Bildungsmäuschen

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Auswirkungen der Konzentration auf das Thema Gefühle und Emotionen

Ursprünglich wollte ich endlich den Bericht über ein gelungenes vorweihnachtliches Bastelprojekt verfassen, dann stürmten verschieden sehr interessante Feeds auf mich ein und ich blieb erst einmal an anderen mich interessierenden Themen hängen. Dazu passt ein Interview mit Dueck über richtige Führung.

Schon vor einer ganzen Weile bin ich auf das Thema Führung gestoßen, zuerst allerdings noch ohne erfassen zu können worin die Zusammenhänge zum Bildungsbereich bestehen. Inzwischen beziehe ich das Thema aber zunehmend bewusster ein. Schon von daher war das Interview von Interesse, aber zum Ende hin verband es sich dann in unerwarteter Weise mit dem Thema Emotionen und Gefühle. Sehr überraschend hier die Forderung, dass jeder mit Herz und Gefühl auf andere eingehen sollte, damit Führung in unterschiedlichster Form besser gelingt. Und am Ende die Frage, wie man ohne eine Checkliste fühlen und auf sich selbst hören kann.

Seitdem ich meine Antennen auf das Thema Emotionen ausgerichtet habe, fällt es mir an den verschiedensten Stellen auf, an denen ich es vorher nicht wahrgenommen habe. Es ist ein wenig wie bei der Bearbeitung des Themas Rassismus. Plötzlich gibt es überall Bezüge. Ich habe viele Folgen der Animeserie Naruto gesehen, aber gestern ist mir das erste Mal aufgefallen, dass der Umgang mit Gefühlen hier ein grundlegendes Thema ist. Auf der Seite der Gegner wird versucht Gefühle zu überwinden und sich nicht durch Mitempfinden, Zuneigung, Güte oder Freundschaft in seinem Handeln schwächen zu lassen. Es wird versucht sich unempfindlich und hart zu machen, untereinander wird ein zum Teil negativ gewalttätiger Umgang benutzt, den ohne Beeinträchtigungen hinzunehmen zu einer Demonstration von Stärke wird. Die Seite der Sympathieträger versucht dagegen unterschwellig unter Beweis zu stellen, dass Mitempfinden, Zuneigung, Leidenschaft, Begeisterung oder Freundschaft nicht schwächen, sondern Stärke verleihen. Gefühle spielen also eine wichtige Rolle, zum Teil wird der Umgang damit sogar explizit als Lernaufgabe formuliert.

Auch bei meiner Arbeit als Kinderbetreuerin muss ich fortwährend mit Gefühlen umgehen. Mit den Gefühlen der Kinder als Individuen. Mit den Gefühlen in ihrem Kontakt untereinander entstehen. Mit meinen eigenen Gefühlen. Mit den Gefühlen von Vorgesetzten und Kollegen. Mit den Gefühlen von Eltern. Das passiert fortwährend, alltäglich und selbstverständlich. Und ich gebe den Kindern Hinweise dazu wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollten. Oder welche Gefühle sie entwickeln sollten. (Typisches Beispiel: mit einem Kind zu einem anderen Kind hingehen, das von ihm verletzt wurde, und es mit den Auswirkungen bei dem anderen Kind konfrontieren. Wäre an dieser Schule nicht in einer solchen Form notwendig, da dort die Kinder die Dinge unter sich auszumachen scheinen, bei uns wird das auf dem Schulhof aber in einer ähnlichen Form erwartet.)

Schule selbst arbeitet damit bei Kindern Gefühle zu fördern und mit bestimmten Inhalten zu koppeln. Angst und Stolz finde ich häufig, Beschämung habe ich als Erfahrung meiner Nichte beim Schüleraustausch in Shanghai berichtet bekommen. Über Gefühle wird versucht Einfluss auf Lernverhalten oder Benehmen zu erzielen. Es wird versucht Gefühle damit zu verbinden, was als richtiges und falsches Verhalten betrachtet wird. Die Spur der Belegung von Empfindungen mit bestimmten Interpretationen und Bewertungen führt bis ins Erwachsenenleben, in dem das was im Verlauf des Heranwachsens entstanden ist nicht mehr hinterfragt wird, sondern es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, die einen Teil der Identität der Person ausmacht.

Ich habe mich nie zuvor in meinem Leben Gefühlen aus dieser Perspektive genähert. Schon das allein gibt mir jetzt wichtig Informationen. Ich habe im Verlauf meines Leben nebenbei gelernt wie ich mit Gefühlen umgehe. Das Nebenbei ist in dieser Aussage wichtig. Da sind Gefühle, damit musste ich eben zurecht kommen, aber ich habe mich nicht außerhalb davon gestellt und sie mir aus der Distanz angeschaut und dabei betrachte was ich eigentlich tue oder was andere eigentlich tun. Ich war immer mittendrin. Gefühle sind da und die muss man hinnehmen. Punkt.

Das versuche ich jetzt anders zu machen und ich suche nach Spuren. Wie betrachten andere eigentlich Gefühle? Was für Gedanken machen sich andere dazu? Was für unterschwellige oder offene Annahmen gibt es?

In gewisser Weise versuche ich mich auf eine Metaebene in Bezug auf Gefühle zu begeben, während ich aber gleichzeitig in Gefühle verwickelt bin. In gewisser Weise eine teilnehmende Beobachtung, etwas anderes ist ganz und gar unmöglich. Verwickelt und Distanz. Dabei kommt eine distanzierte Involvierung heraus. Allerdings nur wenn ich aufmerksam genug bin. Sonst versinke ich wieder in den nicht bewussten gewohnheitsmäßigen Reaktionsmustern, die sich einer distanzierten Betrachtung entziehen. Ich habe noch keine Ahnung was das Ganze soll. Ich finde es allerdings sehr interessant.

Von Juul aus der Spur geworfen

Es kam auf sanften Pfoten daher. Ein Buch mitgenommen aus der Stadtbücherei beim Besorgen der Bilderbücher für das Vorlesen. Passend zum Thema Emotionen. Begonnen leicht müde am Abend auf dem Sofa. Im Kontrast zur wissenschaftlichen Literatur des Tages im entspannten Plauderton der Meinung einsickernd. Auf den ersten Seiten denke ich, das Buch bringt mir nicht wirklich etwas Neues, ich verstehe auch nicht so richtig warum er es geschrieben hat.

Über Aggression wollte ich mehr erfahren, weil ich wissen will wie das so ist mit den Emotionen. Das Buch ist aber etwas anderes als ich suche. Es ist ein Plädoyer für Kinder und Jugendliche. Es ist ein Plädoyer dafür in dem Ausdruck der als aggressiv bezeichnet wird die Stimme zu hören, die sich anders nicht zu Wort zu melden in der Lage ist. Ich erfahre etwas über konstruktive und destruktive Aggression und gewalttätiges Verhalten von Frauen, das aggressiv ist, auch wenn es nicht so wirkt. Und er flicht Beispiele ein, die mich nicht mehr loslassen. Erwachsene und Kinder innerhalb von Institutionen, in denen die Erwachsenen zu Lasten der Kinder ihre Positionen sichern.

Es ist kein Buch das ich als analytisch wahrnehme. Es ist ein Buch nach dem ich mich schlecht fühle und verzweifelt. Es ist ein Buch das Emotionen anspricht. Es ist allerdings nicht der einzige Einfluss, den ich in Bezug auf Institutionen momentan zu verarbeiten habe. Zeitgleich beschäftigt sich mein Essay zu Teaching for Learning 8 mit der Beziehung zu Kollegen und Administratoren. Dabei geht es um Führerschaft und Machtgefälle und der Abhängigkeit derjenigen mit geringerer Machtausstattung von der Art wie die Führung aussieht. Und was ein Mensch mit geringer Macht unter schlechten Bedingungen in einer Institution tun kann.

Ich beschäftige mich schon lange mit Führung und wie gute Führung aussieht. Ich hatte auch begonnen mich mit Institutionen zu beschäftigen, das aber aus zeitlichen Gründen erst einmal wieder abgebrochen. Juul erreicht mich auf Grund meiner Vorerfahrungen und eigenen Problematiken. Dabei steht er bedingungslos für die Kinder bzw. die Jugendlichen ein. Sie tragen in seinen Augen keine Verantwortung, diese liegt allein bei den Erwachsenen. Ich kenne es sehr gut wie versucht wird Schwächeren Schuld für Probleme zuzuweisen. Und gelegentlich fällt es mir auf, wenn ich es selber benutze. Ich tue es, weil es dem üblichen Verhalten gegenüber Kindern entspricht, weil ich mich, wenn ich zu meiner eigenen Schuld oder Mitschuld stehe, zum geeigneten Opfer mache. Es ist schwierig und ich suche nach einer Lösung.

An all das gemahnt mich Juul und beunruhigt mich. Zeigt mir auf wie wichtig es ist nicht aufzugeben, sich nicht anzupassen an Gepflogenheiten, wie wichtig es ist Lösungen zu finden. Dass ich es mit einer Problematik zu tun habe, die andere Menschen schädigt. Darum ist es bedeutend. Aber es müssen gute Lösungen sein und Lösungen für diejenigen in machtschwächeren Positionen wie die meine. Es ist mir möglich Aggressivität oder andere Äußerungen der Kinder in der von ihm beschriebenen Form wahrzunehmen und zu verstehen, wenn ich mich allerdings nicht an die üblichen Gepflogenheiten der Reaktion darauf anpasse, kann es für mich sehr unangenehm werden. Es sei denn ich finde einen Weg, der von allen Seiten als positiv wahrgenommen wird.

Genau das beginnt sich seit einer Weile zu entwickeln. Juul schreibt von der Gewalt der Freundlichkeit und Korrektheit (Juul 2013, S.35). Ich weiß genau was er meint. Bin ich damit konfrontiert, so fühle ich mich unwohl und angespannt ohne zu verstehen warum das so ist. Dazu schreibt er, dass sich die wahre Form dieser Aggression durch die Erfahrungen der Schwächeren offenbart (ebd.). Freundlichkeit und Korrektheit in dieser Form können daher nicht die Lösung sein, auch wenn Freundlichkeit und Korrektheit an sich durchaus hilfreich sein können. Die Lösung liegt nach der Lektüre des Buches für mich mehr bei so etwas wie Authentizität, Vertrauen in die eigene Wahrnehmung, ein gelassenes Herangehen an Situationen und Vertrauen in die Kinder und die Berechtigung ihrer Empfindungen und Reaktionen. Und nicht davon abzulassen das Wohlergehen der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Aller Kinder.

Schulen sind für die Gesellschaft da, aber auch für die Individuen. Und zwar für vollständige Individuen.

Juuls kleines schmales Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht, Unwohlgefühle erneut hervor gezerrt, mich dazu gebracht alle anderen Themen erst einmal ruhen zu lassen. Und es hat mein Verhalten gegenüber den Kindern beeinflusst. Oder eher meine authentische Art des Umgangs mit den Kindern wieder stärker zum Vorschein gebracht. Mich faszinieren Kinder, das ist der Grund warum ich mit Kindern arbeite. Ich habe auch großes Vertrauen in Kinder. Für mich besteht die Aufgabe von Erwachsenen darin Kinder zu begleiten, ihnen Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen und sich von ihnen überraschen zu lassen. Und gemeinsam Lösungen zu finden.

Bei Teaching for Learning habe ich kürzlich etwas sehr Nützliches gelernt. Wie-Fragen sind besser als Warum-Fragen. Wie können wir zu einer befriedigenden Lösung kommen? Wie kann ich dir helfen? Wie wollen wir jetzt damit umgehen, dass du so sauer bist, oder so traurig? Ich habe die letzten Wochen damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir sprechen anders miteinander. Die Kinder und ich.

Nach der Lektüre war es mir gestern ein wenig unheimlich als ich zur Arbeit kam und die Kinder mich drückten, an der Hand nahmen und mich mit Fragen überschütteten, so dass ich gar nicht so schnell nachgekommen bin auf alle eingehen zu können. Ich werde Fehler machen. Ich werde Menschen verletzen und enttäuschen. Ich werde in alte Reaktionsmuster verfallen. Ich werde aus verletzten Gefühlen heraus in einer Weise reagieren, die für eine Verantwortliche unangemessen ist.

Juuls Buch kann man auf sehr verschiedene Weise lesen. Zu viel mehr Themen als zu Aggression lassen sich darin Funde machen. Ein Mensch mit vielen Erfahrungen und Überlegungen gibt hier seine komplexe Haltung weiter. Herausragend ist dabei seine Parteinahme für die Schwächeren. Die Aufforderung zu einer Perspektivänderung. Und für mich auch seine Aufforderung das Wissen des therapeutischen Bereichs, allerdings nicht deren Methoden, in den Bereich der Pädagogik aufzunehmen. Weil er das Individuum und seine Einbettung in viele Einflussbereiche betrachtet, sieht er den Bedarf dieses Wissen einzubeziehen und zu berücksichtigen, um für jeden Einzelnen ein erfolgreiches Gelingen von Lernen zu ermöglichen.

Es ist seine Kompromisslosigkeit bei der Zuweisung von Verantwortung, die mich berührt hat. Kinder sind nicht verantwortlich, das sind Erwachsene. Kindern Schuld zuzuweisen ist nicht sinnvoll. Ich habe dieses Wissen bereits in mir gehabt, er hat es jetzt verstärkt. Ich kann meine Verantwortung nicht abgeben, indem ich die Schuld dafür, dass ich Probleme habe, auf Kinder schiebe. Ich bin in einer vergleichbaren Position wie die Führungskraft, die sich selbst damit entlastet, dass sie einer Untergebenen  die alleinige Schuld dafür zuweist, dass sie in einer Situation, die sie aber nicht selbst bestimmen konnte, Probleme nicht zur Zufriedenheit der Leitung gelöst hat. Schuldzuweisungen und daraus erfolgende Bestrafungen sind keine gute Lösung. Lösungen sollten miteinander und in Kommunikation gefunden werden.

Heute werde ich weiter üben.

Referenz:

Juul, J.(2013). Aggression. Warum sie für uns und unsere Kinder notwendig ist. Frankfurt am Main: S.Fischer.

Schule und Führung

Seit Sonntag (heute ist Mittwoch) komme ich mit meinem Blog für 3B nicht mehr voran. Im Bereich Durchführung des Praktikums bin ich auf emotional sehr schmerzhafte Erfahrungen getroffen, mit dem Effekt dass die Kopfmühle zuerst sehr stark zu rattern begann, für mich Erstaunliches zum Vorschein brachte, um sich dann aber zurückzuziehen. Ich habe in der Zwischenzeit viel geschlafen, nachgedacht, Dinge gelesen, die nichts mit dem Thema zu tun haben, weiß inzwischen wie Hangul, die koreanische Schrift, funktioniert, habe liegengebliebene alltägliche Verpflichtungen aufgearbeitet und mich erfolgreich davor gedrückt einen kürzlich erstellten Zettel weiter abzuarbeiten.

Es ist nicht ganz einfach zu beschreiben was vor sich geht. In mir arbeitet es weiter, ich tue aber alles um nicht genauer hinzuschauen, weil es mich emotional überfordert. Daher komme ich mit 3B momentan nicht voran. Gleichzeitig habe ich aber das Bedürfnis weiter zu arbeiten und fühle den Druck das geplante Pensum zu erfüllen und das Praktikum für mich durchschaubarer zu machen. Jetzt verlagere ich diese Wünsche jedoch und sorge für Beschäftigung, ohne mich mit dem Eigentlichen zu beschäftigen. Es ist eine sehr unbefriedigende Situation, ich bin aber emotional einfach nicht in der Lage auf meinem Blog zu 3B das Praktikum weiter zu beschreiben oder mich mit der gesamten Thematik von 3B weiter zu beschäftigen. Daher werde ich jetzt zur Annäherung ein Thema aufgreifen, auf das ich vor etwa zwei Wochen gestoßen bin, das ich schon da aufschreiben wollte, wofür ich aber bisher keine Zeit gefunden hatte.

Bestandteil der Reihe Teaching for Learning sind Gespräche zwischen dem Organisator der Reihe, John MacBeath, und in der Regel den jeweiligen Akteuren der Kurse, die von den Studierenden dann beobachtet werden können. Es handelt sich dabei um Fachgespräche, durch die Themen der MOOCs noch einmal anders betrachtet werden können. Im allerletzten Beitrag des 7ten Kurses ging es um die Bedeutung der Schulleitung und Stephen Dinham und John MacBeath tauschten sich über an Schulen bestehende Strukturen aus.

Aus meinen Notizen:

  • Eine gute Schule ist nur mit einer guten Führung möglich.
  • Gruppierungen von Lehrern haben einen großen Einfluss auf die Leitung der Schule.
  • Unterschiedliche Führung in unterschiedlichen Fachbereichen kann zu unterschiedlicher Qualität von Bereichen an Schulen führen.
  • An Schulen können verschiedene Gruppen existieren, die in verschiedene Richtungen ziehen.
  • Es kommt häufig vor, dass die Gesamtführung nicht gut ist.

In dem ganzen Gespräch wurde sichtbar, dass beide über eine Reihe von Erfahrungen mit schlechter Führung an Schulen verfügen durch die Schulentwicklungen behindert werden und sehr bedauern, dass es so ist. Mich hat es verblüfft, das hier so klar formuliert zu finden. Ich bin Verschleierungen, Schuldzuweisungen und Ausflüchte gewohnt.

Kurz darauf stieß ich in einem zum Modul 3B gehörenden Studienbrief zu Qualitätssicherung und Evaluation auf Texte, die sich genau mit diesem Thema beschäftigten. In meinem Studium habe ich es vermieden die für Schule relevanten Bereiche zu wählen wenn ich eine Wahlmöglichkeit hatte, ich wollte lieber etwas über andere Bildungsbereiche erfahren, weiß von daher nicht was diejenigen für Informationen erhalten haben, die sich auf Schule konzentriert haben. Für mich war es sehr überraschend nach dem MOOC auch in meinem Studienbrief die Aussage zu finden: „Es ist inzwischen wohl unbestritten, dass ohne oder gar gegen die Schulleitung Schulentwicklung nicht funktionieren kann. Das Gleiche gilt aber auch für das Kollegium.“ [1]

Ich will jetzt nicht im Detail auf weitere Inhalte von MOOC und SB eingehen, zu denen Beschreibungen guter Führung und zu vermeidender Fehler gehören, sondern den Schock beschreiben, der bei mir ausgelöst wurde. Das ist auch der Grund warum es mich noch immer beschäftigt. Persönlich habe ich über Jahre die Auswirkungen von unterschiedlichen Schulleitungen beobachten können und frage mich jetzt, wenn das so weitgehend bekannt ist, wenn ich es in meinem SB und in einem MOOC so klar formuliert finde, warum kommt das dann weiterhin vor? Warum müssen an Schule Beteiligte darunter leiden und sind gezwungen mit Führungsmängeln klarzukommen oder blockierender Gruppenbildung, die sie nicht verursacht haben und auf die sie nur begrenzten Einfluss haben? Ich und andere haben jahrelang unter Folgen von Missmanagement leiden müssen, das schon längst beschrieben wurde und womit sich Theoretiker bereits beschäftigt hatten.

Durch beide Formen des Studiums, die MOOCs und das Fernstudium, die sich hier hervorragend ergänzen, erhalte ich Informationen, die mir einen anderen Umgang ermöglichen. Ich zweifele meine eigene Wahrnehmung nicht mehr an und mir kann auch niemand mehr weiß machen, dass bestimmte Vorgänge korrekt sind. Ich kann ganz genau nachlesen, welche Bewertungskriterien andere für gute Führung aufgestellt haben. Was schlecht ist, ist eben schlecht. Ich bin nicht mehr die inkompetente Mitarbeiterin, der man unterstellen kann, dass sie nicht über eine ausreichende Qualifikation zur Beurteilung verfügt, sondern ich erhalte Rückendeckung und Orientierung.

Auch wenn ich diese Inhalte jetzt nicht für meine Praktikumsbearbeitung verwenden kann, sie helfen sie mir sehr in der Bewältigung vergangener Erfahrungen und in meinem beruflichen Alltag und damit steigt auch die Motivation mir die Texte noch einmal genauer vorzunehmen und die Inhalte so zu lernen, dass ich damit argumentieren kann, ohne vorher noch einmal Genaueres nachzuschlagen.

Referenz:

[1] Kempfert, G. & Rolff, H.-G. (1999). Qualität und Evaluation: Ein Leitfaden für pädagogisches Qualitätsmanagement. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.