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Unerwartete Probleme bei der Hausarbeit und schnelle Informationsverarbeitung

Mitten in der Hausarbeit für 3B, mit nur noch knapp zwei Wochen vor mir und keiner Verlängerungsmöglichkeit für den Abgabetermin, entdecke ich eine Riesenlücke. Ich habe vergessen mich mit dem Projektmanagement näher zu befassen. Das macht in der Arbeit ein ganzes Kapitel aus, zwei Seiten, für die Darstellung was es ist, gefolgt vom Vergleich, ob und wie es beim durchgeführten Projekt vorhanden war.

Das ist nun happig, zumal ich momentan lieber Winterschlaf halten würde, insgesamt sehr entspannt bin und keine Lust verspüre mich unter Stress zu stellen. Ich hatte zur Reflexion des Praktikums vor allem intensiv meinem Begleitblog genutzt und dort bisher auch zu allen Teilen der Arbeit Grundlagen gefunden. Den Bereich der Professionalisierung, der allein noch zu fehlen schien, hatte ich noch vor Bearbeitungsbeginn der Hausarbeit dran gehängt, sogar extra noch einen Text in der nächsten UniBib besorgt. Und nun das. Wieder einmal die Bewältigung einer unvorhergesehenen Situation. Selbstvorwürfe mache ich mir glücklicherweise nicht mehr, es ist wie es ist. Probleme gilt es zu bewältigen.

Gestern habe ich noch flugs nach zitierfähiger Literatur gesucht, nachdem ich im Netz sehr schnell fündig wurde und auch bereits einen guten Eindruck bekam, allerdings nicht so recht schlau daraus werden konnte, ob und wie ich das so gefundene Material zitieren kann. Dabei habe ich gemerkt, dass ich mich mit dem Projektmanagement schon beschäftigt hatte, allerdings nur sehr grob. Zusammenfassungen habe ich nicht, dazu eignet sich jetzt allerdings das Netzmaterial.

Über die Unibib finde ich schließlich ein Buch von 66 Seiten, in dem das Projektmanagement auf ein Studium angewandt wird. [1] Darin finde ich alles was ich zum Zitieren benötige, außerdem liefert mir das Buch jetzt noch ein Beispiel aus einem mir bekannten Bereich. Ich finde die ganze Idee sehr reizvoll ein Studium als Projekt zu betrachten und bedauere, dass ich jetzt nicht die Zeit habe mich damit intensiver zu beschäftigen. Einschließlich gründlicher Reflexion und Ausprobieren.

Jetzt heißt es in möglichst kurzer Zeit so umfangreich und tief gehend wie notwendig in den Bereich einzusteigen und ihn auf meinen Bedarf anzuwenden. Und das ohne nur herum zu fuschen. In der Vergangenheit hätte ich so nicht arbeiten können. Dass ich das jetzt entspannt in Angriff nehmen kann, hat sich im Verlauf des Studiums entwickelt, und das ist jetzt auch der Grund für die Mühe den Blogeintrag zu schreiben. Ich habe fortwährend Unmengen von Informationen zu verarbeiten. Und nicht nur das. Ich habe auch fortwährend meine Haltung, meine Einstellung und mein Wissen zu verändern. Ich kann nichts festhalten, alles ist nur flüchtiger Natur, gilt für einen Moment und dann hat sich die gesellschaftliche Situation geändert oder neues Wissen wurde generiert oder der technische Fortschritt hat altes obsolet gemacht, und schon ist alles wieder anders und muss neu bedacht und betrachtet werden.

Daher ist es notwendig schnell Daten und Informationen verarbeiten zu können. Und das auf eine effektive Art und Weise. Das bedeutet zu wissen, wie man die relevanten Informationen schnell erkennt und schnell kombiniert und wann der Punkt erreicht ist, an dem das Gesamtbild ausreichend sichtbar ist und man auf das Auffüllen durch weitere Details verzichten kann. Das ist legitim. Es ist unmöglich sich mit allem ins Detail zu beschäftigen, daher ist die Befähigung schnell einen weiten Überblick bei möglichst großer Exaktheit zu bekommen wichtig.

Genau das werde ich jetzt versuchen und damit das Beste aus der Situation machen.

 

[1] Holzbaur, U. (2014). Projektmanagement für Studierende. Erfolgreich das Studium meistern. Wiesbaden: Springer.

Eigene Arbeitsmethode erkennen

Ich komme momentan mit meiner Hausarbeit nicht so schnell voran wie ich möchte. Das ist nicht so ganz schlimm, nach meiner Einschätzung wird die Zeit reichen, es ist aber ein Anlass Fragen zu stellen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich gestern zwar scheinbar nichts für die Hausarbeit selbst getan habe, das womit ich mich den Tag über beschäftigt habe, hat aber durchaus mit der Hausarbeit zu tun. Ich habe mich jetzt das erste Mal auch genauer mit Prokrastination beschäftigt, um bestimmen zu können ob ich damit konfrontiert bin. Dieser Begriff wird gelegentlich von Studierenden benutzt, wenn sie bei einer Arbeit nicht zügig vorankommen. Hat es nach den Charakteristika aber nicht, was mich erst einmal erstaunt, denn ich dachte eigentlich, dass es mich nun eben auch erwischt hat.

Womit ich es zu tun habe funktioniert aber offensichtlich anders. Und da bin ich wieder bei der Notwendigkeit genau zu bestimmen mit welchen Erscheinungen man es im Leben jeweils exakt zu tun hat. Ich hänge offensichtlich an einem Punkt, der mir unklar ist und zu dem ich Fragen habe. Daher versuche ich diese Fragen erst einmal zu lösen, statt sie gleich unter den Tisch zu mauscheln. Ich hänge am Thema Emotionen und wie ich die einbeziehen kann. Dafür war die Graphic Novel Held von Flix hilfreich, es war aber auch hilfreich zu recherchieren, dass es im Bereich Bildung einige Personen gibt, die sich damit gezielt beschäftigen mehr über die Bedeutung von Emotionen für das Lernen herauszufinden bzw. Emotionen in Unterrichtskonzepten bewusst und gezielt anzusprechen und zu berücksichtigen. Hilft mir alles zwar momentan nicht bei dem Problem weiter wie ich das nun in meiner Arbeit unterbringen kann, stärkt mir allerdings den Rücken darin, dass dieser Punkt nicht nur für mich wichtig zu sein scheint. Und auch das ist schon eine Hilfe. Ich kann nun auch ermessen, dass ich es mit einem etwas schwierigen Problem zu tun habe, das ich vielleicht doch erst einmal beiseite lassen muss.

Da ist etwas passiert, das mir jetzt zwar nicht hilft bei meiner Arbeit zügig voran zu kommen, es stellt aber keine Ablenkung und auch kein Drücken dar, sondern ist der Bestandteil eines Auseinandersetzungsprozesses, der dazu dient besser zu verstehen, worüber ich da eigentlich schreibe. Und zu diesem Prozess gehören zwei weitere Elemente, die irritierend sind, gegen die ich aber nicht vorgehen, sondern die ich akzeptieren sollte, denn ich leide offensichtlich nicht an einem Mangel an Disziplin, daher ist es auch nicht sinnvoll Zwang auszuüben, um mich an die Arbeit zu bringen. Das könnte sogar kontraproduktiv sein. Denn ich arbeite ja bereits, nur anders als ich mir das vorgestellt und erwartet habe.

Diese beiden Elemente sind einerseits vorübergehend Distanz zu schaffen, indem ich etwas tue, das alle Gedanken an die Inhalte mit denen ich mich beschäftige für eine befristete Zeit aus meinem Bewusstsein fegt. Spannende Filme oder Literatur, die vollständig vereinnahmen können, eignen sich dafür. Gespräche, Spaziergänge und Hausarbeit eher nicht, da die Gedanken dabei immer wieder zum Thema zurückkehren. Ich weiß nicht was durch die Distanz geschieht, möglicherweise erleichtert sie bestimmt unbewusste Verarbeitungsprozesse, während nichts Neues mehr dazu kommt, auch keine bewusste Bearbeitung. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Schlafen. Das kommt allerdings nur bei ausreichender Müdigkeit als Option in Frage. Als zweites Element gibt es dann noch das im Bett liegen und den Gedanken nachhängen. Dabei werden die Verarbeitungsprozesse für das Bewusstsein zugänglich. Währenddessen des Nachdenkens etwas zu tun verringert allerdings die Bearbeitungsbreite. Vertiefen und strukturieren lässt sich das Nachdenken durch reflektierendes Schreiben, z.B. hier auf dem Blog.

Mit diesen Überlegungen lande ich bei einer Kette.

  1. Problem und seine Benennung
  2. Recherche bei anderen (Bücher, Blogeinträge, Videos, Überblick über Bereich schaffen)
  3. Distanz (Bewusstsein von anderen Inhalte vereinnahmen lassen, Schlaf)
  4. Bewusste Verarbeitung (im Bett liegend Gedanken nachhängen, reflektierendes Schreiben)
  5. optional: Dokumentation (schreiben oder anders Aufzeichnungen machen)
  6. Neue Erkenntnisse anwenden oder verwenden

Das heißt, ich habe ein Problem, verschaffe mir zuerst einen Überblick bei anderen, dann lasse ich das ruhen. Anschließend überlasse es verschiedenen Verarbeitungsprozessen das Recherchierte mit meinen Vorerfahrungen zu verbinden und währenddessen auf mein spezifisches Problem anzuwenden. Gegebenenfalls dokumentiere ich auch etwas dazu.

Im Detail mag das jetzt nicht stimmen oder unvollständig sein, im Groben wirkt es auf mich aber zutreffend und löst keinen Widerspruch aus. Entscheidend ist dabei, dass es nahelegt mit mir selbst duldsamer umzugehen, auf die Gründe für Verhalten zu achten, nicht auf die Erscheinungen, und dabei mehr die Chancen zu betrachten, die darin liegen. Zu Arbeitsprozessen gehören Pausen, dazu gehören auch Phasen des Nachdenkens. Es gehört dazu zu erkennen, dass es manchmal auch weitergeht, während gar nichts zu geschehen scheint.

Mit diesen Überlegungen gelingt es mir eine gewisse Form von Kontrolle über gegen meinen Willen verlaufende Prozesse zu gewinnen. Es ist zur Zeit schmerzhaft, dass einige Studierende bereits fertig sind, ihre Arbeit abgeschickt haben und sich der Bachelorarbeit zuwenden. Ich wäre jetzt gerne schneller und würde gerne konzentrierter vorankommen. So funktioniere ich aber offensichtlich nicht. Das zu akzeptieren scheint allerdings sinnvoller als mich jetzt unter Druck zu setzen. Auf den Druck reagieren meine Gefühle so, dass sie ihn als eine Zumutung einstufen, die keinen Respekt vor der Arbeit hat, die zu bewältigen ist. Und ändern tut das auch nichts.

Es ist manchmal ganz schön schwierig mich sich selbst in einer angemessenen Weise umzugehen!

Lernblog in 3B

Als begleitendes Dokumentationstool zu unserem Praktikum steht mir seit gestern ein von FernUni-Seite eingerichteter Blog auf Basis der WordPress-Software zur Verfügung. Es war ein etwas eigenartiges Gefühl fast die gleiche Software in einem Unirahmen zu finden wie „in der freien Wildbahn“. Ein wenig musste ich mich neu orientieren, dann habe ich den Blog so schnell wie möglich individualisiert und einen eigenen Begrüßungstext geschrieben.

Und nun wartet dieser Blog. Worauf? Ich weiß es nicht wirklich. Es ist nicht „mein“ Blog. Es ist eine Aufgabe, deren Regeln mir bisher nicht wirklich klar gemacht werden konnten. Damit stehe ich nicht allein.

Ich möchte auf dem Blog nicht über den Blog selber schreiben.

Das Lehrgebiet hat in den letzten Wochen nicht gerade damit geglänzt einen lockeren Umgangston zu etablieren und den Kommunikationsstil empfinde ich als sehr formal. Das übertrage ich nun auf den Blog. Und als der erste Kommentar die Gestaltung meines Blogs lobte, sich aber nicht auf die Absicht bezog wofür der Blog eingerichtet ist, hat sich in diesem Kontext meine Abwehr gegen eine bestimmte Art der Blogbenutzung  gesteigert. Da vermischen sich Ebenen, die ich nicht vermischt haben möchte. Dazu fällt mir ein, dass ich den Unterschied manchmal sehr erstaunlich finde, der zwischen dem lockeren Stil besteht in dem sich Kommilitoninnen auf einer sozialen Plattform über eine Angelegenheit äußern, im Vergleich zu dem formalen Stil den sie dann im Unibereich verwenden. Manchmal wirkt es als hätte ich mit verschiedenen Personen zu tun.

Diese Trennung hat aber sehr wichtige Gründe.

Ich möchte bei einem recht formalen Umgangston des Lehrgebiets und einer wahrgenommenen Distanz gegenüber den Studierenden möglichst wenige emotionale Aspekte auf dem Blog einfließen lassen. Distanz bedeutet für mich auch emotionale Distanz. Im ersten Moment als der Blog zusätzliche verpflichtende Leistung wurde habe ich mich gefreut, hatte den Blog hier im Kopf und dachte vor allem daran jetzt mehr von den Aktivitäten der anderen zu erfahren als bisher in dem Modul möglich war und dass ich dort auch über Beweggründe und Probleme mit Modul und Praktikum schreiben könnte. Die dann auftretende Skepsis der anderen hat mich daher zuerst überrascht. Es wurden unterschiedliche Argumente vorgebracht, auch rechtliche Bedenken, dass ich aber selber in die Lage kommen würde bei diesem Blogschreiben Probleme zu sehe, damit habe ich nicht gerechnet. Vor allem nicht aus welchen Gründen.

Was jetzt genau geschehen wird, darüber kann ich nur spekulieren.

Ich habe hier in meinem Bildungsreise-Blog (Danke für den Begriff  an birkenkrahe!) einen guten Ort gefunden, um genau die Dinge zu reflektieren, die für mich immer im jeweiligen Moment eine besondere Bedeutung haben. Einen Blog, der mir während des Schreibprozesses zu Erkenntnissen verhilft, in dem ich die Themen aufgreifen, die aus den nächtlichen Verarbeitungsprozessen aufsteigen, sie dann in eine für den imaginierten Leser nachvollziehbare Form bringe, dabei durchdrungen von dem Gefühl dass eine solche Auseinandersetzung in ihrer Unbedeutsamkeit bedeutsam ist, weil genau dieser Prozess Erkenntnis und Klarheit fördert und damit eine Basis für ein ständiges Voranschreiten zur Verfügung stellt.

Ob der verpflichtende Blog diese Chance birgt, die sich bei mir mit Blogschreiben verbunden hat, weiß ich nicht. Wenn ich allerdings genau hinschaue, dann möchte ich das eigentlich auch gar nicht mehr. Ich möchte dort einen formalen, sachlichen, distanzierten Blog, der Praktikum und Lehrmaterialien in genau dieser Weise verbindet. Einen sehr konzentrierten Arbeits-Reflexions-Blog. Nicht mehr und nicht weniger.

Dieses Fazit überrascht mich momentan sehr. Vor allem weil ich so schnell bereit bin alle anderen Vorstellungen aufzugeben.

Möglicherweise wird sich aus der Situation noch etwas anderes ergeben, davor will ich mich nicht kategorisch verschließen, aber meine Entscheidung ist erst einmal gefallen. Ich werde eine andere Form von Blog gestalten als dieser hier ist.

Ist letztlich auch eine gute Gelegenheit und Übung.