Bildungsmäuschen

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Wechselhafte Emotionen

Die letzten Tage waren in Bezug auf die Veränderung von Emotionen extrem rätselhaft. Da sich die äußeren Grundbedingungen im Verlauf des Wochenendes kaum geändert haben, war meine Aufmerksamkeit vor allem auf meine Einschätzung gerichtet wie ich vorgegebene Aufgaben bewältigen kann, die ich mir als Selbstverpflichtung auferlegt habe. Die Einschätzung erfolgte über die begleitenden Emotionen. Diese förderten oder erschwerten dabei das Vorwärtskommen und die Motivation für die Arbeit.

Seit zwei Wochenenden versuche ich „Nägel mit Köpfen“ bei diesen Aufgaben zu machen. Bisher mit recht wenig Erfolg. Ich bleibe immer wieder in neuen Recherchen und Fragen stecken oder bin mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert. Auffällig waren an diesem Wochenende Wechsel in meinen Einschätzungen, für die ich keinen Auslöser gefunden habe, und dann wieder Wechsel, die ich auf ganz konkrete Auslöser zurückführen konnte. Gestartet habe ich mit Frustration darüber, dass ich nach so langer Zeit des Bemühen immer noch keine Zusammenfassungen auf die Beine gestellt bekomme.

Täglich habe ich einen Zeitraum für das Lesen aktueller interessierender Feeds reserviert. Darunter befand sich gestern der Link zu einem Magazin des Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, das an Eltern und Lehrer gerichtet ist und kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Titel: Warum Freude am Lernen wichtig ist.

Inzwischen bereitet es mir sehr viel Freude solche und ähnliche Texte auf die darin sichtbar werdenden Einschätzungen von und Haltungen zu Emotionen zu untersuchen. Es ist eine konkrete und überschaubare Anwendungsübung. Ich will diesen speziellen Text jetzt nicht analysieren, nur soviel, ich kenne für solche Zeitschriften den Begriff „Blümchenzeitschrift“ wegen ihrer Ausrichtung auf die Erzeugung des Eindrucks einer heilen Welt, in der alle Konflikte, wenn sie denn überhaupt sichtbar gemacht werden, ein positives Ende finden.

Die Artikel lassen durchaus eine Menge Erkenntnisse zu Emotionen sichtbar werden, wegen ihrer Ausrichtung auf eine heile Welt kitzeln sie aber den Widerspruch und die Suche nach dem was fehlt bei mir massiv heraus. Von den im Magazin verbreiteten Informationen kann angenommen werden, dass sie viele Personen im schulischen Bereich erreichen. Dabei werden Vorstellungen weitergetragen, die ich in einer problematischen Weise als unvollständig einschätze. Vielleicht sind es solche Konfrontationen, die mich stetig vorwärts treiben und an diesem Wochenende dann doch wieder etwas an meinem anfänglichen emotionalen Zustand geändert haben. Der Wert und die Bedeutsamkeit meiner Bemühungen wurden gesteigert. Höherer Wert und höhere Bedeutsamkeit bedeuten in diesem Fall angenehmere Emotionen und daraus hervorgehend mehr Motivation. Eine eigenartige Erscheinung ist dabei, dass ich mich immer stärker auf ein einsames Vor-mich-hin-arbeiten einrichte und mich damit zufrieden gebe. Etwas, das ich in seiner Bedeutung noch nicht so ganz analysieren kann.

Eine weitere Veränderung zu angenehmeren Emotionen konnte ich unmittelbar beobachten. Die kleinste meiner Aufgaben ist die Teilnahme mit Abschluss an einem zweiwöchigen MOOC, der für jede Woche ein Essay als Hausaufgabe beinhaltet. Diese Aufgaben haben mir durch ihre unklare Aufgabenstellung bisher unerwartet viele Probleme bereitet, die mit unangenehmen Emotionen begleitet waren. Bei der ersten Aufgabe habe ich das Problem damit gelöst, dass ich sie für mich bedeutungsvoll gemacht habe, indem ich das untersucht habe, was für mich in dem Themenfeld ein Problem darstellt. Das Ergebnis war Zufriedenheit und Motivation für eine weitere Beschäftigung mit den Inhalten.

Es ist ein freiwilliger MOOC, also soll er für mich als Lernerin einen Erkenntnisgewinn bringen und muss nicht die Suche nach der gewünschten, aber für mich wenig bedeutungsvollen Lösung sein. Wie einer meiner Peer bemängelte, ist mein Herangehen nicht ganz das was die Aufgabe nahe gelegt hat, ich habe aber zu meinem Erstaunen trotzdem die maximale Punktzahl, einen Bonus für korrekte Selbsteinschätzung und einen Vorschlag für die Best-of-Galerie bekommen. Scheinbar wegen der verwendeten sprachlichen Darstellung. Und das für einen englischen Text! *errötendes Staunen*

Die zweite Wochenaufgabe bestand in der Fortführung, Verbesserung und Anwendung der ersten Aufgabe und ich habe Stunden darüber gesessen ohne voran zu kommen. Und das an einem Wochenende an dem ich auch mit anderem nicht voran gekommen bin. Ergebnis: sehr unangenehme Emotionen. Das Interesse am MOOC und den Inhalten sank, vor allem meine Selbstverpflichtung und die Kürze des MOOCs ließen mich nicht aufgeben. Von Seiten der Betreuenden gab es in den Foren den Hinweis, dass man das Feedback der anderen zur Verbesserung nutzen könne. Daher habe ich auf diese Ergebnisse gewartet, und weil ich endlich fertig werden wollte, habe ich wegen der unexakten Zeitangaben zum Schluss halbstündig nachgeschaut.

Seitdem ich das Ergebnis meiner Peer-Bewertung kenne, fühle ich mich aufgewertet, bin motiviert eine gute Arbeit abzuliefern, habe ein wenig Angst das nicht zu schaffen, bin dafür offen das Peer-Feedback zu nutzen und die gewünschten Vorgaben zu erfüllen.

Emotionen. Es ist kompliziert mit ihnen, wie sie auftreten, wie sie wirken und wie sie sich verändern. Wie sie Arbeiten und Lernen begleiten, beeinflussen, erleichtern und erschweren. Wie auf sie eingewirkt wird, durch Situationen, durch Gegenstände, durch andere Menschen, durch andere Lebewesen, durch die eigene Person. Welche Informationen sie liefern und wie mit diesen verfahren wird. Emotionen können als eigenständige Beobachtungsebene behandelt werden.

Durch die Flüchtlingsdebatte ausgelöst lässt sich Ausdruck und Umgang mit Emotionen augenblicklich in einer sehr spezifischen Weise beobachten. Immer wieder wird für mich dabei ein Mangel an Reflexion über Emotionen sichtbar. Dagegen Aufputschen von Emotionen und Vertrauen darauf, dass Emotionen verlässlich sind und korrekte Aussagen liefern.

Genau das was der Nationalsozialismus gefördert hat…

So einfach ist das aber nicht. Aber wie ist es?

Es gäbe in Bezug auf Emotionen gerade momentan viel zu analysieren…

Mal wieder was von den MOOCs

Nachdem ich eine Zeit lang sehr viele MOOCs belegt (und auch abgeschlossen) hatte, kam der Zeitpunkt an dem das weniger wurde und dann ganz aufhörte, da ich vor allem Zeit für mein eigenes Thema benötigte und außerdem meine wöchentliche Lernzeit zugunsten von mehr Freizeit verkürzen musste. Es gab Zeiten, da habe ich mir weit über 60 wöchentliche Lernstunden aufgeschrieben. Inzwischen weiß ich, dass diese Menge für mich nicht dauerhaft aufrecht zu erhalten ist. Ich benötige für mein Wohlergehen einfach eine gewisse Menge an Zeit, in der ich einfach nur abhängen und rumtrödeln kann.

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund, der mir jetzt wieder bewusster wird, nachdem ich mich mal wieder in einen MOOC eingeschrieben habe, den ich auch abschließen möchte. Mache ich, weil er nur ganz kurz ist.

Jetzt quäle ich mich von Lecture zu Lecture. Es sind Powerpoint-Präsentationen, die Inhalte sind mir in weiten Teilen bekannt, ich hoffe auf einen besseren Überblick und Ergänzungen. Der Quiz nach jeder Lecture ist einfach, man hat beliebige Versuche und bekommt Fehler angegeben. Früher habe ich die Wocheninhalte in der Regel an einem Tag bearbeitet, bei diesem MOOC geht es nicht, da ich spätestens nach dem dritten Vortrag kaum noch Konzentration aufbringen kann. Ich bin genervt und auch gelangweilt. Es liegt nicht am Auftreten der Vortragenden an sich und auch nicht an der Qualität der Inhalte. Ich würde nur lieber ein Buch lesen, da ich das meinem eigenen Bedarf besser anpassen könnte.

Ich habe die letzten Monate viele Bücher gelesen. Virtuell und auf Papier. Ich komme mit Büchern sehr gut zurecht. Um über Inhalte zu schreiben, die mich dabei beschäftigen, nutze ich meinen Blog. Für unmittelbare Diskussionen lässt sich gelegentlich ein „williges Opfer“ im Kreis meiner Bekannten finden. Inzwischen habe ich eine für mich passende Lernkultur entwickelt, durch die ich das MOOC-Angebot anders wahrnehme. Auch in mein selbst gesteuertes Lernen baue ich Videos und Angebote im Netz ein, wenn ich sie finden kann. Zusätzlich habe ich den Vorteil, dass sich das Thema meines Interesses mit vielen Begebenheiten meines alltäglichen Lebens in Verbindung bringen und dort nebenher beobachten lässt.

Einen Diskussionsbedarf hatte ich in dem MOOC bisher nicht, da das Thema für mich keine Fragen aufgeworfen hat. Es bleibt also vor allem das Anhören und anschließende Überprüfen auf Verständnis einzelner Aspekte. Das Interessanteste an dem MOOC ist für mich momentan, dass ich das erste Mal ausprobieren kann wie es ist nur mit einem Smartphone an einem MOOC teilzunehmen. Es geht beeindruckend gut. Wenn ich da an früher denke… Trotzdem ist es kein Fortschritt. Für mich stellt es nur die Erweiterung von Zugriffsmöglichkeiten dar, aber keine Verbesserung des Lernens und Lehrens an sich. Als problematisch erweist es sich außerdem, dass ich nicht sitzend, sondern bequem liegend dem Vortrag folge und dabei müder und müder werde… Liegend bietet es sich an mal zwischendurch die Augen zu schließen… Auf einem Stuhl sitzend ist die Selbstdisziplinierung einfacher.

Mein momentanes Fazit: Bei geeigneten Vorkenntnissen können selbst gesteuertes Zusammenstellen von Inhalten und selbst gesteuertes Lernen wesentlich interessanter als ein MOOC sein. Den meisten Nutzen sehe ich für mich momentan darin Kenntnisse über das Lernen an, über die sinnvolle Zusammenstellung von Lerninhalten sowie die sinnvolle Nutzung des Netzes zu haben. Dazu kommen (in meinem Fall) Kenntnisse über Funktion und Auswirkung von Emotionen, sowie Strategien für einen sinnvollen Umgang mit ihnen. Das betrifft sowohl meine eigenen Emotionen als die anderer. Weder selbst gesteuertes Lernen noch Netznutzung geschehen in emotionsfreien Räume…

Rückblick

Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen. Seit zwei Tagen formuliere ich morgens beim Aufstehen das Inhaltsverzeichnis meiner Bachelorarbeit im Kopf und es scheint immer systematischer zu werden. Ich bin ganz dicht dran am Ende.

Ein paar Sachen gibt es noch abzuarbeiten, dann kann ich mich an ein neues Exposé machen, Kontakt mit dem Lehrgebiet aufnehmen, die Arbeit absprechen und loslegen. Und dann ist dieses Studium zu Ende. An der FernUni ist kein Master in Bildungswissenschaft möglich.

Ich habe länger gebraucht als am Anfang geplant und bei voller Wochenstundenzahl länger als die Regelstudienzeit, weil ich in der Profilphase des Studiums selbst bestimmen konnte, worauf ich mich konzentriere. Das wurden dann, für mich überraschend, zuerst Rassismus und danach, darauf aufbauend und für mich wesentlich nachvollziehbarer, Emotionen.

Das Studium des Rassismus hat in meinem Kopf zu grundlegenden Veränderungen geführt, für das Studium der Emotionen kann ich die Auswirkungen noch nicht abschließend bestimmen. Allerdings fühlt es sich so an, als hätte sich ein Kreis geschlossen. Genau die Fragen, die mich im Hintergrund zum Studieren bewegt haben, sind letztlich in der Profilphase an die Oberfläche gekommen, um bearbeitet werden zu können.

Mein Blog hat immer noch den Begriff MOOC im Titel und rückblickend bleiben sie wichtige Elemente des Studiums. Momentan denke ich vor allem an drei. Der erste war auch derjenige, der mich für MOOCs eingenommen hat, Aboriginal Worldviews and Education. Noch vor kurzem habe ich einen Text aus diesem MOOC erneut gelesen. Das Besondere daran war, dass er konzipiert war Studierende persönlich zu involvieren und Emotionen hervorzurufen. Noch über zwei Jahre später habe ich lebhafte Erinnerungen an die Inhalte und viele Bilder dazu im Kopf.

An den zweiten erinnere ich mich im besonderen wegen eines der Themen, das Umlernen. Es war der MOOC History and Future of (Mostly) Higher Education. Ich habe nicht nachgeschaut was ich damals in einem Pflichtessay dazu geschrieben habe, ich weiß aber, dass ich zu diesem Zeitpunkt mit dem Begriff wenig anfangen konnte und ihn zuvor nie gehört hatte. Durch den MOOC wurde ich also mit einem Konzept und einer Problematik konfrontiert, die ich erst verstehen konnte, als ich später damit in Berührung gekommen bin. Es waren sozusagen Informationen auf Vorrat für eine zukünftige Verwendung. Damals wurde mir auch nicht bewusst, dass Emotionen für das Umlernen von großer Bedeutung sind. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass dies Kursinhalt gewesen wäre. Die Veränderung von dem was ich für mich inzwischen als emotionales Tagging bezeichne (weil damit ein für mich hilfreiches Bild verknüpft ist), also die Veränderung von Emotionen, die mit Menschen, Dingen, Situationen, Disziplinen oder Wissensbereichen verbunden sind, ist wesentlich bei der Änderung von Haltungen, Einstellungen oder dem eigenen Selbstverständnis. Das Ja-aber-Problem des Rassismus gehört zu diesen Erscheinungen. Ändert sich das emotionale Tagging nicht, das mit bestimmten Personengruppen verbunden ist, so werden immer wieder neue Argumente aus beliebigen Differenzen konstruiert, um die ausgelösten Emotionen zu begründen.

Der dritte MOOC ist der #ExIF13. Er war einer der wenigen Augenblicke während meines Fernstudiums in dem ich mich als Studierende für die Lehrenden als wichtig und als Beteiligte an einem gemeinsamen Lernprozess gefühlt habe, statt nur irgend eine achtstellige Nummer zu sein, die ihre Pflichten erfüllt, um dafür Noten zu erhalten. Das hat mich für eine längere Zeit sehr inspiriert und motiviert und wurde dann von den beiden LdL-MOOCs gestärkt.

Erinnerungen. Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen. In meinem Koffer habe ich das Wissen um den Rassismus und ein besseres Wissen darum wie Emotionen funktionieren und wie mit ihnen umgegangen wird. Während in der Öffentlichkeit der Begriff Rassismus gerade im letzten Jahr mehr und mehr Verwendung findet, Emotionen in Bezug auf Flüchtlingsströme hochkochen, inzwischen schon der Begriff einer neuen Völkerwanderung aufgetaucht ist und extremistische Organisationen auf der Grundlage des Islams als Bedrohung im Hintergrund stehen, werde ich in das Thema christliche Sekten und ihren Einfluss auf Bildungsinstitutionen vermittelt über die Sozialisation ihrer dort arbeitenden Mitglieder hineingezogen.

Das ist kein aktuelles Thema und was ich im Netz dazu finde, lässt mich in meinen Äußerungen vorsichtig werden. Ich kann jetzt allerdings sehr gut Vergleiche zum Rassismus ziehen. Wer davon geprägt ist Mitglied einer Gruppe zu sein, die für sich alleinige Seligkeit reklamiert, wer sich dafür Normen und Regeln unterwirft, die zur Erlangung dieser Seligkeit erfüllt werden müssen, wer daraufhin von anderen kontrolliert wird und wiederum andere kontrolliert, hängt diese Haltung nicht beim Verlassen des privaten oder von der religiösen Gruppe bestimmten Raums an einen Haken.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten bessere und schlechtere Menschen zu konstruieren. Und manchmal kann man nur zu dem Schluss kommen, dass mit bestimmten Menschen keinerlei Zusammenarbeit möglich ist, da ihre Weltsicht keine Kompromisse zulässt. Rassismus konstruiert den anderen als grundlegend verschieden, Ideologien konstruieren den idealen Menschen, der zwar grundsätzlich von jedem erreicht werden kann, gehen also nicht von unterschiedlichen Arten von Menschen aus, aber nur die Erfüllung eines festen, vorgegebenen Bildes ermöglicht den Eintritt in die Gemeinschaft der „wahren“ Menschen, denen dann auch mehr zusteht als allen anderen. Und je dichter dran am Bild, um so mehr Rechte.

Nicht alle Formen der Diskriminierung in vielfältigen Gesellschaften sind Rassismus. Rassismus zeichnet sich dadurch aus, dass der andere durch nichts eine gleichwertige Position erreichen kann. Er ist durch bestimmte, als unveränderlich konstruierte Kennzeichen für immer und ewig zur Minderwertigkeit verdammt. Für den -ismus reicht reine Andersartigkeit dabei nicht aus. Die Minderwertigkeit muss in irgendeiner Weise dazu kommen. Das ist wichtig. Es gibt einige Science Fiction und Fantasie-Settings in unterschiedlichen Medien, in denen mehrere intelligente Lebensformen auftauchen. In diesem Kontext ist es durchaus möglich den Rassenbegriff wertneutral zu verwenden, wenn diese unterschiedlichen Gruppen tatsächlich als gleichwertige allerdings andere konstruiert sind.

Es gibt jedoch Diskriminierungsformen die Wertesysteme benutzen, deren Erfüllung scheinbar allen möglich ist, ganz gleich welche Voraussetzungen sie mitbringen. Unveränderliche Kennzeichen sind kein Bestandteil davon. Sie ermöglichen aber letztlich keine gleichwertige Vielfalt für alle, denn es gibt nur einen einzigen richtigen Weg. Wer diesen Weg beschreitet und darauf bleibt, wird dabei zu etwas besserem als andere es sind, dem mehr zusteht, der einen höheren Wert hat und der letztlich das Recht hat anderen Vorschriften zu machen. Das hat Auswirkungen auf das Selbstverständnis dieser Menschen, ihre Betrachtung der Welt und darauf wie sie handeln. Auch in Bezug auf andere Menschen.

Und auch hier werden Möglichkeiten beschränkt, die Chancen, die in Vielfalt liegen, nicht entdeckt und vergeudet, und Machtpositionen gestärkt. Und alles mit einem emotionalen Tagging, dass die Rechtmäßigkeit und Sinnhaftigkeit bestätigt.

Es stellt sich die Frage wie weit reine Erkenntnis zu Veränderungen führen kann.

MOOCs zu Emotionen

Aus dem MOOC Emotions – A Philosophical Introduction: „As you’ve seen, emotions are everywhere, and its study is of the outmost importance: for personal behaviour, for social interactions, for political reasons, for the understanding of the reality,…“ Jordi Vallverdú

Es ist das erste Mal seit Monaten, dass ich wieder MOOCs belegt habe UND auch in einer gewissen Form daran teilnehme. Auffällig ist für mich, dass ich mich nicht an den Foren beteilige und an Aufgaben nur soweit sie für mich interessant und ohne großen Aufwand zu erledigen sind. Beide MOOCs beziehen sich auf Emotionen und die Inhalte beider MOOCs sind stark von der jeweils durchführenden Person bestimmt. Das entspricht dem was ich letztlich überall im Themenbereich Emotionen vorzufinden meine.

In dem einen Fall werden Emotionen in Fragen von Führung einbezogen, im anderen Fall werden Emotionen aus philosophischer Richtung betrachtet. Es gibt zwar gewisse gemeinsame Wissensbestände zu Emotionen, auf die von beiden zurückgegriffen wird, die Unterschiede erscheinen mir jedoch bedeutender. Nehme ich dann im Vergleich noch die vielen unterschiedlichen Wissenschaftler dazu, deren Bücher bzw. Artikel ich bisher gelesen habe, so bekomme ich auch dadurch eine gute Vorstellung davon, warum Emotionen kein so einfaches Thema sind. Irgendwie scheint sich jede/r sein eigenes Bild zusammenzubauen. Und ich selbst versuche letztlich das Gleiche.

Aus einer wissenschaftlichen Perspektive betrachtet finde ich das unbefriedigend. Sichtweisen der Welt sowie Theorien sind Konstruktionen, nicht die Wirklichkeit selbst, aber wenn es vor allem Vielfalt und wenig Übereinstimmung gibt, so ist das nicht sehr hilfreich. Und diese Vielfalt dann auch noch immer weiter auszudehnen, ist noch weniger hilfreich. Genau das passiert mir momentan mit den MOOCs. Auch wenn sie als Einführungen verstanden werden können, beantworten sie mir letztlich keine grundlegenden Fragen, sondern zeigen nur jeweils eine weitere mögliche Variante zur Erklärung auf. Und die scheint in beiden Fällen auch noch sehr stark von der Persönlichkeit des Lehrenden bestimmt.

Mein Interesse reicht zwar aus, um weiterhin die Materialien anzuschauen, zu lesen und in den Foren stöbern, und ich lese auch weiterhin was mir zu Emotionen ansonsten in die Hände kommt, doch parallel suche ich nach einer anderen Orientierung. Ich habe alle Bücher aus meinem Studium zu qualitativer und quantitativer Sozialforschung hervorgekramt und mir dann das Buch von Glaser und Strauss zur Grounded Theory ausgewählt und damit begonnen. Weiterhin war es endlich an der Zeit die Vorgaben und Hinweise der Fernuni zur Erstellung der Bachelorarbeit herunterzuladen und einen ersten Blick darauf zu werfen. Hier findet sich ein hilfreicher, eingrenzender Rahmen für das was in einer solchen Arbeit überhaupt machbar ist.

Emotionen sind ein wichtiges Thema, auch für die Bildungswissenschaft, darin bin ich mir inzwischen sicher. Sie sind auch ein grundlegendes, kein Nebenbeithema. Sie einzubeziehen muss aber Boden unter den Füßen haben. Zum momentanen Zeitpunkt habe ich zwar nicht die geringste Ahnung wie das gehen soll, ich weiß allerdings, dass ich kein Interesse habe mich in dunstig spekulative Regionen zu begeben. Gerade beim Thema Emotionen halte ich das für besonders problematisch. Was ich benötige sind vor allem die Wissensbestände mit der größten Absicherung und mit der geringsten Verflechtung in eine bestimmte Disziplin, so dass sie möglichst allgemein verwendet werden können. Auf diesem Minimalkriterium werde ich jetzt versuchen aufzubauen.

Der Bachelorarbeit entgegen

Aus gründlichem Aufräumen und Putzen, wie für die Zeit nach der letzten Hausarbeit geplant, ist bisher nichts geworden, und auch meine MOOC-Abstinenz werde ich voraussichtlich erst einmal weiterführen. Montag hat ein MOOC begonnen, zu dem ich schon seit Monaten angemeldet bin und dessen Thema mich sehr interessiert. Die erste Woche ist allerdings fast um und ich habe noch nichts von den Materialien bearbeitet, da ich ihnen nie Priorität geben konnte.

Unmittelbar nach Beendigung der Hausarbeit zum Modul 3B bin ich in Themenfindung, Literaturrecherche, erstes Lesen und sehr viel Reflektieren zu meiner Bachelorarbeit hinein gestolpert. Das war so nicht geplant und bisher habe ich auch noch kein sinnvolles Arbeitskonzept entwickelt, um später alles nachvollziehen und verwerten zu können was ich jetzt tue. Ich befinde mich aber bereits mitten drin in der Arbeit und bewege mich stetig vorwärts. Es gilt mal wieder das Prinzip, dass alles anders kommt als gedacht, und auch das mögliche Thema bewegt sich seit einigen Tagen in eine unerwartete Richtung. Zusätzlich dazu weiß ich noch immer nicht wie ich mit dem Blog im Bezug auf die Bachelorarbeit weiter verfahren soll.

Modul 3B hat sich u.a. mit Projektmanagement beschäftigt und erneut merke ich, dass ich in der Regel keine Projekte, sondern Prozesse gestalte. Ich hatte bisher keine Zeit mich genauer mit Prozessmanagement zu beschäftigen, außer mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, da ich erst während der Hausarbeit auf den Unterschied gestoßen bin. Jetzt befinde ich mich bereits in einem anderen Thema, doch nicht nur das Thema Prozessgestaltung, auch das Thema Institutionen, das nach der Beendigung von Modul 3E noch offen war, taucht erneut auf und will bearbeitet werden. Außerdem zeigt sich bereits, dass mein eigentliches Thema Überraschungen bereit hält. Es verbirgt sich anders dahinter als auf den ersten Blick gedacht. Plötzlich befinde ich mich dadurch unerwartet in einer Auseinandersetzung zum Thema Hüther und beginne anzuzweifeln was er tut. Das hat mich zuvor aber nie beschäftigt und überrascht mich beträchtlich, während es gleichzeitig jedoch sehr spannend ist.

Außerdem ist es nervend keinen kostenfreien Zugang zu aktuellen Papers aus dem englischsprachigen Raum zu haben. Lernmotivation durch emotionale Irritation hört sich in meinem Kontext sehr interessant an.

Zumindest habe ich mich jetzt um einen UniBib-Ausweis für die nächste Präsenzuni bemüht und konnte dort bereits einige Bücher finden, die nicht ausgeliehen sind oder vor Ort eingesehen werden können. Und zum ersten Mal wünsche ich mir ein Stipendium von 200€ pro Monat für Literatur und Bücher, wie es der Freund eines Freundes während seines Soziologiestudiums bekam. Genau das würde mir jetzt sehr weiterhelfen. Aber so etwas ist in meinem Bildungspaket leider so gar nicht drin. Obwohl… ich hatte ganz vergessen, dass ich zu Beginn meines Studiums von Freunden zur Unterstützung etwas Geld geschenkt bekommen hatte, das ich noch gar nicht anrühren musste. Vielleicht wäre jetzt der richtige Zeitpunkt darauf zurückzugreifen. Auch hier finde ich wieder einen Punkt, der bei genauerem Hinsehen ganz anders aussieht als auf den ersten Blick. Alles scheint momentan danach zu schreien genauer hinzuschauen und weniger in gewohnten Denk- und Sichtweisen zu verbleiben.

Während des Schreibens habe ich mich nun auch entschieden mit meinem Blog einfach so weiter zu machen wie gehabt. Die bisher verwendete Form des Bloggens hat sich für mich bewährt und funktioniert. Bei Csikszentmihalyi [1] habe ich die Aussage gefunden, dass es der Hauptpunkt beim Schreiben ist Informationen zu schaffen, nicht nur sie weiterzutragen, dass der langsame, organisch wachsende Prozess des Denkens beim Schreiben die Ideen zum ersten Mal entstehen lässt (Seite 176), und dass das Schreiben benutzt werden kann um Erfahrungen zu kontrollieren, ohne den Verstand davon beherrschen zu lassen (Seite 177). So wie das Nachdenken auf meinem Sofa für das Entdecken von Zusammenhängen nützlich ist, ist es das Bloggen um Dinge ans Licht zu ziehen, zu überblicken und dabei wieder loszulassen. Beides hat unterschiedliche Strukturen, Funktionen und Auswirkungen, steht aber in einem Zusammenhang und hilft sich gegenseitig, was ich vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt einmal genauer untersuchen werde. Ich denke daher, der mögliche Gewinn für mich ist viel größer als der Inhalt meiner Ängste, die Gefahr, dass mir jemand etwas wegnehmen könnte.

Damit habe ich erneut eine Positionsbestimmung vorgenommen. In der letzten Zeit bemerke ich an mir insgesamt subtile, ermutigende Veränderungen, die ich noch nicht so ganz zusammenfassend beschreiben kann. Es bewegt sich in die Richtung, dass ich ernster nehme womit ich mich beschäftige und dabei insgesamt entspannter und gelassener bin.

Referenz:

[1] Csikszentmihalyi, M. (2004). Flow. Das Geheimnis des Glücks. Stuttgart: Klett-Cotta.

Dankbarkeit für Bildungsangebote

Gefühlszustände sind so eine Sache. Manchmal lassen sie alles in einem finsteren Licht erscheinen und dann wieder wie heute sind sie gesättigt mit Positivem und verwandeln dabei die ganze Welt. Und weil meine Gefühle heute von Dankbarkeit schon fast übersättigt sind und ich strahlend in den Tag starte und es dabei um Bildung geht, so will ich mich an dieser Stelle bedanken.

Ich bin froh, dass es die Fernuni in Hagen gibt. Auch wenn manches besser sein könnte und eine Fernuni viele Tücken hat – ohne Fernuni könnte ich nicht studieren und vielen anderen geht es ähnlich. Vieles kann ein solches Studium nicht ermöglichen, aber das will ich in meiner momentanen emotionalen Verfassung nicht weiter beachten. Ich bin denen dankbar, die sie eingerichtet haben, die sie aufrecht halten und sich dafür einsetzen.

Ich habe gelernt meine Praxis anders wahrzunehmen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Ich habe Selbstbewusstsein gewonnen und fühle mich erwachsener geworden. Ich habe neue Lernwege kennengelernt, ich habe gelernt anders zu denken. Ich habe Zugang zu den vielfältigen Lernwege des Netzes gefunden, habe die MOOCs entdecken können und das Bloggen. Vieles war nicht von der Fernuni intendiert, doch es ist nebenbei geschehen. Ich bin zufriedener mit meinem Leben und ich fühle mich mehr in die Gesellschaft integriert. Ich beginne eine andere Zukunftsperspektive zu entwickeln, nicht nur für mich sondern für die Gesellschaft an sich.

Ich bin froh, dass es an der Vhs Kassel  Herrn Kido gibt, der seit Jahren unermüdlich sein Bestes tut um einem kleinen Kreis von Übriggebliebenen zu ermöglichen gemeinsam weiter Japanisch zu lernen. Ich bin froh, dass diese Gruppe von Berufstätigen, Rentnern und Ausgemusterten weiter existiert, dass wir uns gegenseitig motivieren und langsam, langsam voran schreiten können. Ohne das besondere Engagement von Herrn Kido gäbe es die Gruppe schon lange nicht mehr, denn für eine reguläre Vhs-Gruppe sind wir viel zu klein.

Ich bin froh über all die Menschen die im Netz ihr Wissen zur Verfügung stellen. Die Lernangebote kreieren zu denn ich Zugang habe. Ich bin froh, dass ich dadurch das Denken von Menschen an weit entfernten Orten kennenlernen kann. Ich bin froh, dass es viele frei verfügbare Ressourcen im Netz gibt, die mir sehr schnell den gezielten Zugriff auf hochwertige Informationen erlauben.

Ich bin froh, dass ich wissenschaftliches Arbeiten kennengelernt habe, und zum momentanen Zeitpunkt möchte ich auf keinen Fall mit dem Lernen in der momentanen Form aufhören. Nach und nach ergibt sich ein neues Bild vom Lernen, vom Wissenserwerb, von der Wissenskreation, das ich nie hätte kennenlernen können, hätte ich nicht diese Möglichkeit des Fernstudiums gehabt.

Diese Art des Fernstudiums ist für mich möglich, es ist zeitlich und finanziell für mich tragbar. All das Gute, das ich dadurch habe und das sonst für mich nicht zur Verfügung wäre oder nur unter Mühen, die ich kaum tragen würde, ändert meine eigene Haltung zur Menschheit und macht es mir möglich eine Zukunft des Wohlwollens vorzustellen.

So – und damit wende ich mich wieder dem Wissenserwerb zu, der Informationsverarbeitung und der Wissenskreation. Es wird andere Tage geben, an denen ich schimpfe und fluche und nur die Fehler im System sehe. Doch im Moment hat das einmal keine Bedeutung. Und das ist gut so, und es wird gut sein sich daran zu erinnern, wenn die Problem gerade mal wieder überhand nehmen werden.

Auch unzureichende Chancen können großartige Chancen sein, wenn es die einzigen Chancen sind die ein Mensch für sich sieht!

 

Start in die sechste Woche WS2014/15 – Lerncommunities

Bevor ich mich dem Pensum der kommenden Woche zuwende, drängt es mich eine Blick zurückzuwerfen. Am Wochenende haben sich die Themen von zwei Aktivitäten, dem Wochenthema des Teaching for Learning 7 – Moocs und die aktuell bearbeitete Stelle im Studienbrief von Modul 3B, unbeabsichtigt getroffen. Und haben dabei die Achtsamkeit auf die Theorie von Communities gerichtet, was mich momentan sehr anspricht und womit ich in meinem Alltag unmittelbar zu tun bzw. leider nicht zu tun habe. Dabei fällt der Blick auch erneut auf den LdLMOOC2, wenn auch weniger auf den MOOC an sich als auf das von Jean-Pol Martin im Netz gegründete LdL-Online-Institut, mit folgenden Aufgaben für die Zielsetzung:

1. der Festigung und dem weiteren Ausbau des theoretischen Rahmens (Grundlagen-Corpus),
2. der Fortsetzung der LdL-Forschung auf empirischer Basis (Durchführung von Moocs und Reflexion darüber)
3. der Ausbildung und Schulung von Personen, die LdL anwenden und diffundieren wollen.

(aus der Gruppenbeschreibung)

Dabei handelt es sich um eine Community, die ich aber keiner der in meinem Studienbrief angegebenen Taxonomien zuordnen möchte. Diese Taxonomien sind sowieso nur Vorschläge, für das LdL-Online-Institut wäre es sinnvoller aufzuschlüsseln welche Aufgaben von dieser Community genau umfasst werden.

Das sehe ich momentan allerdings nicht als Aufgabe für mich, ich muss meine Aktivitäten beschränken und fühle mich durch meine Studien vor allem durch Themen hindurch getrieben, was ich allerdings begrüße, da ich immer noch einen großen Bedarf für einen generellen Überblick habe. Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich mich für den Rest meiner Studienzeit für BiWi an der FernUni jetzt nur noch auf das Thema Lernen und Lehren konzentrieren könnte, sogar wenn ich die Hausarbeit für das Modul 3A nicht bestanden haben sollte. Und das freut mich sehr. Volle Konzentration ermöglicht ein tiefes Eindringen! Und das bei einem Thema, das mich sehr anspricht, bei dem ich viele Fragen habe und so gerne eine brauchbare kognitive Karte hätte. Einfach ideal!

Die Lehrerkursreihe Teaching for Learning neigt sich ebenfalls ihrem Ende zu. Diese Woche werde ich den 7ten und vorletzten Teil beendet haben. Dort bin ich im letzten Jahr beim dritten Teil, dem Thema Lernen und Lernende, eingestiegen, und habe danach nun  fast die ganze Reihe mit beachtlichem Gewinn für mich abgeschlossen.

Gerade eben trudelt von Marc Schakinnis sein Blogbeitrag zur 9. eLearning Didaktik Fachtagung in Linz/Österreich ein und verschafft mir Zugang zu den für mich interessanten Vortragsunterlagen. Ein erster schneller Blick, Informationen vom Stand eines anderen, ein Like und weiter mit meinem eigenen Thema. Community-Effekte.

Ich werde das Thema Communities zum momentanen Zeitpunkt nicht vertiefen, alle Einzelinformationen zusammen geben mir jetzt jedoch eine Basis um ein wenig anders hinzuschauen und der Selbstverständlichkeit, die Communities für mich haben, eine Zuordnung im Feld von Lehren und Lernen zu verschaffen. Bleibt genug Zeit, könnte ich zu Communities eine Visualisierung erstellen. Sinnvoll wäre das.

Interessant ist dabei, dass im Teaching-for-Learning-MOOC Communities ausschließlich im Rahmen von Schule betrachtet werden und dort keine Ausdifferenzierung der verschiedenen Formen nach Präsenz und E-Learning erfolgt. In meinem Studienbrief ist das anders. Communities als Interessensgemeinschaften werden genereller beschrieben und beide Formen finden Beachtung, Präsenz und Online. Auch Dewey und der Konstruktivismus tauchen erneut auf und damit mein Bedauern Deweys Demokratie und Erziehung immer noch nicht durchgearbeitet zu haben. Die Erstellung von Communities an Schulen wie im  Teaching-for-Learning- MOOC verwendet, wird allerdings nicht explizit thematisiert, auch wenn sie für den schulischen Bereich von hohem Interesse scheint.

Die Verwendung im Bereich Schule ist für mich allerdings eine gute Ergänzung, vor allem die  aufgezeigte Möglichkeit durch lernende Gemeinschaften Verbesserungen an Schulen zu erreichen. Automatisch verbinde ich die Informationen mit den Erfahrungen und Wahrnehmungen in meinem Umfeld. Dabei stoße ich erneut auf die Problematik der vernachlässigten Position in der sich die Betreuungen an den betreuten Grundschulen unseres Landkreise in der Regel befinden. Zusammenarbeit findet unter Lehrern statt, auch über Schulen hinweg, Betreuungen sind in der Regel nicht gleichberechtigt in die Gestaltung des Nachmittags eingebunden, und die Kommunikation unter den Betreuungen selbst ist schwierig und häufig auf die ein bis zwei jährlichen Fortbildungstermine beschränkt. Betreuungskräfte arbeiten oft voneinander als auch von der Schule isoliert. Partizipation an Schulangelegenheiten ist häufig nicht gegeben.

Als ich in diesem Jahr am MOOC „Meine Schule transformieren-ein Reiseführer“ teilnahm, wurde mir im Verlauf der ersten Wochen klar, dass ich als Betreuende an einer als offene Ganztagsgrundschule sich entwickelnde Schule gar nicht zur Zielgruppe gehöre, sondern die Zielgruppe letztlich Lehrer sind. Von den im MOOC Teaching for Learning dargestellten positiven Auswirkungen von Zusammenarbeit, Austausch, gegenseitiger Hilfe und gemeinsamem Lernen profitieren wir nicht. Wir bleiben unberücksichtigt außen vor, auch wenn wir tägliche Bezugspersonen für die Kinder an der Schule sind. Ich bin mit dieser Situation seit Jahren konfrontiert und weiß, dass wir wenig daran ändern können, wenn nicht von Seiten der Schulleitung und der Lehrer die Betreuung als gleichberechtigter Bestandteil der Schule eingestuft wird. Ansonsten bleiben wir im schulischen Gefüge Hilfskräfte, Handlanger und die Aufbewahrstätte der Kinder als Wartesaal auf dem Weg zwischen den bedeutungsvolleren Aktivitäten.

Soweit mein aktueller persönlicher Bezug und meine Problematik mit lernenden Gemeinschaften in der physischen Welt.

Im Netz präsentiert sich die Situation ganz anders und ich entdecke durch die Einflüsse dieser Woche die Existenz virtuelle Gemeinschaften in verschiedenster Form als Unterstützung von Lernen, die ich bereits gerne und ausgiebig nutze und sehr schätze. Damit haben die Inhalte der letzten Woche eine neue Achtsamkeit erweckt und es ist mir das erste Mal aufgefallen, dass sich Prof. de Witt von der FernUni im besonderen mit der Betreuung von Online-Communities of Inquiry beschäftigt hat. Das im Studienbrief erwähnte Paper lade ich mir in einen neuen Ordner Communities herunter und damit habe ich mir erneut zusätzliche Arbeit verschafft, aber auch die Möglichkeit mein Wissen wiederum auszudehnen. Ich hoffe es hilft auch dabei, meine kognitive Karte zum Lernen und Lehren zu entwickeln.