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Am Ende der Hausarbeit

Die Hausarbeit zum Modul 3B ist fertig. Ich bin ausgeruht, entspannt und in einem positiven emotionalen Zustand. Das ist bemerkenswert. Kein Stress, keine Ängste, kein Schlafdefizit, genug Zeit für eine letzte Korrektur, eine positive Erwartungshaltung für die kommende Bachelorarbeit, kein Groll mehr auf  Modul 3B. Ich bin zufrieden mit meiner Arbeit. Für ein besonderes Glanzstück halte ich sie nicht, aber für eine gute Lösung bei meinen Problemen mit diesem Modul.

Gestern habe ich noch ein Kapitel zu Emotionen in einem Lehrbuch zur pädagogischen Psychologie [1] gelesen, das 2015 (!) in seiner zweiten Auflage erschienen ist. Es ist also noch ganz neu. Das was ich dort gelesen habe, fand ich sehr erstaunlich. So viel von dem was mich beschäftigt ist bereits bekannt. Thematisiert und berücksichtigt finde ich es dagegen kaum explizit. Und gerade im Rahmen meines Studiums nicht.

Mich unterstützt es jetzt darin, dass ich mich selbst ernst nehme. Ich habe mein Möglichstes getan, um meine eigene Praxis und die Modulinhalte zu verknüpfen. Ich kann nichts dafür, dass ich etwas ganz anderes tue und eine andere Ausrichtung habe. Ich habe keine Märchen erzählt und habe nichts zurechtgebogen, um etwas passend zu machen, das niemals passend sein wird. Ich habe keine Ahnung was das Lehrgebiet davon halten wird. Schon im Dezember hatte ich aufgehört mir die Arbeiten der anderen anzuschauen, weil mir das nicht weitergeholfen hat. Während des Schreibens selbst habe ich noch ab und an einen Blick darauf geworfen wie die anderen mit den formalen Anforderungen umgegangen sind, aber auf fremde Inhalte habe ich mich nicht mehr eingelassen.

Die Arbeit ist ein seltsames Ding geworden. Nicht Fleisch noch Fisch passt gut dazu. Es ist eine Auseinandersetzung mit Inhalten und mit Prüfungsanforderungen, angerissen, unfertig, tastend. Gelernt habe ich dabei. Vor allem mit meinen Prüfungsstress-Gefühlen besser zurecht zu kommen, Ausruhen und Reflektieren zu schätzen und Ideen für die Literaturarbeit im Hinblick auf die Bachelorarbeit zu entwickeln. Dort werde ich auch mehr Platz haben als in dieser Hausarbeit.

Es bleibt also nur noch zu hoffen, dass die ganze Einsenderei gut klappt und dass die Arbeit vom Lehrgebiet als ausreichend akzeptiert wird. Beim letzten Punkt bin ich zuversichtlich. Ich werde genug Anforderungen erfüllt haben, auch wenn es vielleicht nicht so ganz das ist was gewünscht wird und auch wenn ich nicht mit den tollen und wichtigen Projekten anderer und deren Beschreibungen davon mithalten kann.

Es läuft erneut darauf hinaus, dass es besser ist die eigenen Sachen zu machen, auch wenn die schlechter gelingen und es mit weniger Erfolg verbunden ist, als die anderer gut zu kopieren. An diesem Punkt soll es dieses Mal aber nicht stehen bleiben. Es geht auch darum die eigenen Dinge zu verbessern. Dazu dürfen diese aber nicht aufgegeben werden und müssen in ihrer Bedeutung und ihrem Potential erkannt werden. Auch wenn das erst einmal schwierig erscheint. Und wenn für mich Motivation und Emotionen das A und O beim Lernen sind, ohne die nichts aber auch gar nichts läuft, dann ist das eben so. Dann lässt sich danach fragen wie es zu dieser Einschätzung kommt, was davon zu halten ist und wer diese Haltung möglicherweise teilt. Dadurch wird die Beschäftigung damit und die Reflexion darüber ermöglicht und es lassen sich vielleicht Modelle finden, die eine entsprechende Herangehensweise an die Welt unterstützen, helfen sie besser zu verstehen und bewusster zu vertreten und zu gestalten.

Ich bin jetzt jedenfalls sehr motiviert weiter zu machen und dabei auch meine Arbeitsweise zu verbessern. Und das sehe ich momentan als den größten Erfolg bei dieser Hausarbeit an. Ein paar Tage aufräumen, ordnen, putzen und danach Freunde besuchen, die ein wenig zu kurz gekommen sind. Und dann mit einer neuen Planung an eine neue Arbeit! Mal sehen was kommt.

Referenzen:

[1] Wild, E.,  Möller, J. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Psychologie. 2. Auflage. Wiesbaden: Springer.

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Projekt vs. Prozess

Momentan habe ich Bedarf für einen sehr langen Blogeintrag und intensive Recherche, muss aber versuchen mich kurz zu fassen, da der Abgabetermin für die Hausarbeit in Modul 3B näher rückt und ich noch einiges zu tun habe. Im Augenblick denke ich, mein Problem ist der Unterschied zwischen Projekt und Prozess. Ich gestalte überhaupt keine Projekte, sondern ich gestalte Entwicklungsprozesse. Der Hauptunterschied ist, dass ein Projekt weiß wo es hin will, es hat ein am besten zuvor klar definiertes Ziel. Ein Prozess weiß aber noch nicht genau was am Ende sein wird, weiß nicht genau wo seine Wege entlang führen und muss das auch gar nicht wissen.

Ich versuche nun die ganze Zeit aus meinem Prozess (das Praktikum, das ich in der Hausarbeit bearbeite) ein Projekt zu machen, weil die von außen kommenden Anforderungen mich in diese Richtung drängen. Der Begriff Projekt korreliert stark mit Begriffen wie Effizienz und Effektivität, legt straffe Planung, geordnete und systematisierte Durchführung, sowie Reliabilität und Validität der Überprüfung nahe. Ich habe nichts dagegen. Das ist im passenden Kontext wichtig, aber Prozesse sind einfach etwas anderes.

Hier sehe ich auch das Problem, das ich mit 3B im Zusammenhang mit dem Bildungsbegriff habe. Bildung ist für mich kein Projekt, sondern ein Prozess.

Kürzlich habe ich ein Buch gelesen, im dem ein Studium als Projekt gemanagt wird. Kann man so machen. Es ist mit Sicherheit hilfreich, um ohne Zeitverlust das Ziel, den Abschluss, effektiv und effizient zu erreichen. Aber… für mich ist auch ein Studium ein Entwicklungsprozess. Sogar meine reflektierende Hausarbeit ist es. Momentan würde ich sie am liebsten fallen lassen und noch einmal neu aufsetzen, da meine Entwicklungsprozesse mich während des Schreibens eben woanders hingeführt haben als geplant. Werde ich nicht machen, ich werde jetzt versuchen das Beste aus der Situation zu machen, da ich immer noch vorhabe das Planungsziel zu erreichen. Aber nur deshalb, weil ich keine Möglichkeit für eine Terminverlängerung habe und der nächste Abgabetermin erst in einem halben Jahr ist. Und ich habe keine Ahnung wo ich mich dann geistig befinde. Und ich habe auch keine Ahnung was das Lehrgebiet im nächsten Semester aus dem Modul machen wird. Daher werde ich jetzt Kompromisse eingehen.

Ich werde auf diese Art und Weise nie mit etwas wirklich fertig, finde das aber nicht schlimm. ma ma (まま) ist der japanische Ausdruck dafür. Es ist wie es ist. Ich bin auf einer andauernden Reise.

Ich denke, auf dieser Basis kann ich mir jetzt vieles erklären, was ich an diesem Modul und diesem Lehrgebiet nicht begreife. Jetzt wird mir die inhaltliche Ausrichtung klar, die Art der Problemlösung im Modul selbst, das Bemühen Normalität einkehren zu lassen statt Entwicklungschancen unmittelbar aufzunehmen und weiter zu verfolgen. Bestimmte Geringbewertungen von inhaltlichen Aspekten und Ausdrucksformen von Menschen werden für mich ebenfalls verständlich. Verständlich wird für mich nun auch warum Nachdenken, Reflexion, Emotionen, Motivation, Kreativität oder Holistik für mich so bedeutungsvoll sind. Entwicklungsprozesse arbeiten damit. Und es wird klar, warum ich in der letzten Zeit zunehmend den Eindruck habe doppelt arbeiten zu müssen. Ich habe den Maßstäben des Lehrgebiets gerecht zu werden. Ich habe meinen eigenen Maßstäben gerecht zu werden. Und kann beides nur nebeneinander, kaum miteinander tun.

Ich kann durch diese Überlegungen jetzt eine andere Perspektive einnehmen. Das ist durchaus einer der KlackerKlackerMomente. Ich habe jetzt auch einen Hinweis wonach ich zu suchen habe, wenn ich lesen will, was andere zu dieser Thematik geschrieben haben. Wie bereits geschrieben, habe ich jetzt nicht sehr viel Zeit, auch nicht für eine unmittelbare Recherche wie es sonst eher meine Gewohnheit ist. Ich weiß aber aus meinem Studium schon jetzt, dass meine Überlegungen mit grundlegenden Problemen im Bereich der Bildung in Verbindung stehen. In meinem Kopf ist auch die Frage danach entstanden, wie man eigentlich Bildungsmomente gestalten kann. Ob man das überhaupt kann?

Inzwischen ist mein Selbstbewusstsein wieder gestiegen und mein Kopf klarer geworden, da ich besser begreife wo ich selbst einzuordnen bin. Das wirkt sich wiederum positiv auf meine Handlungsfähigkeit aus. Ich greife jetzt auch verstärkt auf alte Gepflogenheiten in Bezug auf meine zu betreuenden Kinder zurück. Ohne dabei grundlegende Änderungen vorzunehmen, versuche ich einfach effizienter zu sein.

Und ich denke, es ist sinnvoll mir genauer Gedanken darüber zu machen, wie ich eigentlich arbeite, was dabei für mich wichtig ist, durch welche Kompetenzen ich mich eigentlich auszeichne. Und was für mich nützlich ist. Welche Tools jemandem wie mir helfen. Das zu entwickeln, daran sollte ich arbeiten. Und ganz genau das sollte ich als wichtig betrachten.

Modul 3B – Arbeitstechnik in der RD

Während der RD, der Reflektierenden Dokumentation als Hausarbeit, habe ich eine neue Arbeitstechnik ausprobiert. Bisher hatte ich meine Hausarbeiten immer am Stück in einem Dokument geschrieben, dieses Mal besteht die Arbeit allerdings vom Lehrgebiet vorgegeben aus einzelnen Kapiteln, die sich thematisch gut abgrenzen lassen. Da ich lange Texte unübersichtlich finde und sowieso immer nur wenige Seiten an einem Stück schreiben kann, habe ich begonnen für die einzelnen Kapitel einzelne Dokumente zu erstellen. Die passenden Literaturangaben setze ich, während ich sie benutze, gleich an den Schluss und kann nun sehr schnell zu ihnen scrollen, um mir noch einmal einen Überblick zu verschaffen. Funktioniert in dieser Arbeit gut, da die Literatur immer nur für einzelne Kapitel Verwendung findet. Ich habe dadurch auch einen besseren Überblick darüber, welche Literatur ich tatsächlich benutzt habe.

Bin ich mit dem Kapitel fertig, füge ich es der RD zu und bringe die Literatur in der schon bestehenden Literaturliste unter. Da ich bisher ohne Literaturverwaltungsprogramm arbeite, entstehen dadurch auch keine Probleme. Ergänzungen, Anpassungen und Abänderungen nehme ich dann im Gesamttext vor. Weitere Kapitel bearbeite ich in der gleichen Weise, einschließlich aller Abbildungen und füge sie dann komplett durch Copy and Paste ein.

Auch für die kommende Bachelorarbeit könnte ich mir eine entsprechende Arbeitsmethode vorstellen. Je länger Textdokumente werden, umso mehr fühle ich mich von ihnen erschlagen und verliere den Überblick. Kleinere Stücke, wie auf meinem Arbeitsblog zu Modul 3B oder auch auf dem Blog hier, sind für mich dagegen gut zu überblicken und zu bewältigen. Gerade für  einen Schreibprozess, der täglich nur eine kleine Menge hervorbringen kann, erscheint mir das angemessen. Die Idee eines speziellen Arbeitsblogs wie bei 3B ist mir dabei sehr sympathisch, auch da er nicht öffentlich geführt werden kann. Die Blogstruktur eignet sich gut für tägliche kleine Textpassagen, für Hyperlinks, Tagging, Sammlungen und Ordnungssysteme.

Allerdings sollte ich mich im Vorfeld der Bachelorarbeit doch noch einmal intensiver mit den Möglichkeiten meines Textverarbeitungsprogramms und von Literaturverwaltungsprogrammen beschäftigen, damit mir mehr Ideen zur Verfügung stehen. Gerade jetzt merke ich immer wieder, dass da mehr gehen könnte, wage es aber nicht intensiver nachzuhaken, da ich unter dem Eindruck von Zeitmangel stehe. Es wird notwendig sein gezielt einen Zeitraum für eine entsprechende Weiterbildung festzulegen, sonst verschiebe ich es wieder, da es nicht dringend ist, bis ich mich erneut in einer Situation befinde, in der ich Bedarf für zusätzliche Kenntnisse habe, gleichzeitig aber erneut Zeitknappheit empfinde. Es sei denn ich finde einen Weg meine Kenntnisse zu Literaturverwaltung und Textverarbeitung während der Arbeit damit zu erweitern.

Leider komme ich mit dem Druck von Terminvorgaben nicht gut zurecht. Er erzeugt bei mir immer das Gefühl keine ausreichende Zeit zu haben, so dass ich sehr stark nur auf das Notwendige konzentriere. Zusätzliches mache ich dann in den Phasen zwischen den Zeiten in denen ich auf Termine hin arbeite. Dann werde ich aber oft wieder so ausschweifend, dass ich erneut zu vielem nicht komme, das auch wichtig, aber weniger interessant ist. Ein gewisses systematisches Update meiner Arbeitstechniken scheint mir angebracht.

Entfremdung, Emotionen und Modul 3B

Beim Fortschreiten meiner Hausarbeit zum Modul 3B, das ein Praktikum als Hintergrund hat, wird für mich zunehmend sichtbar, dass von dem was für mich am Praktikum bemerkenswert, wichtig und auffällig war, kaum etwas in der Arbeit enthalten sein wird. Ich hatte im Vorfeld schon ähnliches von Studierenden gehört, deren Arbeit bereits beendet war, aber gehofft selber davonzukommen.

Die Hausarbeit basiert auf den Vorgaben des Lehrgebiets, der Inhalt wird dadurch sehr klar gelenkt, die Anzahl der Seiten für die einzelnen Themen, aus denen das Ganze bestehen soll, erlaubt dabei nur eine Beschränkung auf Wesentliches. Die Auswahl, die aus den Erfahrungen mit dem Praktikum getroffen wird, beschränkt sich außerdem auf diese vorgegebenen Themen. Noch nicht einmal das Fazit erlaubt durch Vorgabe und Begrenzung Rückblick und Schlussfolgerung mit eigener Schwerpunktsetzung.

Die Verwendung des Begleitblogs als Arbeitstool hatte es mir ermöglicht, für mich wichtige Themenbereiche in einzelnen Blogposts zumindest anzureißen. Dadurch konnte ich das Praktikum noch einmal mit anderen Augen sehen und die Spannungsfelder, die ich als damit verbunden erfahren hatte, genauer bestimmen. Das hat bei mir klar zu einem Erkenntnisgewinn geführt, der Auswirkungen auf meine Einstellungen und mein Handeln hat. Die Blogarbeit hatte die Vorstellung geweckt, dass davon auch etwas in die Hausarbeit einfließen könnte. Nachdem ich nun aber den Rest der Arbeit überblicken kann, sehe ich dafür keinen Raum.

Das was ich mir auf dem Begleitblog erarbeitet habe, benötige ich nur zu Teilen für die Hausarbeit. Die Blogarbeit selbst wird nicht in die Benotung einfließen. Für die Bestätigung meiner Studienleistung habe ich hier also in weiten Teilen umsonst gearbeitet. Die Blogarbeit war für mich allerdings das Bedeutungsvollste an diesem Modul mit dem größten Erkenntnisgewinn. Nach Abschluss der Blogarbeit hatte ich den Eindruck mit dem Modul letztlich fertig zu sein, war zur Hausarbeit nur wenig motiviert und habe mich dann zwischendurch mit anderen für mich wichtige Themen weiter beschäftigt wie die Bedeutung der Emotionen für das Lernen oder in welcher Form Bildung und Bildungsmomente auftreten, auch in meinem eigenen Leben als mein eigenes Bildungspaket. Der Eindruck nach Abschluss der Blogarbeit, das für mein inhaltliches Lernen Wesentliche getan zu haben, bestätigt sich momentan während der Hausarbeit. Hier lerne ich jetzt primär die formale Bewältigung einer solchen Prüfungsleistung, die Inhalte selbst erzeugen nur begrenzt eine innere Beteiligung.

Ich erfahre dabei ein ganz bestimmtes Spannungsfeld, das ich noch nicht ganz umreißen kann. Die Vorgaben der Hausarbeit stellen eine Einschränkung dar, die dazu benutzt werden kann, die einzelnen Arbeiten besser vergleichbar und messbar zu machen. Die Aufmerksamkeit wird dabei allerdings auf das gelenkt, was das Lehrgebiet als wichtig begreift. Das ist nicht ohne Interesse, das was für mich selbst wichtig und bedeutungsvoll ist muss ich aber getrennt davon eigenständig bearbeiten. Unterbringen kann ich es nicht. Damit entferne ich mich mit meinen Erfahrungen und meiner Arbeit aber von der Spur, die als Maßstab gesetzt wird. Wollte ich jetzt das Praktikum in einer Weise bearbeiten, die auf meinen Erfahrungen aufbaut und diese zu einem gelungenen Abschluss bei einer Verknüpfung mit Theorien führt, müsste ich parallel eine weitere, anders geartete Arbeit erstellen.

Einerseits bin ich bei der Hausarbeit jetzt mit einem gewissen Entfremdungsprozess konfrontiert, da ich nicht das bearbeite was für mich bedeutsam ist, sondern meine Erfahrungen auf das reduziere, was mir ein anderer zugesteht. Meine eigenen Erfahrungen, Gedanken, Überlegungen, Interessen und Vorwissen erhalten dabei eine untergeordnete Bedeutung. Diese Information ist dabei auf einer dem Bewusstsein nur begrenzt zugänglichen Ebene eingesickert. Kurz: In habe nebenher den Eindruck vermittelt bekommen, dass die Themenfelder des Lehrgebiets von offizieller Wichtigkeit sind, die meinen sind es aber nicht. Auch nicht das was mir auffällt und was ich als bedeutsam betrachte. Den Tatsachen entspricht das allerdings nicht. Da mir momentan durch Netz- und UniBibzugang eine Vielfalt von Informationen zur Verfügung steht, weiß ich, dass es Wissenschaftler gibt, die sich genau mit den Themen beschäftigen die für mich bedeutsam sind, und dass es eine Vielfalt von Ansätzen gibt um Erkenntnisse zu gewinnen.

Emotional bin ich jetzt andererseits in einem Dilemma. Ich habe mich in der letzten Zeit mehr und mehr aus sozialen Aktivitäten ausgeklinkt. Ich suche kaum noch Diskussionen oder Auseinandersetzungen. Eine Zeit lang habe ich viele Kommentare zu Themen geschrieben, die mich interessieren, jetzt lese ich oft nur von einer fernen Position aus und zögere dabei einen Kommentar zu hinterlassen. Manchmal setze ich an zu schreiben und lösche dann alles wieder. Es ist eine alte Lösungsstrategie, auf die ich dabei unbewusst zurückgegriffen habe. Selbstzensur. Wenn das was mich beschäftigt für andere ohne Interesse ist, warum soll ich mich dann beteiligen. Das was mich beschäftigt hat schließlich keinen Wert für die Gemeinschaft. Diese Schlussfolgerung ist etwas fatal, es ist aber das was geschieht. Und es ist eine Angelegenheit der Emotionen.

Da ich gleichzeitig weiß, weil ich es erfahre, dass meine Gedanken, Themen, Probleme bedeutungsvoll sind, zumindest für mich und vielleicht ein paar andere, stoppe ich nicht mich damit zu beschäftigen. Mich selbst nehme ich vor mir selbst durchaus ernst. Ich nehme meine Interessen allerdings nur noch begrenzt ernst in Bezug auf die Gemeinschaft. Als Formulierung ist es dann die Beschäftigung mit exotischen Themen. Wen kümmern die. Die Gemeinschaft hat Wichtigeres zu tun. Hat sich mit anderen ernst zu nehmenden Dinge zu beschäftigen.

Es ist die Stimme der Emotionen, die hier spricht. Menschheitsgeschichtlich halte ich sie für eine alte Stimme.

Ich sitze also in meinem Dilemma und mein Verstand versucht meinen Emotionen die Situation zu erhellen. Die sind aber reichlich störrisch. Vielleicht kann mein Verstand mit meinen Emotionen allerdings nur nicht in der richtigen Weise kommunizieren. Mit diesem Blogpost versucht er es und damit scheint es erneut ein Blogpost nur für mich zu werden. Mal wieder die Ebene verfehlt auf der ich eine öffentliche Kommunikation als sinnvoll betrachte. Oder?

In einem Diskussionsbeitrag auf Moodle habe ich kürzlich thematisiert, dass ich anscheinend doppelt arbeiten muss. Ich muss lernen die Dinge des Studiums auf die übliche Weise zu tun, parallel dazu muss ich aber so vorgehen, dass die Inhalte in meinen eigenen Weltkonstruktionen einen Sinn ergeben, damit ich sie anwenden kann und sie dadurch einen bleibenden Nutzen für mich haben.

Genau so ein Prinzip liegt hier ebenfalls vor. Ich habe keine Ahnung wie ich das lösen soll. Lösen möchte ich es, weil ich die negativen Auswirkungen spüre. Ich möchte eine Verbindung zur Gemeinschaft wahren, gleichzeitig kann ich nur gut arbeiten, wenn das womit ich mich beschäftige für mich selbst bedeutungsvoll ist. Genau das ist jetzt das Problem mit der Pflichtübung Hausarbeit. Und es tritt zutage, weil etwas für mich Bedeutungsvolles die Grundlage war.

Aus den sozialen Netzwerken weiß ich, dass es anderen ähnlich erging. Genaueres weiß ich leider nicht, andere haben sicherlich ein anderes Innenleben wie ich, sprich, abweichende Weltkonstruktionen. Aber die Differenz der Bedeutsamkeit des Praktikums und der entfremdeten Pflichtübung der Hausarbeit habe ich mehrfach wahrnehmen können. Mich bringt das jetzt diesen Studierenden näher und entfernt mich dabei vom Lehrgebiet. Daher reihe ich mich jetzt ein in das Heer der namenlosen Studierenden, die nichts Bedeutsames beizutragen haben, da für das was für sie Bedeutung hat, kein Platz zur Verfügung gestellt ist.

Das bedeutet nun aber nicht, dass es nirgendwo einen Platz gibt. Die eigenen Bedeutsamkeiten zu erkennen, aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln, kann vielleicht dazu führen diesen Platz zu entdecken oder selbst zu erschaffen.

Wichtig ist es jetzt meine Emotionen zu streicheln und ihnen zu vermitteln dass alles gut ist. Das ARCS-Modell als motivationales Modell beinhaltet die Schritte Aufmerksamkeit für etwas zu erzeugen, ihm persönliche Bedeutsamkeit zu geben, die Zuversicht für ein Gelingen des Lernbemühens aufzubauen und damit die Möglichkeiten eines Erfolges zu fördern, so dass letztlich Zufriedenheit erreicht werden kann. Im Hintergrund stehen dabei emotionale Prozesse als Basis für Motivation.

Für mich ist der positive und förderliche Umgang mit Emotionen im Zusammenhang mit Lernen und Arbeiten von großer Wichtigkeit. Dafür gibt es Gründe, auf die einzugehen an dieser Stelle zu weit führt. Es ist aber genau das, woran ich weiter arbeiten möchte, weil ich dort etwas herauszufinden habe, das ich nicht nur für mich als bedeutsam ansehe.

Unerwartete Probleme bei der Hausarbeit und schnelle Informationsverarbeitung

Mitten in der Hausarbeit für 3B, mit nur noch knapp zwei Wochen vor mir und keiner Verlängerungsmöglichkeit für den Abgabetermin, entdecke ich eine Riesenlücke. Ich habe vergessen mich mit dem Projektmanagement näher zu befassen. Das macht in der Arbeit ein ganzes Kapitel aus, zwei Seiten, für die Darstellung was es ist, gefolgt vom Vergleich, ob und wie es beim durchgeführten Projekt vorhanden war.

Das ist nun happig, zumal ich momentan lieber Winterschlaf halten würde, insgesamt sehr entspannt bin und keine Lust verspüre mich unter Stress zu stellen. Ich hatte zur Reflexion des Praktikums vor allem intensiv meinem Begleitblog genutzt und dort bisher auch zu allen Teilen der Arbeit Grundlagen gefunden. Den Bereich der Professionalisierung, der allein noch zu fehlen schien, hatte ich noch vor Bearbeitungsbeginn der Hausarbeit dran gehängt, sogar extra noch einen Text in der nächsten UniBib besorgt. Und nun das. Wieder einmal die Bewältigung einer unvorhergesehenen Situation. Selbstvorwürfe mache ich mir glücklicherweise nicht mehr, es ist wie es ist. Probleme gilt es zu bewältigen.

Gestern habe ich noch flugs nach zitierfähiger Literatur gesucht, nachdem ich im Netz sehr schnell fündig wurde und auch bereits einen guten Eindruck bekam, allerdings nicht so recht schlau daraus werden konnte, ob und wie ich das so gefundene Material zitieren kann. Dabei habe ich gemerkt, dass ich mich mit dem Projektmanagement schon beschäftigt hatte, allerdings nur sehr grob. Zusammenfassungen habe ich nicht, dazu eignet sich jetzt allerdings das Netzmaterial.

Über die Unibib finde ich schließlich ein Buch von 66 Seiten, in dem das Projektmanagement auf ein Studium angewandt wird. [1] Darin finde ich alles was ich zum Zitieren benötige, außerdem liefert mir das Buch jetzt noch ein Beispiel aus einem mir bekannten Bereich. Ich finde die ganze Idee sehr reizvoll ein Studium als Projekt zu betrachten und bedauere, dass ich jetzt nicht die Zeit habe mich damit intensiver zu beschäftigen. Einschließlich gründlicher Reflexion und Ausprobieren.

Jetzt heißt es in möglichst kurzer Zeit so umfangreich und tief gehend wie notwendig in den Bereich einzusteigen und ihn auf meinen Bedarf anzuwenden. Und das ohne nur herum zu fuschen. In der Vergangenheit hätte ich so nicht arbeiten können. Dass ich das jetzt entspannt in Angriff nehmen kann, hat sich im Verlauf des Studiums entwickelt, und das ist jetzt auch der Grund für die Mühe den Blogeintrag zu schreiben. Ich habe fortwährend Unmengen von Informationen zu verarbeiten. Und nicht nur das. Ich habe auch fortwährend meine Haltung, meine Einstellung und mein Wissen zu verändern. Ich kann nichts festhalten, alles ist nur flüchtiger Natur, gilt für einen Moment und dann hat sich die gesellschaftliche Situation geändert oder neues Wissen wurde generiert oder der technische Fortschritt hat altes obsolet gemacht, und schon ist alles wieder anders und muss neu bedacht und betrachtet werden.

Daher ist es notwendig schnell Daten und Informationen verarbeiten zu können. Und das auf eine effektive Art und Weise. Das bedeutet zu wissen, wie man die relevanten Informationen schnell erkennt und schnell kombiniert und wann der Punkt erreicht ist, an dem das Gesamtbild ausreichend sichtbar ist und man auf das Auffüllen durch weitere Details verzichten kann. Das ist legitim. Es ist unmöglich sich mit allem ins Detail zu beschäftigen, daher ist die Befähigung schnell einen weiten Überblick bei möglichst großer Exaktheit zu bekommen wichtig.

Genau das werde ich jetzt versuchen und damit das Beste aus der Situation machen.

 

[1] Holzbaur, U. (2014). Projektmanagement für Studierende. Erfolgreich das Studium meistern. Wiesbaden: Springer.

Eigene Arbeitsmethode erkennen

Ich komme momentan mit meiner Hausarbeit nicht so schnell voran wie ich möchte. Das ist nicht so ganz schlimm, nach meiner Einschätzung wird die Zeit reichen, es ist aber ein Anlass Fragen zu stellen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich gestern zwar scheinbar nichts für die Hausarbeit selbst getan habe, das womit ich mich den Tag über beschäftigt habe, hat aber durchaus mit der Hausarbeit zu tun. Ich habe mich jetzt das erste Mal auch genauer mit Prokrastination beschäftigt, um bestimmen zu können ob ich damit konfrontiert bin. Dieser Begriff wird gelegentlich von Studierenden benutzt, wenn sie bei einer Arbeit nicht zügig vorankommen. Hat es nach den Charakteristika aber nicht, was mich erst einmal erstaunt, denn ich dachte eigentlich, dass es mich nun eben auch erwischt hat.

Womit ich es zu tun habe funktioniert aber offensichtlich anders. Und da bin ich wieder bei der Notwendigkeit genau zu bestimmen mit welchen Erscheinungen man es im Leben jeweils exakt zu tun hat. Ich hänge offensichtlich an einem Punkt, der mir unklar ist und zu dem ich Fragen habe. Daher versuche ich diese Fragen erst einmal zu lösen, statt sie gleich unter den Tisch zu mauscheln. Ich hänge am Thema Emotionen und wie ich die einbeziehen kann. Dafür war die Graphic Novel Held von Flix hilfreich, es war aber auch hilfreich zu recherchieren, dass es im Bereich Bildung einige Personen gibt, die sich damit gezielt beschäftigen mehr über die Bedeutung von Emotionen für das Lernen herauszufinden bzw. Emotionen in Unterrichtskonzepten bewusst und gezielt anzusprechen und zu berücksichtigen. Hilft mir alles zwar momentan nicht bei dem Problem weiter wie ich das nun in meiner Arbeit unterbringen kann, stärkt mir allerdings den Rücken darin, dass dieser Punkt nicht nur für mich wichtig zu sein scheint. Und auch das ist schon eine Hilfe. Ich kann nun auch ermessen, dass ich es mit einem etwas schwierigen Problem zu tun habe, das ich vielleicht doch erst einmal beiseite lassen muss.

Da ist etwas passiert, das mir jetzt zwar nicht hilft bei meiner Arbeit zügig voran zu kommen, es stellt aber keine Ablenkung und auch kein Drücken dar, sondern ist der Bestandteil eines Auseinandersetzungsprozesses, der dazu dient besser zu verstehen, worüber ich da eigentlich schreibe. Und zu diesem Prozess gehören zwei weitere Elemente, die irritierend sind, gegen die ich aber nicht vorgehen, sondern die ich akzeptieren sollte, denn ich leide offensichtlich nicht an einem Mangel an Disziplin, daher ist es auch nicht sinnvoll Zwang auszuüben, um mich an die Arbeit zu bringen. Das könnte sogar kontraproduktiv sein. Denn ich arbeite ja bereits, nur anders als ich mir das vorgestellt und erwartet habe.

Diese beiden Elemente sind einerseits vorübergehend Distanz zu schaffen, indem ich etwas tue, das alle Gedanken an die Inhalte mit denen ich mich beschäftige für eine befristete Zeit aus meinem Bewusstsein fegt. Spannende Filme oder Literatur, die vollständig vereinnahmen können, eignen sich dafür. Gespräche, Spaziergänge und Hausarbeit eher nicht, da die Gedanken dabei immer wieder zum Thema zurückkehren. Ich weiß nicht was durch die Distanz geschieht, möglicherweise erleichtert sie bestimmt unbewusste Verarbeitungsprozesse, während nichts Neues mehr dazu kommt, auch keine bewusste Bearbeitung. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Schlafen. Das kommt allerdings nur bei ausreichender Müdigkeit als Option in Frage. Als zweites Element gibt es dann noch das im Bett liegen und den Gedanken nachhängen. Dabei werden die Verarbeitungsprozesse für das Bewusstsein zugänglich. Währenddessen des Nachdenkens etwas zu tun verringert allerdings die Bearbeitungsbreite. Vertiefen und strukturieren lässt sich das Nachdenken durch reflektierendes Schreiben, z.B. hier auf dem Blog.

Mit diesen Überlegungen lande ich bei einer Kette.

  1. Problem und seine Benennung
  2. Recherche bei anderen (Bücher, Blogeinträge, Videos, Überblick über Bereich schaffen)
  3. Distanz (Bewusstsein von anderen Inhalte vereinnahmen lassen, Schlaf)
  4. Bewusste Verarbeitung (im Bett liegend Gedanken nachhängen, reflektierendes Schreiben)
  5. optional: Dokumentation (schreiben oder anders Aufzeichnungen machen)
  6. Neue Erkenntnisse anwenden oder verwenden

Das heißt, ich habe ein Problem, verschaffe mir zuerst einen Überblick bei anderen, dann lasse ich das ruhen. Anschließend überlasse es verschiedenen Verarbeitungsprozessen das Recherchierte mit meinen Vorerfahrungen zu verbinden und währenddessen auf mein spezifisches Problem anzuwenden. Gegebenenfalls dokumentiere ich auch etwas dazu.

Im Detail mag das jetzt nicht stimmen oder unvollständig sein, im Groben wirkt es auf mich aber zutreffend und löst keinen Widerspruch aus. Entscheidend ist dabei, dass es nahelegt mit mir selbst duldsamer umzugehen, auf die Gründe für Verhalten zu achten, nicht auf die Erscheinungen, und dabei mehr die Chancen zu betrachten, die darin liegen. Zu Arbeitsprozessen gehören Pausen, dazu gehören auch Phasen des Nachdenkens. Es gehört dazu zu erkennen, dass es manchmal auch weitergeht, während gar nichts zu geschehen scheint.

Mit diesen Überlegungen gelingt es mir eine gewisse Form von Kontrolle über gegen meinen Willen verlaufende Prozesse zu gewinnen. Es ist zur Zeit schmerzhaft, dass einige Studierende bereits fertig sind, ihre Arbeit abgeschickt haben und sich der Bachelorarbeit zuwenden. Ich wäre jetzt gerne schneller und würde gerne konzentrierter vorankommen. So funktioniere ich aber offensichtlich nicht. Das zu akzeptieren scheint allerdings sinnvoller als mich jetzt unter Druck zu setzen. Auf den Druck reagieren meine Gefühle so, dass sie ihn als eine Zumutung einstufen, die keinen Respekt vor der Arbeit hat, die zu bewältigen ist. Und ändern tut das auch nichts.

Es ist manchmal ganz schön schwierig mich sich selbst in einer angemessenen Weise umzugehen!

Online peer assessment: effects of cognitive and affective feedback

Zur Information über das bei den Teaching for Learning Kursen verwendet Peer Assessment in seinem Effekt für das Lernen steht inzwischen der Link zu einer Studie zur Verfügung, die  2011 veröffentlicht wurde.

Die verpflichtenden Kommentare zu den Blogs der anderen Studierenden im Modul 3B könnten ebenfalls in diesem Sinne betrachtet und genutzt werden.