Bildungsmäuschen

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Bildungswissenschaftliche Perspektive

Die bildungswissenschaftliche Perspektive spielt in den Hausarbeiten und Ausarbeitungen der Studierenden der Bildungswissenschaft an der FernUni Hagen eine wichtige Rolle und immer wieder tauchen Fragen danach auf, was das eigentlich ist. Ich habe auf diesem Blog schon einmal dazu geschrieben, bei meiner kürzlichen mündlichen Prüfung habe ich nun noch einmal Neues dazu erfahren. Und dieses Mal kann ich mir endlich vorstellen worum es sich dabei genau handeln soll.

Nach Auskunft von Prof. Jansen dürfen Soziologen, und wenn ich mich richtig erinnere Philosophen, einen Zustand feststellen und seine Unveränderbarkeit beklagen. Bildungswissenschaftler/innen dürfen das nicht. Die bildungswissenschaftliche Perspektive bedeutet Lösungsvorschläge zu entwickeln. Das bedeutet eine Problematik muss gesehen werden, gezielte Fragen gestellt werden, und es muss dann zu einer Antwort führen, die Veränderungsmöglichkeiten aufzeigt. Beispielsweise Vorschläge wodurch Missstände zu beheben sind. Oder wie etwas Gewünschtes durch Bildungsmaßnahmen gefördert werden kann. Oder wie Lernprozesse gefördert werden können.

Es wäre schön gewesen, wenn mir das noch vor meinen letzten Arbeiten klar gewesen wäre, dann hätte ich daran viel gezielter arbeiten können. Allerdings habe ich es nun in einem Zusammenhang erfahren, der sich sehr stark ins Gedächtnis eingebrannt hat und mir noch einmal klar vor Augen geführt hat, wozu wir unsere Materialien studieren, unsere Ideen entwickeln und unsere Untersuchungen anstellen. Allerdings sollte das auch einschließen, dass es Problematiken gibt, für die Bildungswissenschaft dann doch keine tatsächliche Lösung, sondern nur ein sinnvolleres Umgehen vorschlagen kann.

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Respekt und Würde

Heute Morgen ist die Lösung aller gesellschaftlichen Probleme für mich ganz einfach. Sie sieht so aus: Es ist die Aufgabe derjenigen in einer Gesellschaft die über Macht verfügen, diejenigen die über weniger Macht verfügen mit Respekt und Würde zu behandeln. Idealistisch? Na klar. Komplett. Macht aber nichts. Ideale sind eine Richtschnur und diese Richtschnur erscheint mir heute morgen sehr hilfreich für ein entspanntes gesellschaftliches Leben. Allerdings muss dazu erst einmal geklärt werden was Respekt und Würde sind.

Zu Respekt finde ich in der Wikipedia: „die Achtung, die jeder Mensch jedem anderen menschlichen Wesen entgegenbringen soll“ und „eine respektvolle Haltung schließt bedenkenloses egoistisches Verhalten aus“.

Und zu Würde: „Der Begriff Würde (lateinisch dignitas) bezeichnet die Eigenschaft, eine einzigartige Seinsbestimmung zu besitzen. “ Und im Grundgesetz Art. 1 Abs. 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“  Und unter Menschenwürde ebenfalls in der Wikipedia. “ Im modernen Sinne versteht man darunter, dass alle Menschen unabhängig von allen ihren Unterscheidungsmerkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Zustand denselben Wert haben, und dass dieser Wert über dem aller anderen Lebewesen und Dinge steht.“

Das mit den anderen Lebewesen und Dingen will ich erst einmal überhören und was mit Zustand gemeint ist, da werde ich auch nicht weiter nachfragen, aber ansonsten reicht das schon um die Richtung zu bestimmen und meine Gedankengänge zu unterstützen.

Jetzt fehlt noch die Komponente Macht.

„Als sozialwissenschaftlicher Begriff bezeichnet Macht einerseits die Fähigkeit einer Person oder Interessengruppe, auf das Verhalten und Denken von einzelnen Personen, Personenmehrheiten und sozialen Gruppen einzuwirken.
Andererseits stellt eine Extremposition der Macht die Fähigkeit dar, einseitig definierte Ziele zu erreichen, ohne sich selbst äußeren Ansprüchen gegenüber involvierten Personen zu unterwerfen oder diesen entgegenkommen zu müssen.“ Wikipedia (Macht)

Aus Macht leitet sich für mich Verantwortlichkeit ab, sonst kommt es im Sinne einer zufriedenstellenden Gemeinschaft für alle zur Durchsetzung von Interessen der Machtstärkeren gegen die Interessen der Machtschwächeren und damit zu einem gegen die Gemeinschaftsinteressen gerichteten Machtgebrauch. Und das ist letztlich Machtmissbrauch.

Ich glaube, jetzt könnte ich naiv wirken. Es hört sich doch alles so selbstverständlich an. Tausend mal gehört. Ich muss es mir aber ganz genau erklären, weil der Alltag so weit davon entfernt ist, dass es wie eine Utopie wirkt, die nicht erreicht werden kann. Mag sein dass diese Vorstellung nie zu verwirklichen ist, aber sie kann als Maßstab dienen. Ich habe die Macht dazu Machtschwächeren mit Respekt und Würde zu begegnen. Darüber kann ich bestimmen. Daran kann ich arbeiten. Und alle anderen können das auch. Und genau das ist die Anforderung. Hilfreiche Werte für das Leben in Gesellschaften auf diesem Planeten zu finden. Orientierungen. Kernsätze, die im Alltag nicht vergessen werden und als Richtschnur dienen. Messinstrumente um Einschätzungen vornehmen zu können, hinter denen eine Überzeugung steht. Wie benutzen wir die kleine oder große Menge Macht die uns zur Verfügung steht? Das Entscheidende ist letztlich nicht wie wir mit den Machthöheren umgehen sondern wie sich jede/r einzelne im Alltag zu den Machtniedrigeren verhält.

Warum? Weil eine Gesellschaft  in der Respekt und Würde von Machtpositionen abhängig sind eine unsichere Gesellschaft ist. Weil in ihr die menschengemachte Gefahr an jeder Ecke lauert. Als Menschen sind wir soziale Wesen und tragen in uns den Wunsch nach menschlicher Geborgenheit. Als Menschen sind wir wissbegierig und neugierig und tragen in uns den Wunsch Dinge zu verbessern und zu optimieren. Umfassende Geborgenheit entsteht aber nicht aus Ausschluss und umfassende Optimierung nicht aus Beseitigung.

Ich werde ein Auge auf meinen Machtgebrauch haben und ich werde weiterhin ein Auge auf den Machtgebrauch anderer haben. Eine Richtschnur ist ein Hilfsmittel um den Istzustand zu messen und zu bestimmen an welchen Punkten er vom gewünschten Ziel abweicht. Eine Richtschnur zu haben bedeutet die Dinge nicht zu lassen wie sie sind, sondern Maß zu nehmen um zu Erkenntnissen zu kommen und um auf dieser Basis Handlungen durchführen zu können. Aus Überzeugung.