bereich liegt für mich ein hoher Wert von Emotionen und der Grund dafür, dass eine Missachtung oder Geringschätzung von Emotionen oder die Forderung nach ihrer Manipulation innerhalb von Machtbeziehungen zugunsten der dominierenden Partei bei mir zu Widerspenstigkeit führen können.

Zuerst war es für mich frustrierend nach so langer Zeit der Suche, des Lesens, der Reflexion und Beobachtung in einem so kleinen Modell ein geeignetes Werkzeug für die Anwendung im Alltag zu finden, bis mir dämmerte, dass ich ohne diese ganze Suche die Bedeutung des Modell nicht hätte erfassen können. Ebenfalls kann ich dadurch abschätzen, dass Van Kleef ausreichend recherchiert hat und sich mit grundlegenden Emotionstheorien auskennt.

Ein Problem habe ich momentan damit zu bestimmen wie ich meine ganzen Recherchen zu einer wissenschaftlichen Arbeit zusammengefügt bekomme. Wie vermittele ich, dass und wie ich die Berücksichtigung von Emotionen in Bildungskontexten als wichtig ansehe. Für mich persönlich macht das EASI-Modell zwischenmenschliche Vorgänge in Bildungskontexten wesentlich verständlicher und legt nahe Emotionen, ihr Auftreten und den Umgang mit ihnen als bedeutsam einzustufen. Dieser Ansatz ist dabei aber spezifisch und unterscheidet sich grundlegend von anderen Ansätzen in Bezug auf Emotionen. Im Besonderen von denjenigen, die vor allem auf die Förderung positiver Emotionen ausgerichtet sind oder Emotionsregulierung betonen.

Kurz zusammengefasst interessiert mich vor allem, wie das mit den Emotionen im alltäglichen Miteinander eigentlich funktioniert. Ich bin dabei an einer unmittelbaren Bewusstheit und einem Verstehen interessiert und der dafür notwendigen Methoden zur Wahrnehmung von Abläufen. Auf Bildungskontexte bezogen bedeutet es zuerst einmal die Förderung der Wahrnehmung des im EASI-Modell beschriebenen Prozesses in der eigenen Person als auch in anderen Personen.

Neben Vorkommnissen in Bildungskontexten, die für mich schlecht ausgegangen sind, zu sehr unangenehmen Emotionen führten und bis heute Fragen nach der Möglichkeit alternativer Verhaltensentscheidungen aufwerfen, erinnere ich mich inzwischen zunehmend an Bildungskontexte, die anderen emotionale Probleme bereitet haben, während ich mit den Situationen gut zurecht gekommen bin. Im Besonderen erinnere ich mich an einen VHS-Kurs, in dem der Durchführende einen derart beleidigenden Umgang mit den Teilnehmern benutzte, wenn ihm Produkte des Kurses nicht gefielen, dass die Anzahl der Teilnehmer stetig abnahm, bis ich beim letzten Termin allein übrig geblieben war.

Was ich bis heute als interessant und sogar lustig eingestuft habe, da ich die Situation bewältigen konnte ohne aufzugeben, erscheint jetzt in einem anderen Licht. Der pädagogische Mangel des Durchführenden ist für mich stärker sichtbar, ebenso dass die Hinnahme eines stillschweigenden Rückzugs anderer eine problematische Lösung darstellt, auch wenn keine eigene unmittelbare Betroffenheit besteht. Ich wünsche mir Werkzeuge, die dabei helfen können zu erkennen was auf der Ebene der Emotionen genau vor sich geht, was das beispielsweise in Bezug auf Konflikte, Verletzungen der Würde des Menschen, Diskriminierung oder Ausschluss bedeutet, und die es grundsätzlich ermöglichen Problematiken in einer sachlichen, kooperativen Form zu thematisieren.

Auf der Seite der EASI Labgroup ist für dieses Jahr eine Publikation angekündigt mit dem Titel: „Are the powerful really blind to the feelings of others? How concern over one’s power shapes attention to emotions.“ Der Titel macht mich neugierig. Von großem Interesse ist für mich der Umgang mit Emotionen im Kontext von Machtverhältnissen und Machtinteressen einschließlich dessen, wie weit eine Nichtberücksichtigung oder Geringschätzung von Emotionen, die Aufforderung zum Verbergen oder zum Manipulieren oder die Aufforderung zur Umgestaltung des Emotionsausdrucks in diesem Kontext von Bedeutung ist.

Ergänzung:

Seitdem ich diesen Beitrag verfasst habe, sind zwei Tage vergangen. In der Zwischenzeit habe ich meinen Alltag unter Verwendung des Modells beobachtet. Dabei tauchte für mich die Frage danach auf, ob Van Kleef in den Emotionsausdruck auch verbale Äußerungen einbezieht aus denen Emotionen ablesbar werden. Tut er. „People may be unaware that their inner feelings are reflected on their faces, in their voices, in their bodily postures, or in their choice of words.“ (Van Kleef, 2010, S.3). Genau das konnte ich in der Zwischenzeit beobachten. Ohne dass Personen direkt angegeben haben welche Emotionen für sie in welchen Beziehungen oder in Bezug auf welche sozialen Situationen aufgetreten sind, haben sie durch scheinbar belanglose Äußerungen nebenher dazu bedeutende Informationen geliefert. Wahrscheinlich noch nicht einmal mit einem Bewusstsein dafür.

In diesen Äußerungen sind Emotionen enthalten, die im Sinne der Appraisal Theorien Bewertungen darstellen. Im sozialen Miteinander stellen sie soziale Bewertungen dar. In nebenher erfolgenden Äußerungen werden im sozialen Miteinander Wertesysteme transportiert, deren Bedeutsamkeit mit der Machtposition derjenigen verknüpft sind, die sie vertreten. Personen können sich auf diese Weise mit sozialen Machtpositionen verbinden, indem sie diese reproduzieren. Die Verbindung mit einer Machtposition kann dabei das eigene Wohlbefinden erhöhen, so wie die Verbindung mit einer Ohnmachtsposition oder Zuweisung zu einer Ohnmachtsposition das Wohlbefinden reduzieren kann.

Referenz:

Van Kleef, G. (2010). The emerging view of emotion as social information. Verfügbar unter http://dare.uva.nl/document/2/90694

Erneute Positionsbestimmung

Meine letzten beiden Blogeinträge haben bei mir viel in Bewegung gebracht. Ich habe sie allerdings nicht öffentlich machen können, da sie während des Schreibens selbst zu einem sehr persönlichen Erkundungsmittel wurden, das für Fremde leicht misszuverstehen ist.

Sich auf den Schwerpunkt Emotionen einzulassen eröffnet ein sehr weites Feld. Nicht nur an Literatur aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und einer Vielfalt von Ansätzen und Problematiken, sondern ebenso an alltäglichen Beobachtungsmöglichkeiten mit und ohne Bildungsbezug. Nachdem ich zuerst monatelang gelesen hatte und zwischendurch von der Komplexität der Thematik überfordert war, konzentriere ich mich seit einer Weile auf zufällige Beobachtungen in meinem Alltag und Reflexionen darüber auf der Basis meines bisherigen Wissensstandes. Auf diesem Weg suche ich auch nach der Bedeutung von Emotionen für die Bildungspraxis. Gelesen habe ich in der letzten Zeit sehr wenig zum Thema Emotionen und fühle mich noch immer sehr von Theorien überfüllt und habe eine gewisse Abneigung gegen Texte, die schwer nachvollziehbar sind.

Die letzten Tage war ich mit dem Aspekt der Entfremdung von den eigenen Emotionen beschäftigt, dem Vor-sich-selbst-verbergen, der Verheimlichung von Emotionen und der sofortigen Manipulation von Emotionen bei ihrem Auftreten. Gefunden durch Selbstbeobachtung, die durch das Schreiben über ein Thema ausgelöst wurde. Die Identifizierung, worum es sich genau handelt, erfolgte durch Erinnerung an Gelesenes.

Der Effekt auf der persönlichen Ebene war dabei erstaunlich. Ich wusste nicht wie viel ich vor mir verberge, um mit meinem Leben besser zurecht zu kommen. Teile davon zuzulassen hatte zur Folge, dass ich meine Umwelt vorübergehend wesentlich anders wahrgenommen habe als sonst, einschließlich des Körpergefühls in dem ich mich bewegt habe. Es war ein Zustand größerer Klarheit durchzogen von gefasster Trauer aber auch Würde. Etwas vor sich selbst zu verbergen ist legitim, wenn es dazu dient unveränderliche Zustände besser ertragen zu können. Es aufzudecken kann wiederum hilfreich sein, um nicht zu ignorieren dass es existiert. Ich tue es auch!

Der Auslöser waren Überlegungen dazu wie weit Emotionen einem Menschen Informationen zu seinen Vorstellungen und Einstellungen liefern können. Nachdem ich zuerst davon überzeugt war, dass das möglich ist, hat mich meine Erfahrung mit dem Verheimlichen, Verbergen und sofortigen Manipulieren bei mir selbst eines besseren belehrt. Deutlich zutage getreten ist für mich dabei die untrennbare Verbindung von Denken und Emotionen. Denken und Emotionen stellen eine Einheit dar, in der beide Bereiche unmittelbar aufeinander einwirkt. Die Geschwindigkeit, in der das geschehen kann, kann dabei allerdings den Eindruck einer Nichtverbundenheit erzeugen.

Inzwischen ist die mögliche Verlängerungsdauer der zum Thema Emotionen in der UniBib ausgeliehenen Bücher bei den ersten überschritten. Das bedeutet, ich habe sie seit fast einem Jahr. Bei dem ersten Buch traten noch Verlustängste auf, jetzt gehen ich entspannter damit um. Die großen Zusammenhänge sind für mich aus dem Mittelpunkt des Interesses gerückt, da ich mich meistens nicht mehr von der generellen Bedeutung von Emotionen überzeugen muss. Um überhaupt etwas sinnvolles im Rahmen einer Bachelorarbeit schreiben zu können, scheint es mir inzwischen immer erfolgsversprechender mich auf einen kleinen, gut einzugrenzenden Bereich zu beschränken. Das Hauptproblem sehe ich momentan darin einen Bereich auszuwählen, der meine Art des Interesses an Emotionen gut widerspiegelt. Ich wünsche mir bei der Arbeit durchaus einen für meinen Alltag verwertbaren Gewinn.

Beim Herumspielen bin ich gestern auf eine Theorie gestoßen, die noch recht neu ist und sich zuerst einmal interessant anhört, das Emotions as Social Information (EASI) Modell von Van Kleef. Ein erster Blick darauf vermittelt den Eindruck, dass es für die Art meines Interesses an Emotionen in Bildungskontexten von Interesse sein könnte. Die letzte Zeit habe ich mich stark mit der Beobachtung der Emotionen beschäftigt, die in Gruppen innerhalb von Bildungsinstitutionen auftreten, der Informationen, die sie dabei liefern, der Handlungskonsequenzen, die sie haben, der Geschichten, die sie dabei erzählen. Verbergen, verheimlichen und manipulieren sind hier eingeschlossen. Interessant ist in diesem Kontext auch ein Blogbeitrag von Richard Gutjahr zu Entwicklungen im digitalen Bereich.

„Die wohl erstaunlichste Entwicklung dürfte aber sein, dass die Maschinen Empathie entwickeln. Mit jeder neuen Interaktion lernen sie, sich besser auf die Persönlichkeit ihrer Nutzer einzustellen. So erscheinen uns die Maschinen immer nahbarer, menschlicher. Es werden Studien zitiert, wonach Probanden sogar dazu übergingen, sich lieber mit einem Roboter zu unterhalten, als mit Gesprächspartnern aus Fleisch und Blut. Erklärung der Experten: Die Maschine sei unvoreingenommen, sie wertet nicht.“

(Richard Gutjahr, 18.3.2016, verfügbar unter http://meedia.de/2016/03/18/richard-gutjahrs-sxsw-bilanz-mobile-video-und-datamining-der-neue-wilde-westen-der-digitalen/)

Das stößt bei mir durchaus auch sehr viele Fragen zur Zukunft des Lernens an und wie weit digitale Möglichkeiten genutzt werden, um beispielsweise emotional belastenden sozialen Konflikten in Bildungskontexten zu entgehen und wie weit das dann generell Auswirkung auf Konflikt- und Konsensfähigkeit, aber auch Empathie hat.

Zuerst einmal werde ich mich jetzt aber mit den EASI-Modell beschäftigen.

Mit der Unvollständigkeit zu leben lernen

Da hänge ich nun so rum und komme mit meiner BA nicht zu potte und bin mit massiven Zweifeln und Auflösungsprozessen konfrontiert, da hüpfen in mein zu frühes Aufwachen ein paar Vorträge aus der Reihe Wissenschaft für Schlaflose. Ulrich Beck habe ich gerade noch so erwischt, dann Ute Stallmeister von der Stiftung Weltbevölkerung, danach ein Bildungsökonom, Ludger Wößmann und zum Schluss Elisabeth Beck-Gernsheim mit einer Frauenperspektive. Das jeweilige Thema ist nicht so wichtig, ich achte mehr darauf wie sie es machen.

Außer bei Stallmeister fehlen mir bei allen wichtige Aspekte. Was mir jeweils fehlt ist allerdings an sich nicht so wichtig. Im Gegensatz zu den anderen stellt Stallmeister ein ganz konkretes Projekt vor. Sie kann Problemfeld und Maßnahmen beschreiben und auf die Frage eines Zuhörers, ob diese Grenzen nicht zu eng sind, verweist sie auf die beträchtlichen Erfolgsmöglichkeiten, die innerhalb dieser Grenzen bestehen. Es reicht als Rechtfertigung aus, sich nur auf den gewählten Bereich zu konzentrieren.

Bei allen anderen sieht es anders aus, da sie sich zwar auf bestimmte Aspekte ausrichten, dort aber nicht eingrenzen. Alle müssten sie eigentlich für eine vollständige Analyse sämtliche relevanten Einflussfaktoren erfassen. Auf Grund meiner eigenen Kenntnisse kann ich für alle drei wichtige fehlende Aspekte bestimmen. Eine Vollständigkeit sehe ich nicht und einen Moment lang bin ich damit höchst unzufrieden. Mehr kann Wissenschaft nicht leisten?

Zur Zeit komme ich auf eine sehr unaufgeregte Art mit Problemen zurecht. Auch wenn sie mich sehr belasten. Meine BA nicht zusammen zu bekommen belastet mich, aber wenn ich jetzt beobachte, dass auch in den Vorträgen der Wissenschaftler gravierende Lücken sind und man sowieso alles auch anders interpretieren könnte, so hilft mir das weiter meine eigenen Ansprüche herunterzuschrauben und mich an Unperfektion zu wagen. Es geht nur um Diskurse, nicht um die letzte Wahrheit oder das vollständige Bild.

In einem Facebookthread erinnert mich eine Kommilitonin an die hermeneutische Spirale. In diesem Moment verstehe ich sie als eine Bewegung des Verständnisses, die das Verständnis immer wieder auf Vollständigkeit überprüft und dabei immer wieder zu Lücken, Unklarheiten und Ungereimtem zurückgeht, um dann erneut das Gesamtverständnis zu überprüfen

Es stellt sich dann für mich die Frage, wie ich innerhalb eines nicht endenden Prozesses einen Zwischenzustand sinnvoll erfassen kann…

Haltungen zu Emotionen

Manchmal reicht der Inhalt eines einzigen Gesprächs mit der passenden Person in der geeigneten Runde um viele neue Fragen aufzuwerfen und dem Denken eine andere Richtung zu geben.

Ich bin dabei auf die Philosophie gekommen aber eigentlich passt mir das momentan alles gar nicht. Erneut ist ein Zeitpunkt im Semester, in dem sich gehäufter die Stimmen derjenigen zu Wort melden, die inzwischen an ihrer BA schreiben. Inzwischen geschieht es das dritte Mal seitdem ich mich selbst damit beschäftige, und ich würde doch auch so gerne fertig werden. Mir geht dazu zwar der Satz im Kopf herum, dass man das Gras nicht dadurch zum Wachsen bringen kann, dass man daran zieht, trotzdem bleibe ich unzufrieden damit, dass ich mich schon wieder veranlasst sehe weiterzudenken.

Also die Philosophie. Mental und emotional konstruieren wir unsere Sicht der Welt. Da stellt sich die Frage danach wie unsere Einsichten und Ideale aussehen. Und welche Einsichten und Ideale wir teilen und welche Einsichten und Ideale wir lernen und lehren wollen.

Emotionen sind etwas durchaus mächtiges und die Menschheit beschäftigt sich schon sehr lange mit ihnen. Damit was von ihnen zu halten ist, welche Probleme sie schaffen und wobei sie helfen und wie man am besten mit ihnen verfährt. Individuell und in der Gemeinschaft.

Um Emotionen zu erklären muss man nun etwas für mich sehr merkwürdiges tun. Es ist notwendig nicht nur die Emotionen selbst zu sehen, sondern nach der dahinter stehenden Haltung und Einstellung zu Emotionen an sich zu fragen und diese einzubeziehen. Also danach wie sie von Menschen gedeutet und verstanden werden. Was für ein Menschenbild ist vorhanden und in welcher Position stehen Emotionen darin. Denn wie sich Emotionen ausdrücken und welche Emotionen sich wann ausdrücken, wie sie eingeschätzt werden und wie mit ihnen verfahren wird ist vom kulturellen Kontext und der individuellen, gesellschaftlich vermittelten Haltung zu ihnen abhängig. Emotionen stehen nicht losgelöst im Raum herum, daher können sie auch nicht losgelöst untersucht werden. Emotionen sind nicht ideologiefrei.

Es mag manchmal erscheinen als gäbe es keine Gründe für auftretende Emotionen, dann bleibt aber weiterhin die Art vorhanden wie mit ihnen umgegangen wird, wie sie eingeschätzt, bewertet und benannt werden, wie auf sie reagiert wird.

Hinter all dem steht was Gesellschaften, Gruppen und Individuen zu Emotionen denken und wie sie diese einschätzen, deuten und verstehen.

Genau das findet sich dann auch in Bildungskontexten. Es muss nicht bewusst gemacht und aufgedeckt werden um zu wirken. Und manchmal verursacht es Verwirrung und Missverstehen ohne dass erkennbar wird, dass unterschiedliche Haltungen zu Emotionen der Grund dafür sind. Gerade wenn Menschen aus unterschiedlichen Gruppen miteinander zu tun haben.

Ich denke bei meinen Überlegungen an ganz konkrete Vorkommnisse für die ich Erklärungen suche. Ich fühle mich dabei wie eine Jägerin, die ihre Beute umkreist und manchmal denkt, sie hat sie jetzt gepackt und dann ist sie doch wieder entwischt und es sind nur ein paar Haare zurückgeblieben. Doch so langsam lerne ich die Beute besser kennen und komme ihr schon näher.

Die Welt wird uns auch über unsere Emotionen vermittelt, diese Emotionen sind aber nicht wahr so wie sie sind, sondern sie werden interpretiert.

Es ist auch ein Grund dafür, warum sie weder gehypt noch verdammt werden sollten. Hypen überschätzt ihre Möglichkeiten, verdammen unterschätzt ihre Macht.

Welchen Idealen folgen die Menschen in diesem Land? Christentum, Aufklärung, Nationalsozialismus, Neoliberalismus fallen mir als große Einflussfaktoren ein. Daneben gibt es vieles andere, auch für einzelne Gruppen charakteristisches. Was für Haltungen haben wir zu Emotionen? Was für Haltungen haben sich woraus entwickelt, was für unterschiedliche Haltungen treffen aufeinander und verstehen sich vielleicht gar nicht, weil überhaupt nicht klar ist, dass unterschiedliche Einschätzungen von Emotionen an sich vorhanden sind.

Ich bin wütend und diese Wut gilt als authentisch und ich kann das auch unmittelbar ausdrücken. Dafür wie es ausgedrückt werden darf oder soll, gibt es unterschiedliche gesellschaftliche Konventionen.

Ich darf nicht wütend werden, denn wenn ich das tue bin ich gescheitert, weil ich den anzustrebenden Gleichmut nicht erreicht oder verlassen habe. Kann mit Scham verbunden sein.

Ich darf wütend sein, aber niemand soll das merken, da ich das verbergen will oder muss. Dafür kommen unterschiedliche Gründe in Frage wie Machtstrukturen, Scham, strategische Überlegungen, Ideale der Emotionskontrolle aber auch betrügerische Absichten.

Folge deinem Herzen. Entscheide nach Gefühl. Der Verstand muss die Emotionen kontrollieren und in Schach halten. Es gibt viele Sprüche, die Haltungen zu Emotionen ausdrücken. Die dominierende Haltung, die einzelne Menschen haben, finde ich sehr schwer erkennbar, vor allem wenn sie von meiner eigenen abweicht.

Betroffenheit, Scham, Trauer, Angst, Freude, Lust – ja es gibt durchaus emotionale Ansteckung, aber Menschen können auf die gleiche Situation erst einmal mit sehr unterschiedlichen Emotionen reagieren. Nicht nur aus individuellen Erfahrungen sondern auch auf Grund ihrer Einstellung zu Emotionen.

Es geht um die Philosophie. Um das Menschenbild. Um das was unter Bildung verstanden wird. Und welche Rolle den Emotionen dabei zukommt. Ob Christentum, Aufklärung, Nationalsozialismus oder Neoliberalismus, jede dieser Ideologien hat eine andere Haltung zu den Emotionen. Jede hat auch eine andere Haltung zur Bildung. In der „Produktbeschreibung“ wird das aber nicht explizit aufgeführt, in meinen Augen weil wir wenig darauf ausgerichtet sind nach den jeweils vorhandenen Vorstellungen von dem was Emotionen sind direkt zu fragen.

Das Thema Emotionen und die bildungswissenschaftliche Perspektive

Zum Schluss stellt sich die Frage, was sich für Konsequenzen aus der Beschäftigung mit Emotionen für den Bereich der Bildung ergeben. Fragen wie: Wie sollte mit ihnen umgegangen werden? Was soll in Bezug auf sie vermittelt werden? Was sollte in Bezug auf sie untersucht werden? Genauso wie es unangemessen ist sie zu hypen und sie in eine herausragende Position zu stellen, ist es unangemessen sie zu negieren, nicht zu berücksichtigen oder zu unterdrücken. Was aber liegt dazwischen? Was ist für das Individuum sinnvoll, was für die Gesellschaft? Und welche Erscheinungen sollten kritisch betrachtet werden?

Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich neue Fragen ergeben, nachdem vorhergehende Fragen beantwortet wurden. Und wie viele Dinge so ganz nebenbei verständlich werden. Gestern Abend wurde gut passend ein Artikel aus Die Welt zu Uniabschlussarbeiten und der primär persönlichen Bedeutung für die Schreibenden gepostet. Ich kann nun ergänzen. Die intensive Beschäftigung mit einem Thema persönlicher Relevanz vermittelt vielfältige Kenntnisse. Auch gänzlich unerwartete. Ohne  vorherige Intention und ganz nebenbei.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich im Verlauf der Arbeit für die BA an einem Punkt angekommen bin, an dem ich wesentliche Lücken entdecke, während ich dachte, jetzt hätte ich alles für Inhaltsangabe und Exposé zusammen. Beim ersten Mal hatte ich mich noch massiv überfordert gefühlt, jetzt bin ich sicher, dass ich auch dieses Mal Antworten finden werde, weil mir das in den letzten Monaten mehrmals gelungen ist. Es scheint vor allem eine Frage des Dranbleibens.

Sich in ein Thema einlesen, eindenken und einbeobachten, Gelesenes und Gedanken zusammenfassen, weiterdenken. Dann einen Versuch machen, um eine Struktur zu erstellen. Erst einmal für das Lehrgebiet. Dann Lücken entdecken, weiterlesen, weiterdenken, schreiben, Schlussfolgerungen im Alltag überprüfen, Neues entdecken, weiterlesen, reflektieren, schreiben, Gespräche führen, Menschen beobachten und befragen. Nicht mehr nur für das Lehrgebiet. Das Umsetzen der Struktur schafft Ordnung und zeigt die Schwächen und Mängel auf. Der Zwang zum schriftlichen Umsetzen der Gedanken macht deutlich wo nicht ausreichend recherchiert, reflektiert und kombiniert wurde.

Und weil ich all das getan habe, bin ich jetzt bei den Fragen nach den Konsequenzen angekommen. Was ergibt sich aus dem ganzen Wissen?

Wohlfühlbildung – so wie die auf Emotionen zielende Werbung, wie Shopping-Malls mit Wohlfühlatmosphäre, passgenaue Angebote, die Werbung interessant machen, emotionale Usability bei Prozessen und Gegenständen – die Ausrichtung von Produkten, der Umgebung und der Ausführenden auf eine angenehme emotionalen Verfasstheit, um zielorientierter lehren und lernen zu können? Wobei sich durchaus auch die Frage nach der Art des Ziels stellt.

Training – Sozial-emotionales Kompetenztraining, Kurse zur Bewältigung von Angst- und Panikstörungen, Resilienzförderung, Burnoutbewältigung, emotionale Entlastung durch Zeitmanagement, Meditations- und Entspannungstechnniken – um als Individuum mit belastenden Bedingungen besser umgehen zu können? Wobei sich die Frage stellt, wie weit das Individuum selbst dabei und dadurch Einfluss auf die Bedingungen und ggf. ihre Änderung hat.

Emotionen als Informationsquellen – mit welchen Mitteln?  Wie implementiert? Wie weit funktionieren Ansätze wie RULER, wie weit ermöglichen sie den Ausdruck tatsächlich vorhandener Emotionen und nicht nur sozial erwünschter? Wie sieht es mit dem Recht des Individuums auf Verweigerung aus, wenn es darum geht sein Innerstes preis zu geben? – um sich selbst als Individuum, den anderen und die Welt besser zu verstehen?

Emotionen als zu Formendes und Geformtes – Emotionen in Bildungsinhalten, Emotionen und Moral und Ethik, Fragen nach zu fördernden und zu bremsenden Emotionen, Emotionen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Werten, Gepflogenheiten und Gewohnheiten, mit Menschenrechten sowie mit in der Verfassung formulierten Rechten – mit dem Ziel Bildung, Zivilisation und gesellschaftliche Entwicklung im sozialen Bereich, aber nicht nur dort, voranzubringen?

Es ist eine erste Systematik. Ich habe in meinem Studium gelernt, dass es zu bildungswissenschaftlichen Fragestellungen gehört nach den Konsequenzen und auch nach der Anwendung zu fragen. Was ist das Problem, wodurch entsteht es, wo will man hin und wieso, auf welchem Weg erreicht man das und welche Probleme und Schwierigkeiten können dabei auftreten?

And Now for Something Completely Different:

Empathie ermöglicht es sich in den anderen hineinzuversetzen und sein Handeln aus dessen emotionaler Disposition heraus zu verstehen. Es ist die Ebene, die es ermöglicht, jeden anderen wie sich selbst zu lieben. Nach meinem Wissen sind es mindestens zwei Weltreligionen (Christentum und Buddhismus), die in ihren Lehren Wert auf die Entwicklung dieser Befähigung legen. Bei den anderen kenne ich mich nicht ausreichend aus.

Wälder, Dörfer, Nazis

Das mit der Selbstdisziplinierung hat dann wohl nicht so ganz geklappt. Fünf Stunden angepeilt, gefühlt hart geschuftet, versucht eine Struktur zu erstellen, zwischendurch Musik in Endlosschleife laufen lassen, fortwährend Tee gekocht, den ersten Ansatz wieder umgeworfen, einen neuen Ansatz probiert, an der Vollständigkeit gezweifelt, im letzten Teil keine Idee mehr dazu gehabt wie ich das, worum es mir geht, überhaupt formulieren soll, wie ich es in den Griff bekomme.

Nach gut drei Stunden einkaufen gegangen, gekocht, gegessen, zum Spieleabend gegangen, dort kein Wort davon erzählt, dafür Emotionen beobachtet und ausprobiert wie ein Spiel verläuft, wenn ich nicht der Logik folge, die das Spiel nahe legt. Was geschieht wenn der Sinn meines Handelns nicht mehr erkennbar ist und schaffe ich es den Wunsch zu siegen aufzugeben? (Habe ich nicht und dadurch ging dann alles durcheinander. Ein Spiel, zu dem ich eigentlich keine Lust hatte und zu dem ich mich den anderen zuliebe überwunden habe, wurde allerdings am Ende zu einer interessanten Erfahrung. Das könnte durchaus eine Inspiration für den Umgang mit der BA sein.)

Zuhause noch viel reflektierend über den Abend geredet, dann geschlafen. Und dann waren sie wieder da. In meinen Überlegungen. Die Nazis.

Ich glaube langsam, es liegt am Alter. In meiner Fernsehzeitung auf der Klatschseite wurde von Leonardo Dicaprio berichtet, dass er sagte, seine Mutter deutscher Herkunft würde, sehr deutsch, mit zunehmendem Alter immer ehrlicher und direkter werden. Dass sie, seit sie in Rente ist, scheint beschlossen zu haben, dass sie damit das Recht erworben hat rücksichtslos ehrlich zu sein.

Das ist Klatsch, nun ja – aber, es ist durchaus Teil der Vorstellungen unterschiedlicher Kulturen von älteren Frauen, dass diese eine ganz andere Rolle als vorher einnehmen können. So dürfen sie etwas anderes als vorher tun oder sie tun es eben einfach. In meinem Fall fühlt es sich an wie die ausstehende Abrechnung mit dem langsam immer erkennbarer werdenden negativen Einfluss auf den Verlauf meines Lebens. Durch den Nazigeist.

An einem der Wege, auf denen ich mich regelmäßig bewege, sind seit geraumer Zeit Aufkleber an jedem Laternen- und sonstigen Pfahl: Wälder, Dörfer, Nazis. Und immer wieder. Wälder, Dörfer, Nazis. Ich mache jetzt manchmal ein Spiel daraus und wiederhole es schnell hintereinander mehrmals. Wälder, Dörfer, Nazis. Ein toller Effekt. Das Ganze ist so genial. Wälder, Dörfer, Nazis. Mehr braucht es nicht um das Problem zu benennen. Daher besten Dank all ihr daran Beteiligten für eure Genialität! Diese Wortfolge ist wie ein Hammerschlag, der zwischen dem Gestein der Normalität die braunen Klumpen heraus spritzen lässt. Wälder, Dörfer, Nazis.

Ich habe mir als Kind Unterstützung gesucht und sie in der Geschichte der Native Americans gefunden. Ich habe vor gefühlt langer Zeit an einem MOOC zu Aboriginal Worldviews and Education teilgenommen, der genau das zum Thema hatte, was das Video oben darstellt. Beim Anschauen sind auch beim fünften Mal meine Emotionen noch so heftig, dass meine Nase zu bluten beginnt. Ich bin so froh über diesen Weg den sie beschreiben, um sich aus den Lasten der Vergangenheit zu befreien, über das Bestreben zu heilen und auf dem Weg über Bildung die Vorfahren stolz zu machen.

Heilung benötige ich auch, ich habe aber keine biologischen Vorfahren, die ich stolz machen könnte, in dieser Lösung trennen sich unsere Wege.

Wälder, Dörfer, Nazis. Die Fortführung des Gedankenguts verbirgt sich in der Normalität. Das macht sein Erkennen, Benennen und Abwehren für mich so schwierig. Es sind Emotionen, die mir helfen, doch Emotionen und Denken müssen dabei in geeigneter Weise zusammenarbeiten. Die Emotionen zeigen dem Denken den Weg und das Denken liefert den Emotionen die Begründungen. Doch das Denken muss dabei in die richtige Richtung deuten. Und dafür benötigt es geeigneten Input meiner geistigen Verwandten.

Doch nun zurück zum Beginn. Da ist ja nicht nur die BA mit ihren Anforderungen. Das ist auch der Alltag mit seinen Konflikten. Da sind Veränderungsprozesse, die angestoßen wurden, da sind Begegnungen und Situationen, die neu bedacht werden müssen. Dinge bleiben nicht wie sie einmal waren. Erkenntnisprozesse ändern den Blickwinkel und haben anderes Handeln als Konsequenz, bieten Raum für neue Möglichkeiten. Und werfen neue Fragen auf. Zwischendurch. Und erfordern und fressen Zeit.

Damit wieder zurück zur Selbstdisziplin, wenn die Zeit noch ausreicht. Oder zu einer Bachelorspielidee, um mit den unangenehmen Emotionen besser umgehen zu können.

Nachtrag am 6.1.15: Auf den Zetteln steht nicht Wälder, Dörfer, Nazis. Das ist das, was mein Kopf für mich passend anpasst. Auf den Zetteln steht Wiesen, Wälder, Neonazis. Das Motto einer Kampagne zur Bekämpfung rechter Strukturen in Hessen.

Start der Bachelorarbeit

Nach zehn Monaten bin ich endlich an einem Punkt angekommen, an dem meine Fragen zur Rolle von Emotionen in Bildungsprozessen geklärt sind. Das Thema führt nicht mehr zu fortwährender Unruhe und ständigem Nachfragen, zusätzlich scheinen sich alte Spannungsfelder in mir aufgelöst zu haben. Analysiere ich Situationen und Vorgänge in Hinblick auf die dabei wirkenden Emotionen, so erhalte ich Antworten, die mir zufriedenstellender verständlich machen was tatsächlich vor sich gegangen ist oder geht als das bisher der Fall war. Emotionen systematisch beobachten zu können, scheint für mich genau das was ich benötige.

Nach einigen Tagen der Entspannung um die Festtage herum, ist es endgültig an der Zeit mit der Bachelorarbeit zu starten. Es gibt nichts, was ich jetzt noch vorbereite könnte.

Der Start gestaltet sich allerdings schwierig. Meine letzte längere Arbeit habe ich Anfang des letzten Jahres geschrieben, Wissen um Formales und sinnvolle Arbeitsmethoden muss erst wieder reaktiviert werden. Gleichzeitig ist es zwar so, dass mir selbst Zusammenhänge inzwischen in komplexer Form klar sind und ich diese auch anwenden kann, was für mich ein entscheidendes Kriterium für Sinn und Nutzen ist, dafür eine Systematik zu erstellen ist aber eine ganz andere Art der Herausforderung. Begleitend ist es notwendig gegen meine Unlust anzugehen. Für mich selbst habe ich eine ausreichende Klärung des Themas ja bereits erreicht, die BA zu schreiben ist daher erst einmal nur ein formaler Abschluss, den ich mir ganz gerne schenken würde. Geht aber nicht, die BA benötige ich.

Letztlich habe ich momentan Probleme, die aus der Sicht meines Themas selbst von großem Interesse sind. Letztlich eine gute Gelegenheit unangenehme Emotionen und Strategien für den Umgang mit ihnen zu beobachten.

Als erstes entschließe ich mich für die Verwendung eines Zeitplans. Zuerst einmal nur für eine tägliche auf die BA bezogene Arbeitszeit. Später werde ich eine Festlegung von Bearbeitungsfristen benötigen. Noch immer bin ich, wie schon bei meinen ersten Versuchen im letzten Jahr, damit konfrontiert, dass ich nicht weiß, wie ich bei einer Strukturierung des Inhaltsverzeichnisses am besten sowohl eingrenze als auch zusammenfasse. Am liebsten würde ich mich dem Ganzen entziehen und habe das dringende Bedürfnis wegzurennen, das kommt als zusätzlich zu bewältigende Schwierigkeit dazu. Es bleibt mir nichts anderes übrig als auf meine Fähigkeiten der Selbstdisziplinierung zurückzugreifen. Was für ein Schlamassel!