Bildungsmäuschen

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Kurzer Zwischenstopp: Feedback-Tool

Durch den MOOC Teaching for Learning 7, der dieses Mal von Professor Stephen Dinham von der Universität Melbourne geleitet wird, hatte ich heute Zugang zu einem Feedback-Tool für australische Lehrer. Dies besteht aus einem Fragebogen, der wichtige Elemente nationaler Standards Australiens abfragt, um die Qualität der eigenen Lehre zu beurteilen.

Zuerst habe ich gezögert, da ich nicht zum passenden Personenkreis gehöre, dann konnte ich dem Reiz der Testmöglichkeit, die uns hier geboten wird, nicht widerstehen. Ich verfüge jetzt über ein Pdf, das mir meine Stärken und Schwächen in den Bereichen professionelles Wissen, professionelle Praxis und professionelles Engagement nach australischen Lehrerstandards angibt und das dazu gedacht ist Stärken gezielt einzusetzen und an Schwächen zu arbeiten. Eine der nicht bewerteten Aufgaben im MOOC besteht nun darin auf der Basis der Ergebnisse, des MOOCs und der eigenen Einschätzung einen Drei-Jahres-Plan für die persönliche professionelle Weiterentwicklung zu entwerfen.

Ohne das jetzt bis ins Detail bewerten zu können, fasziniert mich diese Idee und ihre Umsetzung. Stärken und Schwächen werden nebeneinander aufgeführt, als klare Auskunft dass da bereits viel vorhanden ist und es etwas gibt, das verbessert werden kann. Genau so etwas fehlt mir bei meiner beruflichen Tätigkeit. Dort bin ich immer wieder damit konfrontiert worden, dass ich Zustimmung oder Ablehnung zu spüren bekomme aber keine genaueren Auskünfte erhalte. Manches Mal taucht die Vorstellung im Kopf auf, dass ich Hellsehen können müsste um zu begreifen, warum ich Zustimmung oder Ablehnung für das was ich tue erfahre.

Faszinierend finde ich auch die Ausrichtung auf ein Feedback zur Verbesserung innerhalb einer kooperativ arbeitenden Gruppe. Die Zielsetzung ist dabei ein besseres Lernen der Schüler zu erreichen. Wenn ich im Gegensatz dazu an die mangelhaften Systeme denke über die wir Betreuungskräfte in den schulischen Bereich eingebunden bzw. eben nicht eingebunden sind, dann macht mich das erneut wütend. Eigentlich möchte ich gute und sinnvolle Arbeit leisten und ich möchte darin auch unterstützt und gefördert werden und bin bereit das auch für andere zu leisten. Was ich bekomme sind aber nur versteckte Vorhaltungen,  nicht erläuterte Anweisungen, ständige Veränderungen in der Organisation und der Einsatz von noch mehr unausgebildeten Hilfskräften, die sich aus Unkenntnis oder Abhängigkeit nicht zu der Situation äußern können, statt einer erkennbaren Linie und Stoßrichtung für eine stabile Verbesserung der Situation und eine sinnvolle Verwendung und Schaffung von Ressourcen. Auf Machtspiele und Führungsstrukturen will ich dabei noch nicht einmal eingehen.

Es ist die hinter dem Feedbacksystem stehende Haltung, die mich fasziniert. Niemand soll zurückgelassen werden, kein  Schüler und auch kein Lehrer. Jede/r kann sich weiter entwickeln. Unterstützung durch andere und Partizipation stehen allen zu. Ich hätte so etwas aber auch gerne für Betreuende und vor allem mehr Respekt für diese Art der Arbeit. Geht es um das Lernen und das Wohlergehen der Schüler, so ist es von großer Wichtigkeit, dass auch die sie Betreuenden eine angemessene Einbindung, Teilhabe und Förderung an Schulen erfahren. Ich bin es inzwischen mehr und mehr leid zu beobachten wie sich ein Ring von Helfenden mit geringem Prestige um einen Kern an Lehrern etabliert, die dabei von einer tatsächlichen Teilhabe ausgeschlossen bleiben, dabei aber die Lücken aufzufüllen haben, die von Lehrern aus Kosten- oder organisatorischen Gründen nicht geschlossen werden.

Wenn ich sehe was sich Menschen alles ausdenken können und was an positiven Ideen möglich ist, dann kommen mir angesichts dessen was ich in den letzten Jahren erfahren habe erneut die Tränen.

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Sag bloß nicht dass es einfach ist

So, jetzt wurde ich kalt erwischt! Zu Beginn meiner Teilnahme an englischsprachigen Kursen mit der Aufgabe ein Essay anzufertigen war ich nur stolz, wenn ich das mit einer passablen Punktzahl geschafft hatte. Aber die Ansprüche steigen nun einmal mit dem eigenen Wachstum und der Ausweitung von Kenntnissen.

Mein erstes Essay beim Kurs Teaching for Learning 7 war ein Wagnis, weil ich dort im zweiten Teil der Fragestellung sehr soziologisch-bildungswissenschaftlich argumentiert hatte, was nicht der Argumentationsstruktur des Kurses entsprach. Von zwei der drei bewertenden Peers habe ich Feedback bekommen. In dem einen Fall wurde ohne weitere Begründung ein Text ohne Zwischenfragen bevorzugt, was für mich nicht weiter hilfreich war, da ich die von mir gewählte Form angemessen finde. Das zweite Feedback hatte es aber in sich. Meine beiden bildungswissenschaftlich-soziologischen Argumente wurden  ausdrücklich erwähnt und als wertvoll für eine Beachtung bewertet, dafür bekam ich nachgewiesen, dass ich den ersten Teil der Frage nicht wirklich beantwortet hatte.

Das war so unerwartet, dass es mich zu diesem Blogeintrag getrieben hat. Es ist nicht das erste Mal dass ich mit einem Essay sehr zufrieden war, die Peers das aber anders sahen und auch eine Begründung lieferten. Der umgekehrte Fall ist allerdings ebenfalls schon eingetreten. Essays, die ich selbst nicht mochte, bekamen eine gute Bewertung. Ich habe den Eindruck je internationaler Kurse sind, umso stärker differieren die Vorstellungen der Teilnehmenden.

Nun sitze ich also da und fühle mich sehr merkwürdig. Der Teil von dem ich dachte dass er genau dem Gewünschten entsprochen hat ist mangelhaft, und das ist mir noch nicht einmal aufgefallen. Und die Gedanken, die ich für mich selbst inspirierend waren bei denen ich aber Angst hatte dafür Ablehnung zu erfahren, waren von Interesse! Ich fühle mich relativ hilflos verwirrt.

Gut, ich habe genug Punkte: 20 von 30 möglichen. Aber darum geht es jetzt gar nicht. Es geht um den großen Anteil von Spekulativem auf dem meine Annahmen beruhen. Mit dem Feedback des einen Peers wird es mir bewusst. Annahmen was gewünscht ist und Annahmen was nicht gewünscht ist. Wie ich mein eigenes Werk in einen Vorstellungsrahmen eingeordnet habe und völlig daneben lag. Die Art wie der eine Peer formuliert hat, macht ihn für mich selbst glaubwürdig. Er hat einen Fehler entdeckt, der mir selbst nicht aufgefallen ist, und er konnte die Bedeutung der vorgebrachten Argumente erkennen. Und das geschieht in einem kostenfreien Online-Kurs auf einer international genutzten Plattform, aber nicht an meiner Uni.

Da sitze ich nun und frage, was das zu bedeuten hat. Irgendwie ist gerade etwas in meinem Weltbild durcheinander gerutscht. Hier bekomme ich ein hilfreiches Feedback. An meiner Uni wurschtele ich alleine, schreibe eine Hausarbeit, bekomme sie bewertet – und das war es dann mit dem Modul. Alles weitere liegt allein bei mir.

Irgendetwas stimmt dabei nicht. Erneut wünsche ich mir meine Unimodule mehr wie MOOCs. Oder vielleicht eine Mischung, denn intensiv an einer Hausarbeit zu schreiben hat sehr viele gute Aspekte. Eine gute Mischung aus Struktur und Offenheit, mit genug Gelegenheiten für einen Austausch mit anderen Studierenden, und mehr Wahrnehmungsmöglichkeiten von dem was sie tun, und zusätzliche kleinschrittige Aufgaben. So etwas wie auch bei den LdL-MOOCs geschieht. Der Rahmen eines Ablaufs, der aber asynchron zur Verfügung steht, mit begleitenden Aufgaben, die Vergleich und Austausch ermöglichen und zu Sammlungen und weitergehendem Nachforschen inspirieren, zur Kommunikation und zum Teilen. Zum Schluss stellt das Ganze dann meinetwegen die Basis für eine größere Abschlussaufgabe dar. So langsam formen sich für mich Bilder von Möglichkeiten, die für mich lernfördernd sind.

Teaching for Learning 7 – am Ende der zweiten Woche

Da jetzt das erste Essay ansteht, habe ich meine bisherigen handschriftlichen Aufzeichnungen abgeheftet und gezählt, da sie mir als sehr viele erschienen. Es sind 28 Blätter karierter Collegeblock geworden und ich bin sehr überrascht über die Menge, schließlich läuft der Kurs erst seit zwei Wochen.

Dieses Mal möchte ich das geforderte erste Essay in Anschluss an die zweiten Kurswoche aus bildungswissenschaftlicher Sicht verfassen, etwas das ich in den sechs vorherigen Teilen der Reihe „Teaching for Learning“ noch nicht getan habe. Bisher habe ich immer die Betrachtung aus der Position der Lehrenden eingehalten, da in dieser Form unterrichtet wird, doch für das aktuelle Thema liegt eine Betrachtung von außen bei meinem Studien-Hintergrund nahe. Die Fragestellung lautet: „What are the characteristics of a profession and how does teaching fit this profile? What does society expect of teachers as professionals and what means are used to ensure that teachers meet these expectations?“ Im Kurs selbst werden gesellschaftliche Hintergründe nur am Rande gestreift, für mich persönlich ist aber die Einbettung in sozioökonomische Zusammenhänge und Machtverhältnisse eine wichtige Fragestellung wenn es um das Thema Bildung geht. Beide Teilfragen der Aufgabe müssen gesamtgesellschaftliche Aspekte berücksichtigen, um nicht nur die Reaktion auf äußere Anforderungen zu beschreiben. An der Reaktion von Bedenken meinerseits in einem Thread konnte ich ablesen, dass die teilnehmenden Lehrenden häufiger darauf achten, die an sie vorgestellten Anforderungen zu erfassen und mit ihrer Situation zu vergleichen, statt sich mit der Funktion von Anforderungen auseinander zu setzen.

In den Lectures der zweiten Woche wurde eine klare Unterscheidung zwischen first und second generation standards gemacht, basierend auf Ken Leithworth, University of Toronto. Die von mir in der ersten Woche bedenklich eingestufte Liste von Erwartungen ist danach den first generation standards zuzuordnen, der älteren Form, die nicht eine breite Orientierung für Erwartungen an Lehrende liefert, sondern bis in kleinste Details, atomisiert (Begriff der Lectures) vorgibt wie die Lehrerrolle auszufüllen ist. Ich habe mich damit wie in einem Käfig gefühlt, in dem ich mich nicht entfalten und Motivation entwickeln kann. In den Lectures der zweite Woche wurde genau das dann aufgegriffen, dass je länger eine solche Liste von Vorgaben wird, desto mehr das Gefühl entsteht, dass sie nicht auf die eigene Person angewendet werden kann.

Mich hat die zweite Woche dann sehr beglückt, im Gegensatz zur ersten. Einerseits weil meine Beklemmung dadurch erklärt wurde und ich meine eigene Haltung wieder mit den Inhalten verbinden konnte, andererseits weil mir diese Weiterführung des Themas dann doch den Eindruck vermittelte, mit Personen zu tun zu haben, die sich tiefer gehend mit der Problematik auseinander setzen. Gewissermaßen hatte ich in der ersten Woche schon den Knackpunkt erkannt, der in der zweiten Woche thematisiert wurde. Eine Bestätigung für mich, dass ich bereits gelernt habe Bildungsthemen in diesem Bereich umfassender wahrzunehmen und meine Meinung auch gegen eine scheinbare Übermacht anderer zu behaupten. Das war ein sehr aufbauendes Erlebnis für mich.

Aus diesem Grund werde ich für das Essay auch eine von außen kommende Betrachtungsweise wählen. Sollte es interessant genug werden, wird es hier auf dem Blog verlinkt werden. Dazu werde ich jetzt meine Aufzeichnungen als Gedächtnishilfe benutzen und wie bereits in anderen Fällen das Essay zuerst in meiner Muttersprache erstellen, um es erst anschließend ins Englische zu übersetzen. Ein beträchtlicher Mehraufwand, da ich aber Bildungswissenschaft in deutscher Sprache studiere, fällt mir die Verbindung damit in genau dieser Sprache auch leichter. Englischsprachiges Lernen kann ich dagegen einfacher direkt in dieser Sprache darstellen.

Assessment#1: Deutsche FassungEnglische Fassungl

LdL – Wochenaufgabe#3

Gut – Wochenaufgabe gemacht.  Leider mal wieder sehr leise. (Das wird noch.) Die Aufgabe lautete:

Mit der Stoffsammlung aus der Vorwoche würde ich euch bitten ein YouTube Video zu erstellen. In diesem Video soll eine LdL Unterrichtseinheit konzipiert werden, die einem Lehrer ermöglicht zusammen mit der Stoffsammlung aus Woche 2 eine LdL-Einheit zu unterrichten.

 

 

Ich habe das jetzt in Hinblick auf meine Möglichkeiten zugeschnitten und mit einer Ungewissheit über die Menge der Teilnehmer. Ich bin bei meinen Berechnungen von 8 möglichen Gruppen ausgegangen, das wären dann 5 Minuten pro Gruppe, was mir erst einmal zu wenig erscheint, wenn es mehr als eine Person ist, aber das ganze Konzept ist zeitlich flexibel gehalten, so dass Verschiebungen aufgefangen werden können. Mit dem Produkt bin ich grundsätzlich zufrieden.  Hier noch einmal die Stoffsammlung: Unterrichtseinheit zum Thema Comic inspiriert vom LdL Konzept.

 

Befragungsmethodik bei Coursera

In seinem Format interessant finde ich ein spezielles Befragungstool für Teilnehmer von Courserakursen. Auf der persönlichen Dashboardseite ist rechts eine Spalte für neue Updates und personalisierte Kursempfehlungen angeordnet. Auf dem Rest der Seite werden die aktuell belegten Kurse angezeigt. Ab und an erscheint nun oberhalb der Kursempfehlungen relativ unauffällig ein kurzer Block mit Fragen, das letzte Mal zur Beliebtheit und dem Zeitaufwand von Aufgaben und Übungen. Sie lassen sich immer schnell beantworten und bestehen in der Regel aus etwa zehn nacheinander aufzurufenden Frageblöcken, die ein sofortiges Feedback in der Form von Balkendiagrammen zur bisherigen Verteilung der Antworten beinhalten. Da der Frageblock so unauffällig gestaltet ist, fällt er wenig ins Auge und kann daher leicht übersehen werden, drängt sich daher aber auch nicht auf und betont im Design die Freiwilligkeit. Hat man mit der Beantwortung aber einmal begonnen, ist die Gestaltung durchaus motivierend um alle Fragen bis zum Ende anzuklicken.

Mit diesem Tool können sehr schnell über aktive Teilnehmer Meinungsbilder erstellt werden, die zusätzliche Argumente  für Änderungsentscheidungen zur Verfügung stellen. Auch für Teilnehmer sind diese Statistiken interessant, da sie die Möglichkeit beinhalten sich selbst mit den eigenen Gepflogenheiten und Problemen innerhalb der Gruppe der antwortenden Teilnehmer/innen einzuordnen. Ich bin manchmal sehr überrascht in welchen unerwarteten Verteilungsgruppe ich mit meinen Antworten lande. Außerdem lässt sich über die Befragungen ein Eindruck gewinnen, welche Aspekte gerade im Fokus von Verbesserungsbemühungen stehen. Ein sehr dynamisches Werkzeug!