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Modul 3B – Arbeitstechnik in der RD

Während der RD, der Reflektierenden Dokumentation als Hausarbeit, habe ich eine neue Arbeitstechnik ausprobiert. Bisher hatte ich meine Hausarbeiten immer am Stück in einem Dokument geschrieben, dieses Mal besteht die Arbeit allerdings vom Lehrgebiet vorgegeben aus einzelnen Kapiteln, die sich thematisch gut abgrenzen lassen. Da ich lange Texte unübersichtlich finde und sowieso immer nur wenige Seiten an einem Stück schreiben kann, habe ich begonnen für die einzelnen Kapitel einzelne Dokumente zu erstellen. Die passenden Literaturangaben setze ich, während ich sie benutze, gleich an den Schluss und kann nun sehr schnell zu ihnen scrollen, um mir noch einmal einen Überblick zu verschaffen. Funktioniert in dieser Arbeit gut, da die Literatur immer nur für einzelne Kapitel Verwendung findet. Ich habe dadurch auch einen besseren Überblick darüber, welche Literatur ich tatsächlich benutzt habe.

Bin ich mit dem Kapitel fertig, füge ich es der RD zu und bringe die Literatur in der schon bestehenden Literaturliste unter. Da ich bisher ohne Literaturverwaltungsprogramm arbeite, entstehen dadurch auch keine Probleme. Ergänzungen, Anpassungen und Abänderungen nehme ich dann im Gesamttext vor. Weitere Kapitel bearbeite ich in der gleichen Weise, einschließlich aller Abbildungen und füge sie dann komplett durch Copy and Paste ein.

Auch für die kommende Bachelorarbeit könnte ich mir eine entsprechende Arbeitsmethode vorstellen. Je länger Textdokumente werden, umso mehr fühle ich mich von ihnen erschlagen und verliere den Überblick. Kleinere Stücke, wie auf meinem Arbeitsblog zu Modul 3B oder auch auf dem Blog hier, sind für mich dagegen gut zu überblicken und zu bewältigen. Gerade für  einen Schreibprozess, der täglich nur eine kleine Menge hervorbringen kann, erscheint mir das angemessen. Die Idee eines speziellen Arbeitsblogs wie bei 3B ist mir dabei sehr sympathisch, auch da er nicht öffentlich geführt werden kann. Die Blogstruktur eignet sich gut für tägliche kleine Textpassagen, für Hyperlinks, Tagging, Sammlungen und Ordnungssysteme.

Allerdings sollte ich mich im Vorfeld der Bachelorarbeit doch noch einmal intensiver mit den Möglichkeiten meines Textverarbeitungsprogramms und von Literaturverwaltungsprogrammen beschäftigen, damit mir mehr Ideen zur Verfügung stehen. Gerade jetzt merke ich immer wieder, dass da mehr gehen könnte, wage es aber nicht intensiver nachzuhaken, da ich unter dem Eindruck von Zeitmangel stehe. Es wird notwendig sein gezielt einen Zeitraum für eine entsprechende Weiterbildung festzulegen, sonst verschiebe ich es wieder, da es nicht dringend ist, bis ich mich erneut in einer Situation befinde, in der ich Bedarf für zusätzliche Kenntnisse habe, gleichzeitig aber erneut Zeitknappheit empfinde. Es sei denn ich finde einen Weg meine Kenntnisse zu Literaturverwaltung und Textverarbeitung während der Arbeit damit zu erweitern.

Leider komme ich mit dem Druck von Terminvorgaben nicht gut zurecht. Er erzeugt bei mir immer das Gefühl keine ausreichende Zeit zu haben, so dass ich sehr stark nur auf das Notwendige konzentriere. Zusätzliches mache ich dann in den Phasen zwischen den Zeiten in denen ich auf Termine hin arbeite. Dann werde ich aber oft wieder so ausschweifend, dass ich erneut zu vielem nicht komme, das auch wichtig, aber weniger interessant ist. Ein gewisses systematisches Update meiner Arbeitstechniken scheint mir angebracht.

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Eigene Arbeitsmethode erkennen

Ich komme momentan mit meiner Hausarbeit nicht so schnell voran wie ich möchte. Das ist nicht so ganz schlimm, nach meiner Einschätzung wird die Zeit reichen, es ist aber ein Anlass Fragen zu stellen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich gestern zwar scheinbar nichts für die Hausarbeit selbst getan habe, das womit ich mich den Tag über beschäftigt habe, hat aber durchaus mit der Hausarbeit zu tun. Ich habe mich jetzt das erste Mal auch genauer mit Prokrastination beschäftigt, um bestimmen zu können ob ich damit konfrontiert bin. Dieser Begriff wird gelegentlich von Studierenden benutzt, wenn sie bei einer Arbeit nicht zügig vorankommen. Hat es nach den Charakteristika aber nicht, was mich erst einmal erstaunt, denn ich dachte eigentlich, dass es mich nun eben auch erwischt hat.

Womit ich es zu tun habe funktioniert aber offensichtlich anders. Und da bin ich wieder bei der Notwendigkeit genau zu bestimmen mit welchen Erscheinungen man es im Leben jeweils exakt zu tun hat. Ich hänge offensichtlich an einem Punkt, der mir unklar ist und zu dem ich Fragen habe. Daher versuche ich diese Fragen erst einmal zu lösen, statt sie gleich unter den Tisch zu mauscheln. Ich hänge am Thema Emotionen und wie ich die einbeziehen kann. Dafür war die Graphic Novel Held von Flix hilfreich, es war aber auch hilfreich zu recherchieren, dass es im Bereich Bildung einige Personen gibt, die sich damit gezielt beschäftigen mehr über die Bedeutung von Emotionen für das Lernen herauszufinden bzw. Emotionen in Unterrichtskonzepten bewusst und gezielt anzusprechen und zu berücksichtigen. Hilft mir alles zwar momentan nicht bei dem Problem weiter wie ich das nun in meiner Arbeit unterbringen kann, stärkt mir allerdings den Rücken darin, dass dieser Punkt nicht nur für mich wichtig zu sein scheint. Und auch das ist schon eine Hilfe. Ich kann nun auch ermessen, dass ich es mit einem etwas schwierigen Problem zu tun habe, das ich vielleicht doch erst einmal beiseite lassen muss.

Da ist etwas passiert, das mir jetzt zwar nicht hilft bei meiner Arbeit zügig voran zu kommen, es stellt aber keine Ablenkung und auch kein Drücken dar, sondern ist der Bestandteil eines Auseinandersetzungsprozesses, der dazu dient besser zu verstehen, worüber ich da eigentlich schreibe. Und zu diesem Prozess gehören zwei weitere Elemente, die irritierend sind, gegen die ich aber nicht vorgehen, sondern die ich akzeptieren sollte, denn ich leide offensichtlich nicht an einem Mangel an Disziplin, daher ist es auch nicht sinnvoll Zwang auszuüben, um mich an die Arbeit zu bringen. Das könnte sogar kontraproduktiv sein. Denn ich arbeite ja bereits, nur anders als ich mir das vorgestellt und erwartet habe.

Diese beiden Elemente sind einerseits vorübergehend Distanz zu schaffen, indem ich etwas tue, das alle Gedanken an die Inhalte mit denen ich mich beschäftige für eine befristete Zeit aus meinem Bewusstsein fegt. Spannende Filme oder Literatur, die vollständig vereinnahmen können, eignen sich dafür. Gespräche, Spaziergänge und Hausarbeit eher nicht, da die Gedanken dabei immer wieder zum Thema zurückkehren. Ich weiß nicht was durch die Distanz geschieht, möglicherweise erleichtert sie bestimmt unbewusste Verarbeitungsprozesse, während nichts Neues mehr dazu kommt, auch keine bewusste Bearbeitung. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Schlafen. Das kommt allerdings nur bei ausreichender Müdigkeit als Option in Frage. Als zweites Element gibt es dann noch das im Bett liegen und den Gedanken nachhängen. Dabei werden die Verarbeitungsprozesse für das Bewusstsein zugänglich. Währenddessen des Nachdenkens etwas zu tun verringert allerdings die Bearbeitungsbreite. Vertiefen und strukturieren lässt sich das Nachdenken durch reflektierendes Schreiben, z.B. hier auf dem Blog.

Mit diesen Überlegungen lande ich bei einer Kette.

  1. Problem und seine Benennung
  2. Recherche bei anderen (Bücher, Blogeinträge, Videos, Überblick über Bereich schaffen)
  3. Distanz (Bewusstsein von anderen Inhalte vereinnahmen lassen, Schlaf)
  4. Bewusste Verarbeitung (im Bett liegend Gedanken nachhängen, reflektierendes Schreiben)
  5. optional: Dokumentation (schreiben oder anders Aufzeichnungen machen)
  6. Neue Erkenntnisse anwenden oder verwenden

Das heißt, ich habe ein Problem, verschaffe mir zuerst einen Überblick bei anderen, dann lasse ich das ruhen. Anschließend überlasse es verschiedenen Verarbeitungsprozessen das Recherchierte mit meinen Vorerfahrungen zu verbinden und währenddessen auf mein spezifisches Problem anzuwenden. Gegebenenfalls dokumentiere ich auch etwas dazu.

Im Detail mag das jetzt nicht stimmen oder unvollständig sein, im Groben wirkt es auf mich aber zutreffend und löst keinen Widerspruch aus. Entscheidend ist dabei, dass es nahelegt mit mir selbst duldsamer umzugehen, auf die Gründe für Verhalten zu achten, nicht auf die Erscheinungen, und dabei mehr die Chancen zu betrachten, die darin liegen. Zu Arbeitsprozessen gehören Pausen, dazu gehören auch Phasen des Nachdenkens. Es gehört dazu zu erkennen, dass es manchmal auch weitergeht, während gar nichts zu geschehen scheint.

Mit diesen Überlegungen gelingt es mir eine gewisse Form von Kontrolle über gegen meinen Willen verlaufende Prozesse zu gewinnen. Es ist zur Zeit schmerzhaft, dass einige Studierende bereits fertig sind, ihre Arbeit abgeschickt haben und sich der Bachelorarbeit zuwenden. Ich wäre jetzt gerne schneller und würde gerne konzentrierter vorankommen. So funktioniere ich aber offensichtlich nicht. Das zu akzeptieren scheint allerdings sinnvoller als mich jetzt unter Druck zu setzen. Auf den Druck reagieren meine Gefühle so, dass sie ihn als eine Zumutung einstufen, die keinen Respekt vor der Arbeit hat, die zu bewältigen ist. Und ändern tut das auch nichts.

Es ist manchmal ganz schön schwierig mich sich selbst in einer angemessenen Weise umzugehen!

MOOCs and Mondays

Bei den MOOCs, die ich momentan belegt habe, ist für mich ein unerwartetes Problem aufgetreten. Bisher war es bei belegten MOOCs eher so, dass neue Materialien vor dem Wochenende eingestellt wurden, so dass ich sie gleich bearbeiten konnte und mir die Woche über keine weiteren Gedanken über die Einhaltung von Terminen machen musste. Alle von mir zur zeit belegten MOOCs stellen ihre Materialien nun aber erst am Montag neu zur Verfügung und haben ihre Abgabetermine dann am darauf folgenden Montag. Am Wochenende habe ich viel zusammenhängende Lernzeit zur Verfügung, während der Woche aber nicht. Konnte ich bisher immer am Wochenende beginnen, so weit arbeiten wie ich konnte und dann den Rest über die Woche verteilen und ggf. noch am kommenden Wochenende erledigen, sehe ich mich nun zu einer anderen Arbeitsweise gezwungen. Bei dieser Regelung ist es noch problematischer als zuvor mehrere MOOCs gleichzeitig zu belegen, der Zeitraum ist für alle enger, und eine unterschiedliche Menge an wöchentlichem Arbeitsaufkommen lässt sich schlechter ausgleichen.

Letztlich fühle ich mich in dieser Situation gezwungen, gleich am Montag zu starten, möglichst viel möglichst bald zu tun, um auf Überraschungen vorbereitet zu sein, und werde meine Lernzeiten stärker als vorher künstlich zerstückeln müssen. Ich fühle mich jetzt bereits in meinem Freiraum eingeschränkt und befürchte, dass meine Zeit für spontan entstehende Lerninteressen zu stark sinken wird. Da die begonnenen MOOCs alle für mich von Bedeutung sind, werde ich versuchen diese Situation zu bewältigen, allerdings wird meine Lernfreude durch diese Vorstellung bereits gedämpft und am Horizont erscheint ein von außen kommender Bewältigungsdruck.

In diesem Zusammenhang erscheint mir die Möglichkeit an der FernUni in manchen Modulen fast das ganze Semester die Lernzeiten frei gestalten zu können paradiesischer als zuvor. In letzter Konsequenz sind daher weder zu große Offenheit noch ein zu enger Zeitplan für mich angenehm. Effektivste Planung halte ich inzwischen nicht für lernförderlich. Jedenfalls nicht bei mir. Ich weiß jetzt, dass ich neben einer grundsätzlichen Lenkung immer einen Freiraum benötige, in dem ich nachdenken, erweitern, nacharbeiten, vorarbeiten oder nebenherarbeiten kann. Eine optimale Ausnutzung von Ressourcen geht für mich nur auf diese Art.

Mal sehen, ob ich mit diesem Wissen eine entspannte Lösung für mein momentanes Dilemma finden kann.